28. Januar 2010
Körperpflege mit Heilerde

Körperpflege mit Heilerde

Schon die alten Ägypter wussten, dass Heilerde gesund macht. Jetzt beweist es die Wissenschaft.

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Mal so richtig mit den Händen im Matsch graben. Den erdigen Brei durch die Finger rinnen lassen … Irgendwie fühlt sich das gut an. Und mit der richtigen „Zutat“ sind Schlammbäder, Hautmasken und Wickel mit Heilerde sogar sehr gesund. Das Geheimnis des feinen Pulvers liegt in seinem individuellen Mineralienmix. Er verleiht ihm die charakteristische rote, grüne, gelbe oder graue Farbe. Silikate sind mit rund 50 Prozent der Hauptbestandteil. Dazu kommen beispielsweise Magnesium, Aluminium, Eisen, Kalzium, Kalium und Phosphor. Zwei Dinge zeichnen die heilende Erde aus: Sie ist in der Lage, flüssige, feste und gasförmige Stoffe anzulagern und aufzusaugen. Um diesen Effekt voll auszuschöpfen, wird sie sehr fein zermahlen. So vergrößert sich ihre Oberfläche. Und die Fähigkeit, Schadstoffe zu binden, steigt auf das 10- bis 20-fache an. Diese Eigenschaft lässt sich vor allem in zwei Bereichen nutzen: zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden und, äußerlich angewendet, bei Hautproblemen.

Ein Löffel voll Erde für die Verdauung

Sodbrennen, Völlegefühl, Reizdarm, Verstopfung – so unterschiedlich diese Beschwerden auch sind, oft hilft ein und dasselbe Mittel: Heilerde. Denn sie wirkt auf verschiedenen Ebenen gegen Verdauungsprobleme. Wie ein Schwamm saugt sie Bakterien, Schadstoffe und überschüssige Magensäure auf. Gleichzeitig mahlen die feinen Körnchen die Speisen im Magen klein. Diese Wirkung ist keine Glaubenssache. Studien an der Berliner Charité mit „Luvos Heilerde“ – sie ist die einzige Heilerde, die als Arzneimittel zugelassen ist – haben gezeigt, dass sowohl Magenals auch Darmbeschwerden nach 6-wöchiger Einnahme des grauen Pulvers deutlich zurückgehen. Studienleiter Dr. Dr. Bernhard Uehleke: „Auch bei Reisedurchfall oder einem Kater wirkt Heilerde hervorragend. Als Akutmittel sollte man aber schon zwei bis drei Portionsbeutel einnehmen.“

Kältespeicher

Kältespeicher mit Löschpapier-Effekt

Sein Tipp bei Berührungsängsten: die Heilerde nicht, wie allgemein empfohlen, in Wasser, sondern in eine Tasse Kräutertee einrühren. Das überdeckt Geschmack, Geruch und Farbe. „Und so erdig, wie man sich das vorstellt, schmeckt die Heilerde gar nicht“, sagt Dr.Dr. Uehleke. Für Skeptiker gibt es als Alternative aber auch Kapseln. Die sanfte Naturmedizin kann über Monate und Jahre eingenommen werden. „Nur bei einer Nierenschwäche sollte man darauf verzichten“, rät Naturheilkunde-Experte Dr. Dr. Uehleke. Viele Heilerden enthalten Aluminiumsalze, die nach aktueller Studienlage zwar kaum löslich sind, sich theoretisch aber in den Nieren anlagern könnten – bei vorgeschädigten Organen ein Problem.

Tiere wissen, wie angenehm ein Schlammbad die Haut kühlt. Folgen Sie ihrem Beispiel: Ein dünnflüssiger kalter Heilerdebrei eignet sich hervorragend zur Behandlung von Schwellungen, Fieber, juckenden Hauterkrankungen und Venenbeschwerden. Er lindert Schmerzen und Entzündungen, aktiviert Kreislauf und Stoffwechsel. Durch den Saugeffekt, der entsteht, wenn die Erde von außen nach innen trocknet, wird der Wundfluss bei kleinen Hautverletzungen gefördert. „Keine Angst vor dem vermeintlichen Dreck – echte Heilerde ist steril“, beruhigt Dr. Dr. Uehleke.

„Sie kann sogar auf infizierte Wunden aufgetragen werden.“ Das macht sie auch zum idealen Pflegemittel bei zu Akne neigender Haut. Wie ein Löschblatt saugt sie Fett und schädliche Stoffe auf und verringert so die Bildung von Pickeln und Mitessern. Auch diesen Effekt konnte eine Untersuchung der Charité belegen. Bei leichten Unreinheiten genügt es oft schon, etwas Heilerde-Puder mit einem Pinsel aufzutragen und nach 30 Minuten abzuwaschen. Das entfettet und verfeinert den Teint.

Heilerde-Hausapotheke

Heilerde-Hausapotheke

Es müssen nicht immer Kräutertees, ätherische Öle oder Quarkwickel sein. Gegen viele Alltagsbeschwerden gibt es auch hervorragende erdige Rezepte. Sie lassen sich schnell zubereiten und leicht anwenden.

Magen-Darm-Beschwerden
Bei Sodbrennen oder gestörter Verdauung lösen Sie ein- bis zweimal täglich 1 bis 2 TL Heilerde in etwas Flüssigkeit. Trinken Sie die Mischung in kleinen Schlucken eine halbe Stunde vor oder nach einer Mahlzeit. Ein Teelöffel Luvos-Heilerde (ca. 6,5 g) hat die gleiche Säurebindungskapazität, wie siedas Bundesinstitut für Arzneimittel für Medikamente gegen Sodbrennen („Antazida“) fordert.

Entzündete Gelenke
Sind die Gelenke akut entzündet und geschwollen, hilft Kühlung. Dafür wird die Heilerde mit sehr kaltem Wasser zu einem dünnflüssigen Brei verrührt. Sie können noch ein paar Tropfen Kamillentee oder Eukalyptusöl hinzufügen. Die Paste auftragen und mit einem feuchten, luftdurchlässigen Tuch umwickeln. Sobald die Erde durchtrocknet und ein Wärmegefühl entsteht, wird sie entfernt und bei Bedarf ein neuer Wickel angelegt. Tipp für Eilige: gebrauchsfertige Paste aus der Tube verwenden (z. B. von „Bullrich’s“; in Drogerieund Supermärkten).

Muskelschmerzen
Bei Gelenkverschleiß ohne Entzündung und bei Muskelschmerzen hilft Wärme, die Durchblutung und den Stoffwechsel anzuregen. Mit lauwarmem Wasser einen dickflüssigen Brei anrühren, auftragen und mit einem feuchten Tuch umwickeln. Während der Heilerde-Brei trocknet, entsteht ein Saugdruck, der sich reflektorisch auf den Stoffwechsel auswirkt. Die Haut rötet sich und wird warm. Das Gewebe bekommt mehr Nährstoffe und Sauerstoff zugeführt.

Unreine Haut
Etwa 3 TL Wasser oder Kräutertee mit 7 TL Heilerde zu einem cremigen Brei verrühren. Auf das Gesicht auftragen. Lippen und Augen aussparen. Maske durchtrocknen lassen (ca. 25 Minuten), dann die Erde mit den Händen vorsichtig etwas abrubbeln.´Mit klarem Wasser abwaschen. 1- bis 3-mal pro Woche anwenden.

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