1. April 2021
Calciummangel: Symptome, Ursachen und Behandlung

Calciummangel: Alles rund um Symptome, Ursachen und Behandlung

Für starke Knochen und Zähne benötigt unser Körper Calcium. Fehlt dieser Mineralstoff, kann es zu einem Calciummangel kommen. Anhand welcher körperlichen Anzeichen Sie diesen erkennen und in welchen Lebensmitteln besonders viel Calcium steckt, erfahren Sie hier.

Wofür benötigt unser Körper Calcium?

Calcium (Ca) ist ein Mineralstoff, der mengenmäßig am stärksten in unserem Körper zu finden ist. Die Hauptaufgabe von Calcium ist der Aufbau und Erhalt von Knochen und Zähnen. Hätten Sie es gewusst? Etwa 99 Prozent des gesamten Calciums in unserem Körper ist in unseren Knochen und Zähnen zu finden. Aber das „Knochenmineral“ wird auch für weitere Aufgaben wie die Blutgerinnung, die Muskel- und Nerventätigkeit, Abwehr von Entzündungen und Allergien sowie der Funktion von Herz, Lungen und Nieren benötigt. 

Von einem Calciummangel ist die Rede, wenn die Calciummenge im Blutserum unter 2,3 mmol/l (Millimol pro Liter) liegt. Ein langfristiger Mangel kann zu Entkalkung von Knochen und Zähnen führen. Das hat wiederum zur Folge, dass ein erhöhtes Risiko für Osteoporose, Knochenbrüche und Knochenverformungen besteht.

Symptome eines Calciummangels

Es gibt verschiedene Anzeichen, die auf einen Calciummangel hinweisen können. Dazu gehören:

  • Muskelkrampf, Muskelzittern
  • Brüchige Fingernägel
  • Haut- und Haarveränderungen
  • Karies, Parodontose
  • Herz- und Kreislaufprobleme 
  • Verdauungsstörungen
  • Psychische Störungen
  • Grauer Star
  • Störungen im Knochenstoffwechsel
  • Osteoporose, Rachitis

Da diese Beschwerden auch Warnsignale für andere Erkrankungen sein können, sollten Sie bei wiederkehrenden oder langanhaltenden Symptomen ärztlichen Rat einholen.

Ursachen eines Calciummangels

Unser Körper kann Calcium nicht selbst herstellen und muss ihn daher über die Nahrung aufnehmen. Aus diesem Grund ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung essentiell. Die Nationale Verzehrsstudie II im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) stellte fest, dass es nur jeder Zweite schafft, seinen Calciumbedarf über die Nahrung zu decken. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) beträgt der tägliche Wert 1000 mg. Bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 19 Jahren ist der Bedarf erhöht und liegt zwischen 1100 und 1200.

Es gibt verschiedene Ursachen, die zu einem Calciummangel beitragen. Dazu zählen:

  • zu geringer Verzehr von Milch- und Milchprodukten oder erhöhter Calciumbedarf, besonders bei Schwangeren, Stillenden und bei Kindern im Wachstum
  • Vitamin-D-Mangel: Vitamin D begünstigt die Aufnahme von Calcium aus der Nahrung
  • Hormonstörungen
  • Laktoseintoleranz
  • Zöliakie
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Erkrankungen an der Schilddrüse und Nebenschilddrüse
  • Erkrankungen der Nieren wie eine chronische Niereninsuffizienz
  • Einnahme bestimmter Medikamente wie Kortison oder harntreibende Mittel
  • Ernährungsstörungen wie Magersucht oder Bulimie

Calciummangel feststellen

Der Calciumwert im Blut besitzt wenig Aussagekraft über die Calciumversorgung, da – wie wir nun wissen – das meiste Calcium in den Knochen steckt. Im Blut befindet sich daher mehr oder weniger 1 Prozent des Mineralstoffs. Um nun aber festzustellen, ob ein Calciummangel vorliegt, kommt eine Knochendichtemessung infrage.

Diese wird allerdings nur von den Krankenkassen bezahlt, wenn Ihr Arzt einen konkreten Verdacht auf Osteoporose hat. Wer in Eigenleistung tritt, zahlt bis zu 40 Euro plus Praxisgebühren. Eine Knochendichtemessung ist eher bei älteren Menschen ratsam, da der Calciummangel bei Menschen im jungen und mittleren Alter selten so extrem ist, dass die Knochendichte auch messbar abgenommen hat.

In welchen Lebensmitteln steckt Calcium?

Um einen Calciummangel vorzubeugen, ist ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung die beste Voraussetzung. In diesen Lebensmitteln finden Sie besonders viel Calcium

  • Milch und Milchprodukte
  • Hart- und Schnittkäse wie Parmesan, Emmentaler oder Tilsiter sind besonders calciumreich. Eine Scheibe (30 g) Tilsiter hat rund 250 mg Calcium.
  • Pflanzliche Lebensmittel wie grünes Blattgemüse wie Grünkohl, Rucola oder Fenchel sowie Kräuter wie Petersilie oder Dill
  • Hülsenfrüchte wie Kichererbsen oder Sojabohnen und Getreide wie Amarant oder Quinoa
  • Nüsse wie Mandeln oder Haselnüsse
  • Calciumreiches Mineralwasser – achten Sie darauf, dass 500 mg Calcium pro Liter enthalten sind.

Video: So bleiben die Knochen stark – Tipps gegen Osteoporose

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