26. Mai 2021
Ahornsirup als Zuckerersatz: Wie gesund ist er?

Ist Ahornsirup eine ges√ľndere Zuckeralternative?

Ahornsirup ist zurzeit noch ein Geheimtipp, wurde in den letzten Jahren aber als Zuckerersatz immer beliebter.¬†Was macht ihn besonders? Ist der kanadische Sirup blo√ü ein weiteres ungesundes Zuckerersatzprodukt oder ist Ahornsirup wirklich ges√ľnder als Zucker?

Zucker hat mittlerweile keinen guten Stand mehr in unserer Gesellschaft. Und das zu Recht! Zu viele zucker- und fetthaltige Speisen machen dick und k√∂nnen im schlimmsten Fall zu Diabetes und anderen Krankheiten f√ľhren. Deshalb suchen immer mehr Menschen einen Ersatz f√ľr normalen Zucker. Neben Agavendicksaft, Stevia, Erythrit¬†und Honig gilt auch Ahornsirup als gesunder Zuckerersatz und nat√ľrliches S√ľ√üungsmittel. Doch ist der klebrige Saft des Ahorns wirklich ges√ľnder als normaler Zucker? Wir verraten es Ihnen.

Faktencheck Ahornsirup

- 100 g enthalten 265 kcal

- Glykämischer Index: mittel bis hoch

- Wirkt¬†antioxidativ und entz√ľndungshemmend

- Schmeckt besonders gut zu Pancakes und Joghurt

Herstellung: Wie wird Ahornsirup gewonnen?

Ahornsirup wird, wie der Name erahnen l√§sst, aus dem geerntetem Saft des Ahornbaumes gewonnen. F√ľr die Ernte gibt es nur das relativ kleine Zeitfenster von Ende Februar bis April. In dieser Zeit sind die N√§chte noch frostig, aber tags√ľber wird der Boden bereits von der Sonne erw√§rmt. Die perfekte Voraussetzung f√ľr die B√§ume, in denen sich nun die angesammelte St√§rke in Zucker umwandeln kann. F√ľr die Ernte werden die Ahornb√§ume mit Bohrl√∂chern versehen, in die man Zapfh√§hne steckt. Ist der Saft erst einmal abgezapft, muss schnell Sirup hergestellt werden. Ansonsten k√∂nnte der Saft zu g√§ren beginnen. Wichtig ist auch, dass die Bohrl√∂cher jedes Jahr an derselben Stelle gesetzt werden und nicht mehr als 40 Liter aus einem Baum abgezapft werden. Denn nur so ist es gew√§hrleistet, dass die Ernte auch im n√§chsten Jahr erfolgreich wird.

Was ist der beste Ahornsirup?

Abh√§ngig von der Erntezeit entstehen unterschiedliche Qualit√§tsstufen. So steht der Grad AA f√ľr einen hochklassigen¬†hellen Sirup¬†mit einem fein-milden¬†Aroma. Der Grad A ist qualitativ ebenfalls sehr hochwertig und hat einen milden Geschmack. Grad B ist dunkel und kr√§ftig im Geschmack. Grad C schmeckt w√ľrzig und sehr kr√§ftig.
Der gesammelte Pflanzensaft, der zum gr√∂√üten Teil aus Wasser besteht, wird traditionell durch Kochen √ľber einem Holzfeuer eingedickt. Durch das Kochen karamellisiert der Pflanzensaft zum Teil und verleiht¬†dem Ahornsirup eine feine Note. Kanada ist der weltweit gr√∂√üte Exporteur von Ahornsirup und gilt auch als dessen Mutterland. Doch Vorsicht: Der Begriff Ahornsirup ist nicht gesch√ľtzt. Da der Sirup recht teuer und aufwendig in der Herstellung ist, wurde er in den letzten Jahren immer h√§ufiger mit Zuckerwasser gestreckt. Dies verst√∂√üt gegen kein momentan g√ľltiges europ√§isches Gesetz. Wenn Sie beim n√§chsten Einkauf auf Nummer sicher gehen wollen, greifen Sie ausschlie√ülich zu Bio-Ahornsirup. Besonders beliebten¬†Ahornsirup in Bioqualit√§t finden Sie hier von Alnatura¬†oder Maple Farm.

So schmeckt Ahornsirup
Der Sirup aus Kanada hat einen ganz eigenen, nat√ľrlichen Geschmack, der sich sehr von Honig und anderen S√ľ√üungsmittel unterscheidet. Je dunkler der Sirup ist, desto kr√§ftiger und herber ist der S√ľ√üstoff im Geschmack. Die Alternative Honig hat einen weniger kr√§ftigen Eigengeschmack.

