Hormone Testosteronüberschuss: Das hilft gegen den Hormonüberschuss!

Testosteron ist bekannt als Hormon, das Männern Muskeln wachsen und die Stimme tiefer klingen lässt. Frauen besitzen jedoch auch einen gewissen Anteil an Testosteron im Körper. Manchmal kann es passieren, dass das empfindliche Hormongleichgewicht durcheinander gerät. Wie ein Testosteronüberschuss erkennbar ist und was dagegen hilft, lesen Sie hier!

Unreine_Haut

Was ist Testosteron?

Sowohl Männer als auch Frauen verfügen über das Hormon Testosteron, jedoch in unterschiedlichen Mengen. Im männlichen Körper wird das Hormon in den Hoden, im weiblichen Körper in den Eierstöcken und in den Nebennieren gebildet. In der Pubertät sorgt Testosteron dafür, dass das Körperwachstum einsetzt, sich die Scham-, Achsel- und Beinbehaarung vermehrt und sich der Sexualtrieb entwickelt. Testosteron ist ebenfalls zuständig für das Muskelwachstum, dem Abbau von Körperfett, der Energieumwandlung, sowie der Denk- und Konzentrationsfähigkeit. Auf der anderen Seite kann Testosteron aber auch für unreine Haut und Haarausfall sorgen. Bei Männern sorgt das Hormon ebenfalls noch für die Entwicklung der Geschlechtsorgane, die Samenproduktion und für das männliche Aussehen. 

Testosteron im weiblichen Körper

Mit dem ersten Zyklustag, dem Einsetzen der Periode, steigt auch der Testosteronwert im Körper wieder an und erreicht seinen Höhepunkt am Tag des Eisprungs. In dieser Zeit ist durch das steigende Testosteron das Verlangen nach Sex am größten. Besteht der Verdacht auf einen erhöhten Testosteronwert, wird dieser zwischen dem dritten und fünften Tag per Blutuntersuchung gemessen. Die optimalen Werte liegen bei 0,14 bis 0,76 µg/l. Bei mehr also 0,76 µg/l spricht man von einem Testosteronüberschuss. Häufig kann dadurch auch ein Östrogenüberschuss entstehen, da das Östrogen aus dem Testosteron gebildet wird.

In der zweiten Zyklushälfte fällt der Testosteronspiegel bis zur Periode wieder ab. In dieser Zeit wird das Testosteron zu Dihydrotestosteron (DHT) umgewandelt, welches die Talgproduktion steuert. Ist zu viel Testosteron vorhanden, wirkt sich das negativ auf die Talgproduktion aus: Es entsteht mehr Talg in den Hautdrüsen. Diese verstopfen und bilden einen Nährboden für Bakterien, wodurch kleine Entzündungen bzw. Pickel entstehen. Setzt im Durchschnitt nach weiteren 14 Tagen die Periode ein, steigt der Testosteronwert wieder an.

Testosteronüberschuss: Symptome

Ein erhöhter Testosteronwert kann folgende Symptome mit sich bringen:

  • Pickel und Akne im Gesicht, De­kolle­té und auf dem Rücken
  • Haarausfall auf dem Kopf
  • Vermehrte Behaarung, z. B. stärkere Achsel-, Bein- und Schambehaarung, Flaum an der Oberlippe, leichte Behaarung auf der Brust oder zwischen Bauch und Intimbereich
  • Störung der Libido, z. B. zu stark oder zu wenig ausgeprägtes Sexualverlangen
  • Zyklusstörungen, z. B. Ausbleiben der Periode über mehrere Zyklen
  • Zysten im Eierstock
  • Verminderte Fruchtbarkeit aufgrund ausbleibender Eisprünge
  • PCOS 
  • Ausbildung männlicher Erscheinungsmerkmale, z. B. tiefere Stimme
  • Vergrößerung der Klitoris

