17. Juni 2021
Magen-Darm-Probleme als Ursache von Mundgeruch

Magen-Darm-Probleme als Ursache von Mundgeruch

Unter Mundgeruch leiden sehr viele Menschen. Nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für ihre Umwelt ist das sehr unangenehm. Doch nur selten liegt es an unzureichender Mundhygiene. Wir erklären, warum Mundgeruch ein Zeichen für Magen-Darm-Probleme sein kann und welche Tipps helfen können.

So entsteht Mundgeruch

Schlechter Atem am Morgen: Das Problem kennt wohl jeder. Der fiese Mundgeruch ist allerdings ganz normal, da sich nachts weniger Speichel im Mund befindet als tagsüber. Vor allem bei Menschen, die mit offenem Mund schlafen, können üble Gerüche dank der Bakterien im Mundraum entstehen.

Speichel sorgt dafür, dass Bakterien vom Mundraum in die Speiseröhre transportiert werden. Da er hingegen nachts fehlt und die Zunge sehr trocken wird, können die Mikroben auf den trockenen Schleimhäuten den unangenehmen Geruch produzieren. Die Bakterien ernähren sich von Speiseresten oder aber auch von menschlichen Zellen und Blut. Bei dieser Nahrungsaufnahme entstehen Substanzen wie Aceton, Sulfide und Fettsäuren, die in Kombination die Ursache für den schlechten Geruch in der Mundhöhle sind.

Falls ein penetranter, unangenehmer Mundgeruch auftreten sollte, sollten Sie vorerst Ihre Mundhygiene überprüfen. Hängen durch mangelnde Mundhygiene noch Speisereste zwischen den Zähnen, auf der Zunge oder in der Mundhöhle, könnten diese verkommen und den unangenehmen Geruch erzeugen. Wenn aber durch Zähneputzen, Mundspülungen und eine professionelle Zahnreinigung keine Besserung vorliegt, kann die Ursache für den üblen Mundgeruch auch eine Erkrankung sein.

Karies, Stoffwechselstörung, Diabetes, Lungenerkrankungen oder Nierenstörungen können Ursachen für den schlechten Geschmack und Geruch im Mund sein. Allerdings ist der Mundgeruch dann sehr prägnant und nicht nur morgens nach dem Aufwachen wahrzunehmen.

Mögliche Ursachen für den muffigen Geruch können auch Störungen im Magen-Darm-Bereich sein. Wir haben Erkrankungen zusammengetragen, die einen Einfluss auf den Atem haben können. Zusätzlich finden Sie ein paar hilfreiche Tipps gegen den Mundgeruch.

Magen-Darm-Erkrankungen mit Einfluss auf den Atem

Sodbrennen: Sodbrennen kann zu einem stark unangenehmen, säuerlichen Mundhauch führen. Vor allem, wenn Speisebrei und Magensäure in die Speiseröhre zurückfließen. Sie bemerken es an Schmerzen in der Brustmitte und saurem Aufstoßen. Das unangenehme Brennen kann auch entstehen, wenn Speisereste in der Speiseröhre hängen bleiben. Sie behindern dann den Nahrungsdurchgang und weitere Speisereste können sich verfangen. Das verstärkt den Geruch aus Mund und Nase, da sich die Lebensmittel im Körper zersetzen.

Zwerchfellbruch: Diese Störung liegt vor, wenn ein Teil des Magens am Übergang zur Speiseröhre durch das Zwerchfell in den Brustraum austritt. Das kann zu Sodbrennen mit saurem Aufstoßen führen, welches den schlechten Atem bedingt.

Magenschleimhautentzündung: Von dieser Krankheit besonders betroffen sind meist Raucher und Personen mit übermäßigem Alkoholkonsum, da diese beiden Suchtmittel die Schleimhaut reizen. Aber auch Lebensmittelvergiftungen können zu akuten Entzündungen der Magenschleimhaut führen. Bemerkbar macht sich die Krankheit durch einen starken Geruch aus Mund und Nase. Außerdem geht die Gastritis mit starken Schmerzen im Oberbauch, Völlegefühl und Sodbrennen einher.

