15. Juli 2021
Weicher Stuhlgang: Das sind die Ursachen

Weicher Stuhlgang: Das sind die Ursachen

Unser Stuhlgang sagt viel über unsere Gesundheit aus. Besonders in Bezug auf die Konsistenz des Stuhls fragen sich viele Menschen, was normal ist. Hier erfahren Sie, welche Ursachen weicher Stuhlgang hat und, auf welche Krankheiten dieser hinweisen kann.

Unser Stuhlgang entsteht bei den Verdauungsvorgängen im Darm und besteht zu 75 Prozent aus Wasser. Den festen Anteil bilden unter anderem unverdauliche Lebensmittelreste, Darmbakterien und abgestoßene Zellen der Darmschleimhaut. Da unser Stuhl maßgeblich von der Ernährung abhängt, ist die tägliche Stuhlmenge von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Normal sind zwischen 100 bis 250 Gramm pro Tag. Eine Stuhlfrequenz zwischen dreimal täglich bis dreimal in der Woche gilt als gesund.

Bestimmte Krankheiten verändern den Stuhl

Verschiedene Krankheiten können die Konsistenz unseres Stuhlgangs verändern. Blut oder Eiter im Stuhl kann beispielsweise auf Infektionen, Tumore, Hämorrhoiden oder eine Reizdarmerkrankung hinweisen. Wenn zudem Bauchkrämpfe hinzukommen, kann das ein Hinweis auf eine Darmentzündung oder eine chronisch entzündliche Darmkrankheit wie Morbus Crohn sein.

Normaler Stuhlgang

Gesunder Stuhlgang sollte gelblich braun bis dunkelbraun sein, eine weiche Konsistenz haben und klar geformt sein. Menschen, die sich ballaststoffreich ernähren, scheiden eine größere Menge Stuhl aus, als diejenigen mit einer ballaststoffarmen Ernährung.

Wenn sich Ihre Stuhlfrequenz deutlich erhöht oder die Konsistenz des Stuhlgangs dauerhaft ändert, dann ist eine Stuhluntersuchung sinnvoll. Nicht mehr normal ist ein breiiger und ungeformter Stuhlgang. In diesem Fall handelt es sich wahrscheinlich bereits um Durchfall, dessen Ursache ärztlich abgeklärt werden sollte. Dies gilt besonders, wenn der Durchfall häufiger auftritt oder länger als drei Tage anhält. Bei anhaltendem breiigen Stuhlgang drohen Nährstoff- und Wassermangel, die Symptomen wie Schwindel, Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme auslösen können. Betroffene verlieren häufig Gewicht und entwickeln aufgrund von Nährstoffmängeln weitere körperliche Symptome.

Ursachen von zu weichem Stuhlgang

Es wird zwischen chronisch zu weichem Stuhl und akuten Problemen unterschieden. Wenn der zu weiche Stuhlgang nur temporär auftritt, dann gibt es meist keinen Grund zur Sorge. Er kann folgende Ursachen haben:

Wenn Sie chronisch einen zu weichen Stuhlgang haben, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, da dies auch ein Zeichen für einige Erkrankungen sein kann. Chronisch zu weicher Stuhlgang kann folgende Ursachen haben:

  • Vitamin B-Mangel
  • Reizdarmsyndrom
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Lebensmittelunverträglichkeit
  • Bakterielle Fehlbesiedlung des Darms
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa)
  • Darmkrebs
  • Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose
  • Störungen der Darmbeweglichkeit

Auch die Einnahme von Magnesium kann den Stuhl weicher werden lassen oder Durchfall hervorrufen. Durch das Magnesium wird vermehrt Wasser in den Darm gezogen, welches dann mit dem Stuhl ausgeschieden wird.

Hier erfahren Sie, was die Farbe des Stuhls über Ihre Gesundheit aussagt >>

Was kann man gegen weichen Stuhlgang tun?

Wenn der weiche Stuhlgang keine medizinische Ursache hat, können Sie versuchen ihn mit bestimmten Lebensmitteln "anzudicken". Oft kann ein geriebener Apfel helfen, da dieser Pektin enthält, welches den Stuhl fester machen kann. Auch Nudeln, Reis, Bananen, Karotten, Leinsamen, Hülsenfrüchte, Trockenobst oder Weißbrot können helfen. Lebensmittel, die einen weichen Stuhl verursachen, sollten Sie hingegen meiden. Dazu zählen unter anderem Kaffee, Chili, Kohlgemüse, Alkohol, Milchprodukte und Zuckerersatzstoffe.
 
 
Wichtig: Eine Veränderung von Konsistenz oder Menge des Stuhls sollte immer ärztlich abgeklärt werden, da die Beschwerden auch auf ernste Erkrankungen hinweisen können.

Video: Der Weg der Nahrung – Schritt für Schritt

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