27. Juli 2021
Schnell Muskeln aufbauen? So lange dauert Muskelaufbau

Wie schnell kann man Muskeln aufbauen?

Schnell Muskeln aufbauen, stärker werden und besser aussehen: Das sind die häufigsten Gründe, weshalb Menschen mit dem Krafttraining anfangen. Wir verraten Ihnen, wie schnell Muskeln bei Männern und Frauen wachsen und wie lange es im Durchschnitt mit dem Muskelaufbau dauert.

Wie lange dauert Muskelaufbau?

So schnell bauen Frauen und Männer Muskeln auf

Eines der bekanntesten Modelle ist der Muskelaufbau nach Fitnesscoach und Autor Lyle McDonald. Er erklärt, dass Männer im ersten Trainingsjahr gut 250 Gramm Muskelmasse pro Woche aufbauen können, Frauen hingegen nur 125 Gramm Muskelmasse pro Woche, also etwa die Hälfte. Pro Tag wären das etwa 30 bis 40 Gramm Muskelmasse bei Männern und 15 bis 20 Gramm bei Frauen.

Mit jedem fortschreitenden Trainingsjahr kann man unter optimalen Trainingsbedingungen davon ausgehen, dass sich der Muskelzuwachs etwa halbiert. So sind es im zweiten Trainingsjahr nur noch rund fünf bis sechs Kilo Skelettmuskulatur im Jahr (Männer), bei Frauen 2,5 bis drei Kilo.

So viel Muskelmasse kann man in einem Monat maximal aufbauen

Alan Aragon ist Fitnesscoach, Ernährungswissenschaftler und Dozent an der American National Academy of Sports Medicine. Er gibt den realistisch möglichen Muskelaufbau bei Männern in Prozent abhängig zum Körpergewicht an. Für Frauen sollten die Werte halbiert werden.

Trainingsstatus Muskelaufbaurate pro Monat
Anfänger 1 - 1,5 % des Körpergewichts pro Monat
Fortgeschrittener 0,5 bis 1 % des Körpergewichts pro Monat
Profi 0,25 - 0,5 % des Körpergewichts pro Monat

