21. Januar 2020
Hatha, Bikram & Co: Die wichtigsten Yoga-Arten im Überblick

Die wichtigsten Yoga-Arten im Überblick

Hatha, Bikram, Luna,… wer blickt bei der Vielzahl an verschieden Yoga-Arten schon durch? Wir verraten, was hinter den verschieden Arten steckt, damit Sie ihre passende Yoga-Art finden.

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So viele Yoga-Arten gibt es

Yoga stammt ursprünglich aus Indien und ist eine Jahrtausend alte Lehre, die körperliche Übungen, Atemtechniken und Meditation beinhaltet. Ziel beim Yoga ist es, Körper, Geist, Seele und Atem in Einklang zu bringen, wodurch mehr Gelassenheit erreicht werden soll. Mittlerweile gibt es schätzungsweise 130 Yoga-Arten. Alle haben den gleichen Ursprung, werden allerdings auf unterschiedliche Weise durchgeführt. Grundsätzlich ist Yoga für jeden geeignet, ob für Kinder oder Senioren, Frauen oder Männer, Gesunde oder Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Denn je nach körperlicher Verfassung und Lebensumständen können Übungen zum Teil auch durch Hilfsmittel an den Schüler angepasst werden.

Körperliche Wirkungen sind:

  • Kräftigung und Dehnung der Muskeln, Bänder und Sehnen
  • Flexibilisierung der Gelenke
  • Spannungen werden glöst
  • Schmerzen können positiv beeiflusst werden.
  • Kräftigung des Bindegewebes
  • Entschlackung von Giften
  • Steigerung des Atemvolumens
  • Anregung der Verdauung
  • Harmonisierung des Hormonhaushalt
  • Massage und Stärkung der inneren Organe

Geistige Wirkungen sind:

  • Förderung der harmonischen Einheit von Körper, Geist und Seele
  • Förderung der Konzentraion
  • Stärkung des Selbstbewusstseins und Selbstvertrauens
  • Entwicklung von Gelassenheit und innerer Ruhe
  • Beruhigung und Stärkung der Nerven

Auch Seelisch wird mehr Bewusstheit, Ausgeglichenheit, Gelassenheit, Lebendigkeit, Glück, Friede, Leichtigkeit und Freude erlangt. Das allgemeine Wohlbefinden wird dadruch automatisch gesteigert. Jeder der regelmäßig Yoga macht, spürt mit der Zeit eine Verbesserung der Lebensumstände.

Wie kann ich verschiedene Yoga-Arten lernen?

Egal ob meditativ oder besonders sportlich – um herauszufinden, welcher Yogastil für einen der beste ist, sollte man erst einmal viele verschiedene Arten und Studios ausprobieren, so lange bis der Funke überspringt. Um einen neuen Yogastil zu lernen, eignen sich vor allem Kurse in Yoga- oder Fitnessstudios. So bekommt man eine genaue Anleitung. Fortgeschrittene können natürlich auch von zu Hause aus praktizieren. Inspiration bieten zum Beispiel Online-Tutorials und Apps, wie Asana Rebel, Daily Yoga & Co.

Was versprechen die einzelnen Yoga-Arten?

Jede Yoga-Art hat so seine Vorzüge. Bei Anfängern ist Hatha-Yoga besonders beliebt. Dieser Stil zeichnet sich durch langsame und gut nachvollziehbare Dehnübungen aus. Fortgeschrittene mögen es gerne dynamischer – Vinyasa- oder Jivamukti-Yoga sind da die perfekte Wahl. Für Schwangere eignet sich besonders das Kundalini Yoga mit wohltuenden Übungen und unterstützenden Meditationen. Diese helfen bei der Entspannung und dabei, Kraft für die Geburt zu sammeln.

Aber auch bei gesundheitlichen Problemen kann Yoga Ihnen Gutes tun. Wer unter Rücken- oder Nackenschmerzen leidet, findet Hilfe im Anusara Yoga. Auch während der Menstruation kann Yoga dabei helfen, Schmerzen entgegenzuwirken.

Luna, Asthanga & Power Yoga

Luna Yoga

Luna Yoga ist eine alte, neu belebte heilsame Körperkunst, die die eigene Körperwahrnehmung verbessert. Sie wirkt sich besonders auf die Beckenregion aus und trägt zur Gesunderhaltung der Sexualorgane bei. Regelmäßige Übungen können auch gynäkologische Beschwerden lindern und Störungen der Funktion der Geschlechtsorgane beheben. Bei den Luna Yoga Übungen wird die Fruchtbarkeit in jegliche Art gefördert. Zudem wirkt es ausgleichend auf hormonelle Stimmungsschwankungen, was Wohlbefinden und Lebensfreude erheblich gesteigert. Außerdem werden durch die Übungen Verspannungen gelöst, somit bleiben Wirbelsäule und Gelenke deutlich beweglicher. Luna Yoga eignet sich besonders für Frauen mit einem Kinderwunsch und Frauen in den Wechseljahren, da die Übungen speziell auf den weiblichen Körper abgestimmt sind. Hierbei sind keine Vorkenntnisse erforderlich.