Inhaltsstoffe von Ahornsirup

Es sei hier direkt gesagt, dass Kanadischer Ahornsirup nicht als Allzweckwaffe gegen Zucker verwendet werden kann. Auch Ahornsirup besitzt einen hohen Beitrag an Zuckerstoffen. Genauer gesagt: 100 Gramm Ahornsirup enthalten 60 Gramm Kohlenhydrate. Davon sind 59 Gramm Saccharose und ein Gramm Fructose (Fruchtzucker). Saccharose ist ein Zweifachzucker, der aus Glucose und Fructose zusammengesetzt ist. Im Grunde genommen besteht das Lebensmittel damit zu 60 Prozent aus normalem Zucker. Deswegen darf er eigentlich auch nicht zu den Zuckeralternativen gezählt werden. Das kann man besonders gut am glykämischen Index, kurz GI, erkennen, bei dem Ahornsirup nicht sonderlich gut abschneidet. Der glykämische Index beschreibt Stoffe, die den Blutzuckerspiegel mehr oder weniger stark ansteigen lassen.

Was macht Ahornsirup so besonders?

Obwohl auch Ahornsirup zu gro√üen Teilen aus Zucker besteht, enth√§lt er zus√§tzliche N√§hrstoffe wie Vitamin B.¬†Ahornsirup gilt, ebenso wie Honig, als antiseptisch, also entz√ľndungshemmend. Zudem sind in ihm eine Menge Antioxidantien enthalten, welche freie Radikale in unserem K√∂rper fangen und abbauen. Ahornsirup wirkt damit dem Alterungsprozess entgegen. Allerdings ersch√∂pfen sich hier auch schon die positiven Eigenschaften der dicklichen Fl√ľssigkeit. Denn aufgrund der hohen Kaloriendichte¬†ist Ahornsirup nicht viel ges√ľnder als Zucker und sollte wie jener in m√∂glichst geringen Dosen konsumiert werden. Nat√ľrlich enth√§lt Ahornsirup noch eine Menge anderer positiver Mineralstoffe wie Eisen, Zink, Mangan, Kalium, Calcium und Magnesium. Diese sind allerdings nur in so geringen Mengen vorhanden, dass man Ahornsirup pur trinken m√ľsste, um im K√∂rper einen positiven Effekt zu erzeugen.

Ist Ahornsirup ges√ľnder als Haushaltszucker?

Trotz der im Ahornsirup enthaltenen Mikron√§hrstoffe √ľberwiegen die negativen Effekte aufgrund¬†des hohen Zuckeranteils. In einer gesunden Ern√§hrung sollte er nur in Ma√üen und als Genussmittel vorkommen. Dennoch hat Ahornsirup vergleichsweise wenig Kalorien, enth√§lt keinerlei Zus√§tze, Farb- oder Konservierungsstoffe. Obwohl Ahornsirup ein nat√ľrliches Produkt ist, sollte er sparsam eingesetzt werden. Denn die Nat√ľrlichkeit eines Lebensmittels sagt nichts √ľber seine gesunden oder ungesunden Eigenschaften aus. Lediglich die Inhaltsstoffe ‚Äď also Makron√§hrstoffe wie Kohlenhydrate, Proteine und Fetts√§uren, sowie Mikron√§hrstoffe wie Mineralstoffe und Vitamine ‚Äď bestimmen, ob ein Lebensmittel tendenziell als gesundheitsf√∂rderlich oder sch√§dlich angesehen werden kann.

Wie die meisten Zuckersorten und Zuckeralternativen geh√∂rt Ahornsirup zur Gruppe der Lebensmittel, die lediglich in Ma√üen genossen werden sollten. Man k√∂nnte als ges√ľnder als Haushaltszucker bezeichnen. In gr√∂√üeren Mengen ist er jedoch ebenfalls ungesund und f√∂rdert Krankheiten wie Diabetes Typ 2 und Fettleber.

Ist Ahornsirup ges√ľnder als Honig und andere Zuckeralternativen?

Ahornsirup hat aufgrund seines hohen Wassergehalts von 45 Prozent weniger Kalorien als Honig und deutlich weniger Kalorien als andere Zuckeralternativen. Das macht ihn jedoch nicht ges√ľnder, da Honig im Vergleich mehr wertvolle Inhaltsstoffe enth√§lt.

Kann man mit Ahornsirup backen?

Der Ahornsirup ist zum S√ľ√üen beim Backen eine gute¬†Alternative zu herk√∂mmlichem Zucker. Und auch f√ľr M√ľsli, Joghurt,¬†Waffeln oder Pancakes eignet sich Ahornsirup hervorragend als s√ľ√ües Topping.¬†Zu unserem Rezept f√ľr leckere¬†Pancakes schmeckt der Sirup beispielsweise besonders gut. Das von vielen versprochene Wundermittel ist Ahornsirup allerdings trotzdem nicht.

Video: S√ľ√ü und gesund: die besten Zuckeralternativen

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