Magengeschwür: Ein Magengeschwür kann zu einer Verengung des Magenausgangs führen. Die Folge sind gestauter Stuhlgang und dadurch schlechter Atem aus Mund und Nase sowie Sodbrennen. Erkennbar ist ein Magengeschwür an Schmerzen im Oberbauch, die während des Essens oder aber auch nachts auftreten können.

Darmverschluss: Aufgrund von Fremdkörpern kann es zu einem Verschluss des Dünn- oder Dickdarms kommen. Aber auch Verdrehungen oder Verwachsungen nach Operationen sowie Darmkrebs können zu einem Darmverschluss führen. Ein solcher geht mit Verstopfung, Fieber, krampfartigen Schmerzen und einem aufgeblähtem Bauch einher. Wenn der Stuhlgang sich aufgrund des Verschlusses in den Magen zurückstaut, entstehen unangenehm riechende Gerüche aus dem Mund. Das kann bei Betroffenen zu Übelkeit bis hin zu Erbrechen führen. Sollten Sie Anzeichen eines Darmverschlusses zeigen, ist Handlungsbedarf geboten, da es sich um einen akuten Notfall handelt.

Nahrungsmittelallergien: Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten können ebenso die Ursache für Verdauungsstörungen mit anschließendem Mundgeruch sein. Bei einer Unverträglichkeit können die Symptome sehr unterschiedlich ausfallen. Schlechter Atem ist nur ein Symptom neben allgemeiner Abgeschlagenheit, Völlegefühl, Blähungen, Aufstoßen, Hautreaktionen oder Bauchschmerzen. Achten Sie bei Ihrer Ernährung darauf, nach welchem Essen die Beschwerden auftreten.

Habe ich Mundgeruch? Machen Sie den Selbsttest!

Wenn Sie sich jetzt die Frage stellen, ob Ihr Geschmack im Mund normal ist oder ob Sie womöglich unter Mundgeruch leiden, können Sie es mit einem einfachen Mundgeruch-Selbsttest herausfinden:

  • Lecken Sie mit Ihrer Zunge übers Handgelenk. Warten Sie einen Augenblick, bis der Speichel getrocknet ist, danach riechen Sie an der Stelle. Ein unangenehmer Geruch deutet auf Mundgeruch hin.
  • Halten Sie Ihre Hände vor den Mund und pusten Sie kräftig in sie hinein. Stecken Sie dann Ihre Nase in die ausgeatmete Luft. Wenn Sie diese als schlecht empfinden, deutet dies auf Mundgeruch hin. Alternativ können Sie auch in eine Tüte atmen.
  • Nehmen Sie einen Zungenschaber oder ein Wattestäbchen und streifen vorsichtig ein wenig Belag vom hinteren Zungenrücken ab. Warten Sie kurz ab, ehe Sie an dem Schaber oder Stäbchen riechen.
  • Ein weiterer, schneller Trick gibt Ihnen ebenfalls Auskunft, ob Sie unter Mundgeruch leiden. Wenn Sie den unangenehmen Geruch auch bei geschlossenem Mund, und zwar über Ihre Nase wahrnehmen, handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit um krankhaften Mundgeruch.

