13. April 2021
Pilates: Auf die richtige Atmung kommt es an

So funktioniert die richtige Atmung beim Pilates

Beim Pilates spielt die Atmung eine wichtige Rolle. Wir haben mit Pilatestrainerin Natalia Cichos-Terrero über die richtige Atemtechnik gesprochen und sie gefragt, welche Tipps vor allem Anfänger befolgen sollten.

Auf sanfte, aber sehr wirkungsvolle Weise stärkt und dehnt Pilates den gesamten Körper und vor allem die Rücken- und Bauchmuskulatur. Dabei spielt die Atmung eine ganz wichtige Rolle. Wer das erste Mal auf der Fitnessmatte steht und Pilates ausprobiert, wundert sich möglicherweise zunächst über die besondere und ungewohnte Atemtechnik, die angewendet wird. Als Faustregel können Sie sich grob merken: Zu Beginn der jeweiligen Pilatesübung atmen Sie durch die Nase ein und während der Belastung mit leicht geöffnetem Mund wieder aus.

Pilates: die richtige Atemtechnik

Um mehr über die richtige Pilatesatmung zu erfahren, haben wir uns Rat bei einer Expertin geholt. Natalia Cichos-Terrero ist Pilatestrainerin und erklärt Ihnen ganz genau, worauf es bei der Atmung ankommt und welche hilfreichen Tipps vor allem Anfänger zu Beginn beherzigen sollen.

Liebe Frau Cichos-Terrero, können Sie uns erklären, warum die Atmung beim Pilates so entscheidend ist?

„Was die klassische Pilates-Methode von anderen Trainingsarten unterscheidet, sind die sechs Prinzipien: Kontrolle, Konzentration, Zentrierung, Präzision, Bewegungsfluss und eben auch die Atmung. Und für viele ist tatsächlich die Atmung mit das schwierigste anzuwendende Prinzip im Pilates-Training. Wichtig ist, dass die Atmung immer mit der Übung im Einklang sein sollte. Sie verstärkt die Effizienz der Übungen und verbessert die Kontrolle von Körperhaltung und -ausrichtung. Die Atmung ist auch essenziell, wenn es darum geht, das Powerhouse – die Tiefenmuskulatur – zu aktivieren und anzusteuern. Nur mit der richtigen Atmung kann die Bauchmuskulatur in einer gewissen Grundspannung gehalten und die Körpermitte stabilisiert werden.“

Wie funktioniert die korrekte Pilates-Atmung?

„Pilates geht von einer speziellen Atmung aus: der Flankenatmung.
Dabei wird durch die Nase in den seitlichen und hinteren Brustkorb ein- und durch den leicht geöffneten Mund wieder ausgeatmet. Beim Einatmen weitet sich der Brustkorb seitwärts, beim Ausatmen schließt er sich wieder und die Rippenbögen werden zueinander gezogen, wie kleine Magnete. Das gibt das Gefühl eines sich um die Körpermitte schließenden Korsetts.“

Gewusst wie: Pilates-Atmung mit Natalia Cichos-Terrero

Was sind Ihre Tipps, um die Atmung zu erlernen und leichter anzuwenden?

„Joseph Pilates, der Erfinder der Methode, verglich das Einatmen mit dem Aufblasen eines Luftballons. Es hilft also, sich beim Einatmen vorzustellen, die Lungen wären Luftballons, die man ganz aufblasen möchte. Es ist wichtig, tief einzuatmen und dabei zu denken, die Schultern nicht anzuheben, sondern die Schulterblätter in Richtung Po zu ziehen und den Nacken entspannt und die Wirbelsäule lang zu lassen. Beim Ausatmen kann man sich vorstellen, die Lungen wären wie ein Handtuch, das man auswringen möchte. Das hilft, die Lungen komplett zu leeren. Wichtig ist auch, den Mund beim Ausatmen nicht zu spitzen oder einen sogenannten Kussmund zu machen. Das sorgt nur für unnötige Spannung im Nacken. Besser ist es, sich vorzustellen, man pustet eine Kerze aus.

Wichtig beim Pilates-Training ist aber, überhaupt zu atmen und den Atem fließen zu lassen. Das vergessen leider viele, auch geübte. Wenn man die Atmung während einer Bewegung anhält, verbraucht man nur wertvolle Energie. Das Ergebnis ist weniger effizient und es kommt zum Stressaufbau im Körper.“

Natalia Cichos-Terrero
© Natalia Cichos-Terrero
Unsere Interviewpartnerin und Pilatestrainerin Natalia Cichos-Terrero. Sie gibt verschiedene Pilateskurse online.
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