Fieber, Hals- und Gliederschmerzen Was ist der Unterschied zwischen einer Grippe und Pfeifferschem Drüsenfieber?

Pfeiffersches Drüsenfieber verursacht bei den meisten Menschen Angst und Schrecken. Dabei hat es fast schon jeder gehabt. Meist sogar unbemerkt. Die Symptome unterscheiden sich kaum von einer normalen Grippe. Wo liegen die Unterschiede und wie differenzieren sich die Therapien voneinander?

Pfeiffersches Druesenfieber

Eine Influenza und Pfeiffersches Drüsenfieber haben viele Gemeinsamkeiten. Beides sind Virusinfektionen mit Fieber, Hals- und Gliederschmerzen als Symptomen. Wieso wird Pfeiffersches Drüsenfieber also nicht unter dem Oberbegriff Grippe behandelt? Zunächst einmal handelt es sich um zwei verschiedene Virenarten. Während bei einem grippalen Infekt das Influenza-Virus in unserem Körper sein Unwesen treibt, ist der Auslöser für Pfeiffersches Drüsenfieber das Epstein-Barr-Virus. Aber auch gewisse Symptome unterscheiden sich. Welche das sind, erfahrt Ihr hier. 

Was ist Pfeiffersches Drüsenfieber?

Wie oben schon erwähnt, handelt es sich bei Pfeifferschem Drüsenfieber um eine Viruserkrankung mit dem Epstein-Barr-Virus. Es fällt verschiedene Bereiche des Körpers an, darunter auch die Lymphozyten (eine Gruppe der weißen Blutkörperchen). Es ist stark ansteckend und wird über Speichelkontakt übertragen, was ihm auch den Namen Kusskrankheit eingebracht hat. Tatsächlich sind Jugendliche vermehrt von Ansteckung betroffen. Obwohl Pfeiffersches Drüsenfieber generell als gefährlich gilt, verläuft die Krankheit sehr unterschiedlich. Kleinkinder beispielsweise zeigen oftmals nur erkältungsähnliche Symptome. Erst mit fortschreitendem Alter nimmt bei der Infektion die Intensität zu. 

Besonders wird Pfeiffersches Drüsenfieber mit Halsschmerzen, Fieber und geschwollenen Lymphknoten in Verbindung gebracht. In 50 Prozent der Fälle tritt die Krankheit zusammen mit einer Mandelentzündung auf. Dann wird gewöhnlicherweise Antibiotika verschrieben. Dies ist aber kein Symptom der Viruserkrankung. Da zwischen einer Ansteckung und dem Ausbruch der Viruserkrankung bis zu sieben Wochen vergehen können, ist eine genaue Festlegung der Dauer schwer zu sagen. Die Krankheit selbst dauert in der Regel zwischen zwei und sechs Wochen. Der Verlauf ist zwar kräftezehrend aber für den Menschen größtenteils ungefährlich. Es gibt keine Medikamente gegen Pfeiffersches Drüsenfieber. Einzig die Symptome können bekämpft werden. Allerdings ist dies in den meisten Fällen ausreichend, da der Körper die Infektion selbst in den Griff bekommt.

Ausgewiesene Ausnahmen von Pfeifferschem Drüsenfieber

In ganz seltenen Fällen kann Pfeiffersches Drüsenfieber allerdings einen ungewöhnlichen Verlauf nehmen. So kann es zu einer Gehirnentzündung, Leber- oder Milzschwellung kommen. Hier sollte umgehend eine Einweisung in ein Krankenhaus stattfinden. Auch die Gefahr auf einen chronischen Verlauf besteht. Dann können die bekannten Symptome oft monate- oder jahrelang auftreten. Dabei bleibt die Lymphknotenschwellung bestehen. Sollte die Milz geschwollen sein, herrscht akute Gefahr auf einen Milzriss, weshalb schwere körperliche Belastung vermieden werden sollte. 

Bei einem chronischen Verlauf kann auch die Milzschwellung bestehen bleiben, was die leidenden Personen oftmals in ihrer Aktivität stark einschränkt. Die Medizin steht diesem Problem machtlos gegenüber. Denn es ist nicht der Virus, welcher hier für die anhaltenden Schmerzen sorgt. Dieser ist zu diesem Zeitpunkt schon abgeklungen. Schuld ist eine Überreaktion des Immunsystems. Deshalb muss so lange abgewartet werden, bis sich das Immunsystem von selbst wieder normalisiert. Unser Artikel wirft einen Blick auf den täglichen Kampf der Forschung gegen Viren und Bakterien. 

Mythen und Gerüchte über Pfeiffersches Drüsenfieber

Neben den genannten Symptomen kursieren allerlei Gerüchte über Pfeiffersches Drüsenfieber. So soll es zu Impotenz und Haarausfall führen und sogar Multiple Sklerose auslösen. All diese Behauptungen sind schlicht falsch oder nicht nachgewiesen. Es ist auch nicht möglich mehrmals an Pfeifferschem Drüsenfieber zu erkranken. Wer einmal erkrankt ist, braucht einen erneuten Ausbruch der Krankheit nicht zu fürchten. Unser Immunsystem ist so gut auf den Erreger geschult, dass es ihn beim ersten Anzeichen im Körper abtötet. Unser Quiz verrät Euch, wie es um Euer Immunsystem bestellt ist. 

Auch, dass bei Pfeifferschem Drüsenfieber besonders viel Eis gegessen werden muss, stimmt nicht. Allerdings hilft Eis gegen den belasteten Halsbereich, weswegen es auch nicht von Nachteil ist, hin und wieder ein Eis zu essen und dem Rachen eine Kühlung zu verschaffen. Ernähren solltet Ihr Euch allerdings in der Zeit nicht davon. Wichtig ist eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung mit vielen Ballaststoffen. Das Immunsystem benötigt jede Unterstützung, die es bekommen kann. Viele Vitamine sind also Pflicht. Zuletzt noch eine Bitte: Keine Selbstdiagnosen des Pfeifferschen Drüsenfiebers! Sucht lieber Euren Hausarzt auf, damit dieser das Pfeiffersche Drüsenfieber per Blutabnahme zweifelsfrei bestimmen kann.

Autor: Alexander Scherb