Infektionskrankheiten Symptome und Behandlung bei Tetanus

Tetanus ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die über verunreinigte Wunden verursacht wird. Lesen Sie hier die typischen Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Tetanus.

Wunde

Was ist Tetanus?

Tetanus ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Clostridium tetani verursacht wird. Das Bakterium befindet sich hauptsächlich in der Erde und vermehrt sich nur im aneroben Milieu, also ohne Sauerstoff. Auch findet sich das Bakterium im Kot von Tieren, vor allem in dem von Pferden. Die Tetanus-Bakterien gelangen über kleinste Verletzungen in den Körper, wodurch ihr Gift ins Gehirn und Rückenmark gelangt. Die Erkrankung ist nicht ansteckend. Unbehandelt verläuft Tetanus fast immer tödlich, da Patienten letztendlich an einer Lähmung der Atemmuskulatur sterben. Ein qualvoller Tod, da sie bis zum Ende bei vollem Bewusstsein sind.

Vier Formen von Tetanus

Die generalisierte Form
Bei dem klassischen Erscheinungsbild kommt es zu starken Krämpfen am gesamten Körper.

Die lokale Form
Die Symptome beschränken sich meist nur auf die Gliedmaßen, durch die die Bakterien in den Körper gelangten. Dies geschiet etwa, wenn noch ein Rest an Impfstoff im Körper ist.

Der zephale Tetanus
Die Wunde befindet sich am Kopf, durch die die Erreger auf kurzem Wege in die Nervenwege und ins Gehirn gelangen. Die Inkubationszeit ist kurz.

Neonataler Tetanus
Diese Form betrifft nur Neugeborene von ungeimpfen Müttern. Die Infektion tritt bei mangelnder Hygiene während oder nach der Geburt auf. Die Erreger gelangen über die Nabelschnur in den Körper. Diese Form tritt häufig in Ländern mit niedrigen Hygienestandards und schlechter medizinischer Versorgung auf.

Die Wirkung der Tetanus-Bakterien

Tetanus-Bakterien produzieren die Gifte Tetanolysin, welches die roten Blutkörperchen zerstört und Schäden am Herzen anrichtet, und Tetanospasmin, welches im zentralen Nervensystem Nervenimpulse hemmt, die normalerweise extreme Muskelkontraktionen verhindern. Dadurch sind die Nerven stark erregbar. Daraus resultieren langanhaltende, starke Muskelkrämpfe. Die Krämpfe können durch akustische und visuelle Reize, sowie Berührungen ausgelöst werden.

Tetanus: Symptome

  • Mundsperre & "Teufelsgrinsen"
    Die Zungen- und Kiefermuskulatur verkrampft, wodurch Grimassen wie ein Dauerlächeln und hochgezogene Augenbrauen entstehen. Erkrankte können den Mund nicht weit öffnen.
  • Schluckstörung
    Sind die Muskeln im Rachen und im Kehlkopf betroffen, kann der Betroffene schlecht schlucken. Seltener kommt es vor, dass Patienten werden sprechen noch schreien können.
  • Durchgebogener Rücken
    Es entwickeln sich starke Krämpfe in der Bauch- und Rückenmuskulatur, sodass Patienten häufig ihren Rücken bogenartig überstrecken. Manchmal sogar so stark, dass Wirbelkörper brechen.
Weitere Symptome von Tetanus sind:
  • Unruhe, Reizbarkeit
  • Herzrasen
  • Schwitzen
  • Blutdruckanstieg
  • Schmerzen und Muskelsteifigkeit in Nacken und Gesicht
  • Krämpfe in den Gliedmaßen
  • Atemprobleme
  • Fieber, Frösteln, Kopfschmerzen
  • Säuglinge leiden an einer Trinkschwäche

Tetanus: Ursachen

Die Tetanus-Bakterien vermehren sich an Orten ohne Sauerstoff und gelangen daher eher durch kleine Wunden, z.B. durch einen Pieks in den Finger, in den Körper als durch großflächige Wunden. Auch in abgestorbenem Gewebe fühlen sich die Erreger sehr wohl. Totes Gewebe findet man häufig in größeren Wunden, die nicht ausreichend chirurgisch behandelt wurden. Möglich ist ein Eintritt der Erreger auch durch offene Ekzeme auf der Haut.
Ältere Menschen sind ebenfalls stärker gefährdet als jüngere, da bei ihnen der Impfschutz schneller abgebaut wird. Aufgrund schlechter Durchblutung des Körpers können sich die Bakterien in Wunden sammeln und dort vermehren, da die Wunde mit weniger Sauerstoff versorgt wird.

Tetanus: Behandlung

Anhand der Symptome wie Muskelsteifigkeit und -krämpfe diagnostiziert der Arzt den Wundstarrkrampf schnell. Die Erkrankung ist für Betroffene mit großen Schmerzen verbunden und kann unbehandelt zum Tod führen. Nach etwa vier Wochen intensiver Behandlung gehen die Symptome langsam zurück. Nach weiteren vier Wochen sind sie ganz verschwunden. Manchmal bleiben Folgeschäden.

Zur Behandlung muss die Eintrittspforte des Erregers identizifiert werden. Die Wunde wird anschließend großzügig entfernt.. Antibiotioka helfen gegen die Tetanus-Erreger, jedoch nicht gegen deren Gifte. Der Körper benötigt etwa 12 Wochen, um sich abzubauen. So lange dauert auch etwa die Erkrankung.
Um das Gift zu neutralisieren, werden Antikörper in die Gesäßmuskulatur und in die Wundränder gespritzt. Damit es nicht zu einem Atemstillstand kommt, werden die Atemwege gezielt offengehalten. Das geschieht über eine Nasensonde und künstliche Beatmung. Auch spezielle Medikamente gegen die Krämpfe kommen zum Einsatz.

Impfung

Die Ständige Impfkommision (STIKO) empiehlt die Tetanus-Impfung für jeden Menschen. Die erste Impfung erfolgt im Säuglingsalter, die darauf folgenden im 5., 6., 9. und 17. Lebensjahr. Alle 10 Jahre sollte sie Impfung aufgefrischt werden. Der Körper bildet gegen die Gifte der Tetanus-Bakterien Antikörper.

Autor: Christina Liersch