Ashtanga Yoga

Ashtanga Yoga ist dynamisch, kraftvoll, elegant und beruhigt den Geist. Es sind teils schwierige Übungen die in rascher Folge durchgeführt werden. Hierbei unterscheidet man in Schwierigkeitsstufen, in denen die Übungen von Stufe zu Stufe schwieriger werden. Die einzelnen Übungen sind im Einklang mit dem Atemrhytmus und durch eine festgelegte Abfolge, meistens durch Sprünge miteinander verknüpft, d.h. es gibt wenige Pausen zwischen den jeweiligen Übungen. Bei dieser Yoga-Art spielt das spirituelle sowie die Meditation keine Rolle. Astanga Yoga trainiert Ausdauer, Atemtechnik und das Herz-Kreislauf-System, dehnt den Bewegungsapparat und baut Muskeln auf.

Power Yoga

Power Yoga ist eine sehr intensive und dynamische Yogaform, die aus dem klassischen Asthanga enstanden ist und eine ausgewogene Mischung auf Krafttraining und intensiven Dehnübungen ist. Ein besonderes Merkmal ist hier die kontinuierliche Bewegung. Die fließenden Bewegungen werden synchron mit den tiefen Atemübungen durchgeführt. Durch die dynamischen Übungen, progressiven Posen und die Unterstützung der Atmung gewinnt der Schüler Widerstandskraft, Beweglichkeit, Ausdauer und Vitalität. Das intensive Körpertraining fördert aber auch unser Bewusstsein, sowie unsere Konzentration, Kraft und Flexibilität. Mit der Zeit findet der Schüler eine Balance zwischen Ruhe, Dynamik, Energie und Entspannung. Durch Power Yoga wird das Herz-Kreislauf-System, sowie die gesamte Muskulatur gestärkt. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass die Figur dadurch deutlich straffer wird. Weibliche Problemzonen wie Bauch, Beine und Po werden sanft geformt.

Aerial Yoga

Aerial Yoga ist ein echter Stresskiller. In diesem Stil dreht sich alles um ein trapezförmiges Tuch, das von der Decke hängt und das Üben der Asanas zu einem ganz besonderen Erlebnis macht. Das Tuch kann man um die Hüfte wickeln oder zum Festhalten verwende. Außerdem kann man sich hineinlegen und einfach fallen lassen. Für alle, die mal etwas völlig Neues ausprobieren wollen und keine Angst haben, loszulassen, ist Aerial Yoga die richtige Wahl.

Iyengar, Hatha, Krija, Kundalini & Bikram Yoga

Iyengar Yoga

Iyengar Yoga ist eine lebendige, aktive und herausfordernde Yoga-Art, die Stärke, Flexibilität und Stabilität, Balance und Konzentration fördert. Entspannung wird beim Iyengar Yoga nicht durch Pausen erreicht, sondern durch wechselnde aufeinander abgestimmte Übungsfolgen im stehen, sitzen und liegen. Iyengar Yoga ist für alle Menschen geeignet, unabhängig von Alter oder körperlicher Verfassung, denn die Übungen sind in unterschiedlichen Varianten ausführbar. Zum Teil können auch Hilfsmittel in Form von Klötzen, Gurten oder Stühlen zum Tragen kommen, um den Schüler bei dem Ausführen seiner Übungen zu unterstützen. Beweglichkeit, Ausdauer und Kraft werden aufgebaut. Parallel dazu wächst das Verständnis und Feingefühl für den eigenen Körper. Eine gesunde aufgerichtete Wirbelsäule steht hierbei im Vordergrund, Haltungsfehlern wird durch bestimmte Übungen entgegengewirkt, außerdem werden Muskeln und Nerven gestärkt.

Hatha Yoga

Hatha Yoga ist die klassische Form der Yoga-Arten. Durch sanfte körperliche Übungen, Atemübungen und Meditation entsteht ein Gleichgewicht zwischen Körper und Geist. Hatha Yoga dient in vielen Ländern als Krankheitsvorbeugung oder körperorientierte Psychotherapie. Die körperlichen Übungen wirken sich ausgleichend auf das vegetative Nervensystem aus, wodurch der Geist ruhiger wird. Das Ziel ist es Muskeln, Sehnen und Bänder zu kräftigen und gleichzeitig die inneren Organe durch eine gute Durchblutung zu stärken. Ebenfalls ist es das Ziel, psychische Erkanungen und Belastungen zu beseitigen oder zu vermeiden.

Krija Yoga

Kirja Yoga ist eine uralte Methode der Selbstverwirklichung und frei von Regeln. Bei dieser Yoga-Art steht die Atemtechnik im Vordergrund, welche allerdings durch leichte körperliche Übungen, sowie Meditationstechniken ergänzt wird. Ein regelmäßiges Üben ermöglicht ein richtiges Atmen, wodurch Verstand und Gedanken unter Kontrolle gebracht werden. Die Kontrolle aller physischen und psychischen Zustände führt zur Selbstverwirklichung und schenkt dem Geist Ruhe und Frieden.

