ICD-Codes erweitert WHO: Burnout gilt nun offiziell als Krankheit

Seit vielen Jahren diskutieren Psychiater, Ärzte und andere Fachleute über Burnout als eigenständige Krankheit. Da das Syndrom in den letzten Jahren zugenommen hat und vermutlich sogar noch steigen wird, hat die WHO das Burnout-Syndrom in den neuen Katalog zur Klassifizierung von Krankheiten (ICD) aufgenommen.

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Viele Jahre stellten sich Fachleute die Frage, ob Burnout eine ernstzunehmende Krankheit sei oder nur ein Modebegriff für z.B. Depressionen. Jetzt hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) entschieden, die Krankheit erstmals anzuerkennen und in den Katalog zur Klassifizierung von Krankheiten aufzunehmen. Der neue Katalog, der ca. 55.000 Krankheiten, Symptome und Verletzungsursachen beinhaltet, wird im Januar 2022 erscheinen. Dann gilt Burnout nicht mehr als Zustandsbild mit der Klassifizierung Z, sondern als Krankheit. Im Katalog wird das Syndrom mit "Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet werden kann" definiert. 

3 Dimensionen von Burnout

Der seit den Neunzigerjahren bestehende Katalog hatte Burnout bisher nicht als Krankheit angesehen. Da die Zahlen der Arbeitsunfähgkeitsfälle im Bezug auf Burnout sich im letzten Jahrzehnt verdreifacht haben, wurde nun der ICD erweitert. Laut WHO hat die Krankheit drei Dimensionen:

  • ein Gefühl von Erschöpfung
  • ein verringertes berufliches Leistungsvermögen
  • eine zunehmende geistige Distanz oder negative Haltung zum eigenen Job
Die WHO betont, dass es sich dabei ausschließlich um den beruflichen Zusammenhang mit Burnout handle und nicht für andere Lebensbereiche gelte.

Weitere Änderungen im ICD-Katalog

Neben dem Burnout-Syndrom sollen noch weitere Krankheiten im neuen Katalog Platz finden. Künfitg soll Video- bzw. Onlinespielsucht offiziell diagnostiziert werden. Das betrifft Personen, die mehr als zwölf Monate alle anderen Aspekte ihres Lebens dem Spielen unterordnen. 

Ebenso wird zwanghaftes Sexualverhalten, z.B. durch übermäßigen Pornokonsum, als Gesundheitsstörung aufgenommen. Voraussetzung dafür ist, dass unter dem Zwang das Sozial-, Familien- und/oder Arbeitsleben leiden.

Im Katalogbereich der psychischen Störungen wird endlich die Transsexualität entfernt! 

Autor: Christina Liersch