Einfluss von hormoneller Verhütung auf den Testosteronwert

Setzen Frauen hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille, Hormonspirale oder den Nuva-Ring ab, passiert es häufig, dass das Hormonsystem durcheinandergerät und Testosteron gegenüber anderen Hormonen dominiert. Im Normalfall pendeln sich die Hormone ungefähr innerhalb eines halben Jahres wieder ein. Bei manchen Frauen kann dies aber auch schneller oder langsamer verlaufen, schließlich ist jeder Körper anders. Nach dem Absetzen des Verhütungsmittels ist es das Testosteron, welches häufig für Pickel, Akne, Haarausfall und Zyklusstörungen sorgt. Pendeln sich die Hormone nicht selbstständig ein, ist es ratsam, einen Gynäkologen oder Endokrinologen auszusuchen.

Testosteron wieder in Balance bringen

Um die Regeneration des Körpers zu unterstützen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die wir einmal kurz vorstellen:

  1. Dem Körper Zeit geben
    Wichtig ist es, dem Körper genügend Zeit zur Regeneration zu geben. Den Körper können Sie zusätzlich durch ausreichend Schlaf, gesunder Ernährung und genügend Nährstoffe, Sport und Stressreduktion unterstützen. Ein gesunder und ausgewogener Lebensstil wirkt sich am besten auf die Regulierung der Hormone aus.
     
  2. Auf den Zink-Haushalt achten 
    Zink ist nach Eisen eines der häufigsten Spurenelemente im menschlichen Körper. Es kann den Testosteronspiegel steigern, da durch das Zink ein Enzym zur Bildung von Testosteron angeregt wird. Jedoch reguliert es den Testosteronhaushalt, ohne dass das Hormon anschließend im Überschuss vorhanden ist. Zink kommt in Lebensmitteln wie Kürbiskernen, Linsen, Haferflocken, Paranüssen und Fleisch vor.
     
  3. Insulinausschüttung eindämmen
    Wie die mögliche Insulinresistenz beim PCO-Syndrom kann auch beim alleinigen Testosteronüberschuss die Insulinausschüttung ein Grund für zu viele androgene (männliche) Hormone sein. Insulin besitzt einen androgenproduzierenden Effekt. Das bedeutet, dass bei erhöhter Insulinbildung auch vermehrt Androgene gebildet werden. Sinnvoll ist es daher, Lebensmittel, die den Blutzuckerspiegel stark ansteigen zu lassen, zu meiden. Das sind vor allem Weißmehlprodukte, raffinierter Zucker, Junk und Fast Food, Säfte und gezuckerte Getränke.
     
  4. Östrogen steigern durch Lebensmittel
    Sojaprodukte wie Tofu, Sojamilch, vegetarische Würstchen oder Cerealien enthalten Phytoöstrogene, die sich im Körper positiv auf die Senkung des Testosteronspiegels auswirken. Ein erhöhter Konsum von Sojaprodukten kann jedoch auch die Schilddrüsenfunktion stören oder bei empfindlichen Personen zu Magen-Darm-Problemen führen.
     
  5. Auf Omega-3-Fettsäuren und Lignane setzen
    Diese Fettsäuren wirken entzündungshemmend im Körper und sogenannte Lignane, z. B. aus Leinsamen oder Sesamsamen, können die Produktion von Östrogen stimulieren. Die Lignane können ebenfalls das freie Testosteron reduzieren und die Umwandlung in Dihydrotestosteron reduzieren. Dagegen sollten Omega-6-Fettsäuren und Lebensmittel mit Cholesterin seltener auf dem Speiseplan stehen.
     
  6. Pflanzliche Wirkstoffe
    Pflanzen wie Sägepalme, Mönchspfeffer, Schlangenwurzel, Lakritz, Pfefferminz und Lavendel können sich ebenfalls positiv auf den Hormonhaushalt auswirken. Wenden Sie sich dazu am besten an Ihren Arzt, da auch pflanzliche Mittel unterschiedlich stark wirken können.

Datum: 12.12.2019

Autor: Christina Liersch