Kundalini Yoga

Kundalini steht für eine energetische Kraft – im Yoga als Schlange dargestellt. Die Schlange sitzt im Bereich des Kreuzbeins und soll durch Yoga-Praxis zum Leben erweckt werden, wobei sie langsam in den Hauptenergiekanal, der entlang der Wirbelsäule verläuft, wandert und sich von hier aus bis ganz nach oben Richtung Kopfscheitel vorarbeitet. Die Asanas werden im Kundalini dynamisch ausgeführt. Der Fokus liegt aber auch auf Atmung und Meditation. Wer sich für Spiritualität interessiert, findet am Kundalini garantiert Gefallen.

Bikram Yoga

Birkam Yoga wird auch Hot Yoga genannt und in einem 35-40 Grad heißem Raum praktiziert. Dieser heiße Raum soll eine sichere Muskel-und Sehnenarbeit möglich machen, da die Muskeln durch die Hitze geschmeidiger werden und besser gedehnt werden können. Zudem soll die Hitze den Entschlackungsprozess ankurbeln und den Körper durch das Schwitzen entgiften. Durch die Wärme wird außerdem der Stoffwechsel stimuliert und der Körper wird automatisch gut in Form gehalten. Der spirituelle Aspekt ist bei dieser Yoga-Art eher unwichtig. Sie ist eher präsentiv und dient zur Stressbewältigung, Regeneration und Ausgeglichenheit. Auch Ursachen und Symptome chronischer Krankheiten können reduziert werden. Diese Yoga-Art sollten Mensche mit Herz-Kreislauf Problemen besser vermeiden.

Anusara, Jivamutki Tri & Yin Yoga

Anusara Yoga

Anusara Yoga ist die moderne Form des Hatha Yoga, beruhend auf den Erkenntnissen der Biogenetik und Biomechanik wurden Ausrichtungsprinzipien entwickelt. Die Biogenetik und Biomechanik wirken zusammen wie ein Bausteinprinzip. Der Schüler wird immer weiter zu seiner idealen Körperhaltung geführt und der Energiefluss im Körper wird verbessert. Das führt zu einem gesteigerten, allgemeinen Wohlbefinden und mehr Lebenskraft, sowohl geistig als auch körperlich. Zudem verhindert die genaue Ausrichtung Verletzungen. Auch Haltungsschäden können dadurch positiv beeinflusst oder geheilt werden. Jeder Schüler wird unterstützt den eigenen Körper besser zu verstehen und eigene Grenzen selber zu erkennen. Ein weiteres wichtiges Element des Anusara Yoga ist die Sprache und das "Öffnen des Herzens". Jede Anusara Stunde wird so zu einem einzigartigen Erlebnis für die individuelle Entwicklung. Die Schüler werden hierbei nicht belehrt sondern in ihrer Einzigartigkeit unterstützt und gefördert.

Jivamutki Yoga

Jivamutki ist ein sehr herausfordernder Yogastil, bei dem es wichtig ist einigermaßen fit und beweglich zu sein. Er ist perfekt für Leute die klassisches Yoga mögen und Interesse an dem spirituellen Hintergrund haben. Das Hauptmerkmal dieser Yoga-Art sind die fließenden Bewegungsabläufe die teilweise tänzerisch ineinander übergehen und so alle Muskelgruppen im Körper trainieren. Der spirituelle Part besteht aus dem singen von Mantras und Sutras, der Meditation und der Lektion über Glück.

Tri Yoga

Tri Yoga ist für Anfänger sowie für Fortgeschrittene geeignet. Eine Tri Yoga Stunde besteht aus einzelnen Stufen die wiederum aus 5 Serien von fließenden und rhytmischen Bewegungen besteht, dadurch wird die Flexibilität und Ausdauer kontinuierlich gesteigert. Jeder Schüler entscheidet für sich selbst wann er eine Pause braucht. Typisch für Tri Yoga sind die einzigartigen Wellenbewegungen mit der Wirbelsäule. Bei den Körperübungen gleitet man sanft ohne Pause in die nächste über und bewegt nur die Körperteile die wirklich nötig sind um die neue Position einzunehmen. Das spart Energie und wirkt sich schonend auf Körper und Wirbelsäule aus. Zusätzlich wird man während der Übungen synchron von der Ein-und Ausatmung begleitet. Durch den ständigen Wechsel zwischen aktiven und ruhigen Übungen wird die Gelassenheit deutlich gefördert. Auch die Dehn-und Entspannungsübungen wirken sich positiv auf das körperliche Wohlbefinden und den Geist aus.

Yin Yoga

Beim Yin Yoga geht es darum, durchzuatmen und zur Ruhe zu kommen. Einzelne Asanas werden sehr langsam eingeführt und bis zu 5 Minuten lang gehalten. Dadurch wird vor allem die Flexibilität verbessert. Zudem werden Bindegewebe und Faszien trainiert. Wer auf der Suche nach Ruhe ist und eine sanfte Praxis bevorzugt, wird im Yin Yoga garantiert fündig. Allerdings muss man sich für diesen Stil besonders gut fallen lassen können und dafür offen sein, so lange in einzelnen Positionen zu verharren.

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