Knochenschmerzen in den Wechseljahren

Knochenschmerzen in den Wechseljahren: Ursachen, Symptome und Behandlung

In den Wechseljahren unterliegt der weibliche Körper hormonellen Veränderungen, die bei betroffenen Frauen eine Reihe von Beschwerden verursachen können. Neben Symptomen wie Hitzewallungen und depressiven Verstimmungen können auch unsere Knochen in Mitleidenschaft gezogen werden. Doch was hilft bei Knochenschmerzen in den Wechseljahren? Wir klären über Ursachen, Symptome und Behandlung auf. 

Herzrasen, Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen – nach der Menopause kommt es bei Frauen zu hormonellen Veränderungen, die verschiedene psychische und physische Symptome hervorrufen können. Die Eierstöcke produzieren weniger Östrogen, bis die Hormonproduktion letztendlich vollständig eingestellt wird. Was viele nicht wissen: Sogar auf unsere Knochen können die Wechseljahre sich auswirken. Doch was passiert genau?

Ursachen für Knochenschmerzen in den Wechseljahren

Östrogene, die weiblichen Geschlechtshormone, erfüllen im Körper verschiedene Aufgaben, was auch der Grund dafür ist, dass sich der sinkende Östrogenspiegel in den Wechseljahren durch eine Reihe von Beschwerden äußern kann. Eine wichtige Rolle spielt das Östrogen zum Beispiel für unseren Knochenstoffwechsel: So hemmt es die Wirkung von knochenabbauenden Zellen, steigert die Durchblutung der Knochen und fördert die Calciumaufnahme aus dem Magen-Darm-Trakt. Der Mineralstoff dient als Baustein unserer Knochen und wird daher benötigt, um einem Knochenschwund, auch als Osteoporose bezeichnet, vorzubeugen.

Im Umkehrschluss sorgt ein niedriger Östrogenspiegel dafür, dass vermehrt Knochenmasse abgebaut wird – nach der Menopause können das ohne Hormonersatz jährlich zwischen ein und vier Prozent sein. Zudem werden die Knochen brüchiger und poröser. Diese Form der Osteoporose wird auch postmenopausale Osteoporose genannt. Zwar bekommen nicht alle Frauen in den Wechseljahren einen Knochenschwund, allerdings ist das Risiko stark erhöht.

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Symptome von Knochenschmerzen

In den meisten Fällen wird eine Osteoporose erst spät erkannt, da es sich dabei um eine schleichende Erkrankung handelt. Ein typisches Symptom, an dem man die Erkrankung in den Wechseljahren erkennen kann, sind akute und starke Knochenschmerzen – diese treten oftmals als starke Rückenschmerzen auf, die durch Wirbelkörperfrakturen hervorgerufen werden. Bei vielen Osteoporose-Betroffenen krümmt sich mit Fortschreiten der Erkrankung auch die Wirbelsäule. Häufig werden auch Oberschenkelbrüche durch den Knochenschwund verursacht – durch diese kommt es in vielen Fällen erst zur Diagnose.

Je eher eine Osteoporose-Erkrankung als solche erkannt wird, desto besser lässt sie sich behandeln und Knochenbrüchen kann vorgebeugt werden. Aus diesem Grund ergibt eine Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) für Frauen in den Wechseljahren Sinn. Diese gibt Ihnen Aufschluss über Ihr individuelles Osteoporose-Risiko. 

Osteoporose in den Wechseljahren vorbeugen

Eine gesunde und nährstoffreiche Ernährung ist essenziell für einen gesunden Körper – das ist immer so. Allerdings ist die Zufuhr bestimmter Nährstoffe besonders in der Menopause von Bedeutung, um Erkrankungen vorzubeugen. Achten Sie hier vor allem auf eine ausreichende Zufuhr von calciumreichen Lebensmitteln wie Milchprodukten, Nüssen, grünem Gemüse wie Brokkoli oder Hülsenfrüchten. Auch eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D ist von großer Bedeutung, da Vitamin D die Einlagerung von Calcium in den Knochen fördert. Das sogenannte Sonnenvitamin bildet unser Körper überwiegend durch Sonneneinstrahlung, aber es ist in geringen Mengen auch in Lebensmitteln wie fettreichem Fisch wie Lachs oder Eigelb enthalten. Da es schwierig ist, den Vitamin-D-Bedarf ausschließlich über die Ernährung zu decken, sollten Frauen in den Wechseljahren nach Absprache mit Ihrem Arzt gegebenenfalls Vitamin-D-Präparate einnehmen. 

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Das Risiko, an Osteoporose zu erkranken, können Frauen in den Wechseljahren außerdem senken, indem sie eine Hormonersatztherapie machen. Mit dieser kann der Östrogenspiegel ausgeglichen werden. Hier sollten jedoch Kosten und Nutzen abgewägt werden, da die Hormonersatztherapie unter anderem das Brustrisiko erhöhen kann – auch noch Jahre nach der Behandlung.

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Osteoporose in den Wechseljahren behandeln

Das A und O in der Behandlung von Osteoporose ist das Vermeiden von Stürzen. Mithilfe von Sport und Physiotherapie können Betroffene Muskeln aufbauen und ihre Koordination verbessern. Obendrein ist eine barrierefreie Wohnung bei einer fortgeschrittenen Erkrankung wichtig, um die Verletzungsgefahr zu senken – denn die meisten Unfälle und Stürze passieren im eigenen Zuhause.

Zudem gibt es bestimmte Medikamente, um dem Knochenabbau entgegenzuwirken. Welche geeignet sind, weiß der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin. Im Falle von Wirbelkörperfrakturen kann die Wirbelsäule bei einer Operation stabilisiert werden.

Auch interessant: In dem Podcast "Crazy Sexy Wechseljahre" werden regelmäßig spannende Themen rund um die Wechseljahre behandelt. 

Video: So bleiben die Knochen stark! Tipps gegen Osteoporose

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