Tipps bei Mundgeruch

  • Zahnarzt: Einmal jährlich sollte jeder zum Zahnarzt gehen, um sich Zahnstein entfernen und eine allgemeine Kontrolle des Gebisses durchführen zu lassen. Fragen Sie Ihren Zahnarzt auch nach den Medikamenten, die Sie einnehmen. Bestimmte Medikamente können in seltenen Fällen zu starkem Mundgeruch führen.
  • Zähne putzen: Es liegt auf der Hand und ist dennoch das A und O für einen sauberen Mund. Zwei bis dreimal täglich für drei bis fünf Minuten die Zähne zu putzen hilft, Bakterien zu entfernen und den Mund rein zu halten. Wechseln Sie auch Ihre Zahnbürste in regelmäßigen Abständen – spätestens nach drei Monaten. Wichtig ist ebenfalls, die Zahnzwischenräume nicht zu vergessen. Auch diese sollten täglich mit Zahnseide oder Interdentalbürsten gereinigt werden.
  • Zunge reinigen: Mit einer weichen Zahnbürste oder speziellen Zungenzahnbürsten können Sie Ihre Zunge regelmäßig gründlich putzen. Nahrungsreste und viele Bakterien, die für einen üblen Mundgeruch sorgen können, sind vor allem auf Ihrer Zunge zu finden.
  • Zuckerfreier Kaugummi: Eine gute Lösung für zwischendurch ist ein Zahnpflegekaugummi. Sei es nach einem Essen oder bei einem trockenen Mund. Kaugummi regt den Speichelfluss an, welcher wiederum die Bakterien aus dem Mund in den Körper spült und sorgt zusätzlich für frischen Atem.
  • Mundspülung: Für einen frischen Atem eignet sich auch eine Mundspülung, die gleichzeitig Bakterien im Mund bekämpft. Benutzen Sie diese jedoch nur einmal die Woche, da zu häufiges Benutzen das Gleichgewicht der Mundflora stören kann.
  • Trinken: Für die Gesundheit ist es generell wichtig, viel Flüssigkeit aufzunehmen. Wer unter Mundgeruch leidet, sollte darauf achten viel zu trinken, um den Mundraum stetig feucht zu halten. Das hilft, Bakterien und Nahrungsreste herunterzuspülen. Gesüßte Getränke eignen sich aber nicht, da sie Nährstoffboden für Bakterien sind.
  • Nahrung: Eine ausgewogene Ernährung ist hilfreich. Achten Sie auf viel Obst und Gemüse und verzichten Sie dagegen lieber auf stark gewürzte Nahrung. Auch stark eiweißreiche Nahrung sowie fetthaltiges Essen verursachen unangenehmen Mundgeruch. Außerdem ist regelmäßiges Essen wichtig bei Anzeichen von schlechtem Geruch. Fasten oder eine Diät führen zu einem übersäuerten Magen und der wiederum zu Mundgeruch.
    Auf Alkohol und Nikotin sollte weitestgehend verzichtet werden. Zwar offensichtlich, aber an dieser Stelle nochmal zu erwähnen ist, dass Knoblauch und Zwiebeln bis zu 72 Stunden lang einen schlechten Atem verursachen.
  • Hausmittel: Es gibt zahlreiche Hausmittel, die bei unangenehmem Mundgeruch Abhilfe schaffen:
    Das Kauen von Kaffeebohnen sowie Anis- und Fenchelsamen ist ein natürliches Mittel zum Neutralisieren der Säure beim Aufstoßen und für einen frischen Atem. Petersilie soll außerdem Knoblauchgeruch neutralisieren. Auch Salbeitee ist ein hilfreiches Hausmittel gegen Mundgeruch, da er für einen frischen Atem sorgt und antibakteriell wirkt. Ölziehen bindet Giftstoffe und schlecht riechende Substanzen im Mund. Nehmen Sie idealerweise kaltgepresstes Oliven- oder Sesamöl, was Sie für fünf bis zehn Minuten im Mund hin und her bewegen. Anschließend spucken Sie das Öl aus und spülen den Mund gut aus. Ein weiteres effektives Mittel gegen Mundgeruch ist Zitronensaft. Geben Sie etwas Saft in ein Wasserglas und spülen Sie den Mund regelmäßig durch. Die saure Zitrone hemmt das Bakterienwachstum und sorgt für Speichelfluss. Auch Ingwer ist ein tolles Hausmittel bei schlechtem Atem. Legen Sie ein kleines Stück in den Mund und kauen Sie darauf herum. Die Knolle wirkt antibakteriell und erfrischend.

Mundgeruch: Wann zum Arzt?

Wenn Sie über einen längeren Zeitraum unter Mundgeruch leiden, eine gründlichere Mundhygiene keine Linderung verschafft oder noch weitere Beschwerden wie Atembeschwerden, Kopf-, Glieder- und Bauchschmerzen oder Husten auftreten, sollten Sie Ihren Hausarzt oder Zahnarzt aufsuchen. Teilen Sie Ihrem Arzt mit, ob Sie Vorerkrankungen haben oder Medikamente einnehmen. Ebenfalls kann es hilfreich sein, wenn Sie Protokoll führen, wann und in welchem Umfang Sie Mundgeruch haben.

Video: Mundgeruch – Ursachen und was man dagegen tun kann

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