Weltgesundheitsorganisation Demenz vorbeugen mit den Leitlinien der WHO

Aktuell leiden rund zwei Millionen Deutsche an Demenz. Dabei soll die Zahl der Demenzkranken vermutlich in den nächsten Jahren steigen. Erstmals hat die World Health Organisation (WHO) Leitlinien zur Demenzvorbeugung veröffentlicht.

Der besten Sport fürs Herz

Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und Sport soll laut WHO dazu beitragen das Risiko für Demenzerkrankungen zu verringern. Die WHO hat erstmals entsprechende Leitlinien zur Demenzvorbeugung veröffentlicht und zieht dabei einen Zusammenhang zwischen Übergewicht, Diabetes und Bluthochdruck. So rät die WHO den Staaten und dem Gesundheitswesen, aktiv dagegen vorzugehen. 

Was ist Demenz?

Unter Demenz werden verschiedene Erkrankungen zusammengefasst, bei denen die geistige Leistungsfähigkeit sehr stark zurückgeht und die Person im Alltag einschränkt. Am meisten verbreitet ist Alzheimer. Dabei verlieren die Betroffenen innerhalb von wenigen Jahren ihre geistigen Fähigkeiten und verändern ihre Persönlichkeit. Alzheimer führt zu Hilflosigkeit und Bedürftigkeit in psychischer und physischer Hinsicht. Die Organisation rechnet damit, dass bis 2030 bis zu 82 Millionen und bis 2050 152 Millionen Menschen weltweit an Demenz erkranken. Das größte Risiko besteht im Alter: in Deutschland leide unter den 85-89-Jährigen jeder vierte an Demenz (Deutsche Alzheimer Gesellschaft).
Da es noch kein Heilmittel gegen Alzheimer gibt, konnte die WHO jetzt dennoch einen Zusammenhang zwischen Demenz und dem Lebensstil darstellen. Darauf basieren die neuen Leitlinien.

Demenz vorbeugen: die Leitlinien der WHO

Körperliche Aktivität
Sport ist die beste Medizin und soll mäßig vor dem kognitiven Verfall schützen. Die WHO empfiehlt, sich im Alltag viel zu bewegen und Sport zu treiben. Auch bei schon geistig eingeschränken Personen wird vermutet, dass moderater Sport und Bewegung die Beschwerden eindämmen. 

Das Rauchen aufgeben und wenig Alkohol
Laut WHO soll auf Tabakkonsum komplett verzichtet werden, da dieser neben anderen gesundheitlichen Nachteilen auch das Risiko für einen geistigen Rückgang erhöht. Auch übermäßiger oder regelmäßiger Alkoholkonsum sollen Demenz begünstigen.

Auf die Ernährung achten
Für Personen mit normalen geistigen Fähigkeiten wird die sogenannte mediterrane Ernährung empfohlen. Dabei besteht die Ernährung aus viel Gemüse, Fisch und guten Fetten. Allgemein sollte eine gesunde und ausgewogene Ernährung bei jedem Erwachsenen die Grundlage sein, sodass auch Nahrungsergänzungsmittel nicht benötigt werden. Die WHO bestätigt, dass Vitamin B und E, sowie mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Multikomplex-Ergänzungen nur bedingt Demenz vorbeugen und deshalb nicht empfohlen werden.

Soziale Aktivitäten
Zwar gibt es noch keine ausreichenden Beweise, dass soziale Aktivitäten das Risiko für Demenz verringern, jedoch sind soziale Teilhabe und Unterstützung eng mit einer guten Gesundheit und dem Wohlbefinden verbunden. 

Übergewicht reduzieren 
Es wird empfohlen, Übergewicht und Fettleibigkeit zu reduzieren, um die geistige Aktivität zu bewahren. Gleichzeitig reduziert ein Normalgewicht das Risiko für weitere Krankheiten.

Bluthochdruck behandeln 
Die WHO geht davon aus, dass Bluthochdruck das Risiko für Demenz erhöht, weshalb dieser unbedingt behandelt werden sollte.

Diabetes behandeln
Ob durch Medikamente oder eine Änderung der Lebensgewohnheiten, z.B. mit gesunder Ernährung und Sport, soll Diabetes behandelt werden, um Demenz vorzubeugen.

 

Autor: Christina Liersch