10 Faktoren, die Ihren Muskelaufbau beeinflussen

Wie schnell man Muskeln aufbauen kann und wann die ersten Erfolge sichtbar werden, ist individuell unterschiedlich. Denn Muskelaufbau funktioniert nicht bei jedem Menschen gleich und wird durch die folgenden Faktoren beeinflusst: 
  1. Trainingsstatus
    Bei Trainingsanfängern baut der Körper in der Regel schneller Muskulatur auf, wohingegen Fortgeschrittene länger brauchen, um noch gezielt Muskulatur zuzulegen. Grund dafür sind schnelle Anpassungsmechanismen der Muskulatur an die neuen Reize, die mit dem Training gesetzt werden. Irgendwann ist der Belastungsreiz jedoch nicht mehr so stark und das Muskelwachstum passiert langsamer.
  2. Genetik
    Auch wenn die meisten Menschen, auf den Muskelaufbau bezogen, durchschnittlich gut Muskeln aufbauen, gibt es trotzdem Personen, denen der Aufbau schwerer fällt. Es ist jedoch nicht unmöglich, Muskulatur aufzubauen. Manche Menschen sind eher mit langsam zuckenden Muskelfasern ausgestattet, welche vor allem für Ausdauerbelastungen relevant sind. Andere haben aufgrund der Genetik mehr schnell zuckende Muskelfasern, welche für Schnellkraft zuständig sind, z.B. Sprints, Sprünge und Gewichtheben. Ein größerer Anteil dieser schnell zuckenden Muskelfasern sorgt für mehr Hypertrophie, also schnelleren und größeren Muskelaufbau.
  3. Geschlecht und Hormonhaushalt
    Der Muskelaufbau wird durch das Hormon Testosteron beeinflusst. Bei Männern kommt dieses in höherer Konzentration vor als bei Frauen, sodass Männer deutlich mehr Muskelmasse aufbauen können. Der geringe Testosterongehalt im Körper einer Frau führt z. B. dazu, dass keine großen Muskelberge aufgebaut werden können. Frauen, die die Anti-Babypille nehmen oder anders hormonell verhüten, bauen ebenfalls etwas langsamer Muskeln auf.
  4. Trainingsplan und Reizsetzung
    Damit der Muskel optimal wächst, muss er immer wieder und regelmäßig neuen Reizen ausgesetzt werden. Als Anfänger ist es sinnvoll, ca. dreimal pro Woche mit einem Ganzkörpertrainingsplan zu trainieren, Fortgeschrittene können hingegen ihr Training splitten, also einzelne Muskelpartien an verschiedenen Tagen trainieren: z. B. ziehende (Pull) Übungen an einem Tag, drückende (Push) am nächsten und die Beine am dritten Tag.
  5. Superkompensation
    Damit Sie nicht stagnieren und auch nach Wochen und Monaten noch Muskeln aufbauen können, sollten Sie spätestens nach wenigen Wochen die Gewichte schwerer machen oder die Anzahl der Wiederholungen erhöhen. Nur wenn der Muskel immer wieder neu gefordert wird, ist er dazu gezwungen, sich stetig anzupassen.
  6. Ernährung
    So wichtig wie das Training ist auch die Ernährung. Um optimal Ergebnisse zu erzielen und sich im Training steigern zu können, muss ausreichend gegessen werden. Ein leichter Kalorienüberschuss gibt die nötige Energie, die Muskulatur zu regenerieren und aufzubauen. Besonders wichtig ist dabei das Protein, von dem ca. 2 g pro Kilo Körpergewicht zu empfehlen sind. Der Rest kann mit Kohlenhydraten und gesunden Fetten aufgefüllt werden. Eine gesunde und nährstoffreiche Ernährung wirkt sich positiv auf die Leistung im Alltag, beim Sport und auf die Regeneration aus.
  7. Regeneration und Schlaf
    Der Muskel wächst in der Ruhephase! Wichtig dafür ist eine ausreichende Erholungsphase nach jedem Training. Als Anfänger ist die Erholungsphase häufig deutlich länger, da Muskelkater das nächste Training zunichtemacht. Leichte Bewegungen wie Spazierengehen durchblutet die Muskelpartie und fördert so die Regeneration. Fortgeschrittene hingegen brauchen aufgrund der Trainingsgewohnheit weniger Zeit für die Regeneration. Wichtig für eine ausreichende Erholung ist auch der Schlaf. Sieben bis acht Stunden wirken sich optimal auf das Muskelwachstum aus.
  8. Muskelgedächtnis
    Verliert der Körper z. B. durch Krankheit oder längeren Trainingsausfall Muskulatur, kann er bei erneutem Training schneller wieder die Muskelmasse zurückgewinnen. Dies funktioniert durch das sogenannte Muskelgedächtnis, indem der Körper Mechanismen einsetzt, um die Muskulatur wieder herzustellen. Muskelfasern, die bereits in der Vergangenheit trainiert wurden, wachsen sehr schnell, wenn sie nach einer Pause wieder beansprucht werden.
  9. Supplemente und Nahrungsergänzungsmittel
    Zwei der besterforschten Supplemente beim Krafttraining sind Proteinpulver (insbesondere Molkeprotein, eng.: "Whey") und Kreatin. Proteine unterstützen Muskeln bei der Regeneration und bauen sie nach einer optimalen Belastung auf. Am hochwertigsten ist sogenanntes Whey-Isolat, da es reiner ist als Whey-Konzentrat und weniger Laktose enthält. Hochwertige Isolate finden Sie zum Beispiel hier mit Schokoladengeschmack oder Vanillegeschmack. Kreatin hingegen ist ein geschmacks- und geruchsloser Stoff, welcher zwar in Lebensmitteln wie Fleisch natürlicherweise vorkommt, aber auch häufig als Nahrungsergänzungsmittel zugeführt wird. Wird Kreatin zusammen mit etwas Kohlenhydraten aufgenommen, speichert der Körper es, gebunden in Wasser, in den Muskeln. Dort steht es als Energie bereit. Bei kurzfristiger Belastung können somit größere Erfolge erzielt werden, was unter anderem den Muskelaufbau positiv beeinflusst.
  10. Abwechslung
    Dass Sie die Intensität Ihres Workouts regelmäßig durch höhere Gewichte oder mehr Wiederholungen steigern müssen, haben Sie bereits gelernt. Wussten Sie jedoch schon, dass Ihre Muskeln schneller wachsen, wenn Sie nicht bloß immer dieselben Übungen machen, sondern Abwechslung ins Spiel bringen? Denn neue Bewegungen fordern nicht nur Ihr Nervensystem, sondern setzen auch am Muskel selbst neue Reize, die wiederum den Muskelaufbau begünstigen. Beispielsweise können Sie Ihre Beine effektiver trainieren, wenn Sie nicht nur Kniebeugen mit immer schwereren Gewichten machen, sondern auch Ausfallschritte oder Einbeinsprünge in Ihr Training einbauen.

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Dr. Riedl klärt auf: So viel Eiweiß brauchen Frauen und Männer

Ernährungsdoc Dr. Matthias Riedl (@drmatthiasriedl) hat am 4.5. auf unserem Instagramaccount @vital_magazin Ihre brennenden Fragen zum Thema Ernährung und Abnehmfrust beantwortet. Ab Minute 19:53 erklärt er, wie viel Eiweiß Sie als sportlich aktive Person täglich mindestens essen sollten. Schauen Sie rein!

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