Gefahr Zeckenbiss Borreliose: Was Ihr bei einer Infektion tun könnt

Bald ist es wieder so weit: Die Zeckensaison beginnt. Und damit steigt auch die Gefahr auf Infektionskrankheiten. Neben der Frühsommer Meningo-Enzephalitis (FSME) drohen uns vor allem wieder Borreliose-Infektionen. Während für Erstere mittlerweile Impfungen angeboten werden, hilft bei Borreliose nur Prävention und der schnelle Besuch beim Arzt. Sollte die Krankheit verschleppt werden, drohen lebenslange Schmerzen.

Borreliose vom Biss der Zecke

 Zecken sind gemeine, kleine Biester. Einmal unachtsam durch ein Gebüsch oder hohes Gras gelaufen und schon hängen sie an einem wie die Fliege am Honigtopf. Die Zecke selbst wäre dabei gar nicht so schlimm. Gefährlich sind die Krankheitserreger, die sie in sich trägt. Gegen FSME, die bekannte Hirnhautentzündung, gibt es mittlerweile wirksame Impfungen. Bei Borreliose allerdings sieht es nicht so rosig aus. Dabei sind mit Borreliose sogar verschiedene Infektionskrankheiten gemeint. In Deutschland tritt am häufigsten die Lyme-Borreliose auf. Wir sagen Euch, was es mit dieser Infektion auf sich hat, wie Ihr bei einem Zeckenbiss reagieren solltet und wie Ihr Euch am besten schützt.

Was ist Borreliose genau?

Borreliose beschreibt eine Reihe von Infektionskrankheiten, die je nach Art ganz unterschiedlich verlaufen können. Insgesamt gibt es sechs verschiedene Borreliose-Infektionen, von denen aber nur zwei auf den Menschen übertragen werden können. Darunter fällt das so genannte Rückfallfieber und die Lyme-Borreliose. Rückfallfieber tritt in Europa so gut wie nie auf. Es ist hauptsächlich in den Tropen verbreitet. In Europa kommt Rückfallfieber ausschließlich dann vor, wenn Reisende diese Borrelieninfektion aus dem Urlaub quasi "importieren". Lyme-Borreliose dagegen ist in Deutschland weit verbreitet. Jährlich infizieren sich zirka 100.000 Deutsche mit Borrelien. Habt Ihr an alles für die nächste Reise gedacht? Macht hier unseren Reise-Check. 

Bei Borrelien handelt es sich um Bakterien der Gattung Borrelia burgdorferi. Eine Infektion mit Lyme-Borreliose läuft in drei Stadien ab. Im ersten Stadium kommt es zu einer Rötung der entsprechenden Hautstelle, die sich im weiteren Verlauf immer weiter ausbreitet (die so genannte Wanderröte). Es folgen Fieber und andere grippeähnliche Symptome wie Schweißausbrüche, Muskel- und Gelenkschmerzen. Im zweiten Stadium (nach vier bis 16 Wochen) intensivieren sich meist diese Symptome. Im Endstadium der Krankheit (nach mehreren Monaten) können dann Muskellähmungen und chronische, starke Schmerzen in Muskeln, Gelenken und Organen auftreten. Eine Heilbarkeit der Borreliose in diesem Stadium ist fraglich. 

Wie wird Borreliose übertragen?

Borreliose-Erreger finden sich hauptsächlich in Zecken, können in seltenen Fällen aber auch bei Stechmücken oder Pferdebremsen auftreten. Im Gegensatz zu FSME sind Borrelien in ganz Deutschland anzutreffen. Die Zahl der infizierten Zecken schwankt zwischen fünf und 35 Prozent. Dabei ist der Anteil im Süden Deutschlands deutlich höher als im Norden. Dementsprechend ist auch das Risiko einer Ansteckung im Süden höher als im Norden. Je älter eine Zecke wird, desto wahrscheinlicher ist die Infektion mit Borrelien. In unserem Ratgeber über Mücken klaren wir über verschiedene Mythen auf. 

Je länger eine Zecke nun lebt, desto höher ist damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie an ein infiziertes Tier gerät. Das Bakterium bedient sich dabei eines einfachen Tricks. Es überwintert in den Nagetieren und verbreitet sich im Frühjahr dann erneut durch Zecken. Übrigens: Nicht beim Stich der Zecke oder beim anschließenden Saugen wird Borreliose übertragen. Erst nach Beendigung der "Mahlzeit" wird das Bakterium von der Zecke an den Menschen weitergegeben. Dann würgt sie nämlich Magenflüssigkeit hoch, in der sich die Erreger befinden. Das "Gute" daran: Es bleibt Euch etwas Zeit. Wird die Zecke schnell und fachgerecht innerhalb von 24 Stunden entfernt, wird das Übertragungsrisiko minimiert. Doch Vorsicht: Wenn die Zecke nicht fachgerecht entfernt wird, schüttet sie ihren Mageninhalt aus - wenn Ihr Euch nicht sicher seid, wie Ihr das kleine Tierchen entfernen sollt, dann sprecht Euren Arzt an. Auch bei so genannten Ölen, mit denen eine Zecke entfernt werden kann, erhöht sich die Gefahr der Ansteckung und somit der Erkrankung an Borreliose.

Was tun bei einer Infektion mit Borreliose?

Nicht immer sind die Symptome einer Borreliose-Erkrankung direkt erkennbar. In seltenen Fällen fehlt das eindeutige Anzeichen der Wanderrötung. Deshalb solltet Ihr beim Auftreten von Unwohlsein und grippeähnlichen Symptomen nach einem Zeckenstich so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen. Da die Beschwerden so allgemein sind und auf viele verschiedene Krankheiten zutreffen können, hilft nur ein intensiver Austausch mit dem Arzt. Lasst einen Zeckenstich nicht unerwähnt und besteht, wenn nötig, auf einen Borreliose-Test. Auch wenn Ihr Euch nicht gegen Borreliose impfen lassen könnt, solltet Ihr Euren Impfschutz gegenüber anderen Krankheiten regelmäßig erneuern. Wie wichtig Impfungen sind, sagt Euch unser Ratgeber. 

Leider gibt es noch keine Schnelltests für Borreliose, doch mit einem Bluttest kann die Krankheit problemlos nachgewiesen werden. Zumindest wenn es sich um eine Erstinfektion handelt. Denn Borreliose kann auch nach dem Abheilen noch im Blut nachgewiesen werden. Deshalb ist eine erneute Infektion umso schwieriger zu diagnostizieren. Die gute Nachricht ist, dass sich Borreliose bei rechtzeitiger Diagnose gut mit Antibiotika behandeln lässt. Geht trotzdem am besten präventiv vor und tragt bei Wanderungen durch Wälder oder Weiden lange Hosen und geschlossene Kleidung. So minimiert Ihr das Risiko eines Zeckenstichs. 

Autor: Alexander Scherb

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