Hormonelle Verhütung Diese 5 Dinge beeinflussen die Wirkung der Pille

Die Pille zählt zu den beliebtesten Verhütungsmitteln. Um den bestmöglichen Schutz zu gewährleisten, sollten Sie auf diese 5 Dinge achten, da sie die Wirkung der Pille beeinflussen können.

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Die Anti-Baby-Pille zählt zu den sichersten und beliebtesten Verhütungsmitteln. Mithilfe von Östrogenen und Gestagenen täuscht die Pille dem Körper eine Schwangerschaft vor und verhindert so, dass es zu einem Eisprung kommt. Dadurch baut sich keine natürliche Gebärmutterschleimhaut auf, da sich auch keine Eizelle auf eine Befruchtung vorbereiten muss. 

Damit jedoch ein durchgehender Schutz der Pille gewährleistet werden kann, muss diese am besten immer zur gleichen Uhrzeit einmal täglich genommen werden. Allerdings gibt es auch andere Substanzen und Umstände, die die Wirkung der Pille stören können.

 

1. Antibiotika und die Pille

Antibiotika mit den Wirkstoffen Penicillin und Tetracyclin können die Wirkung der Pille herabsetzen. Die zugeführten Hormone werden in der Leberpassage zum Teil mit Schwefel- und Glucuronsäure konjugiert und anschließend über den Darm ausgeschieden. Eine zweite Möglichkeit ist, dass Antibiotika die Funktion der Darmflora beeinträchtigen können. Somit wird die Aufnahme der Hormone erschwert, was ebenfalls die Wirksamkeit der Pille erschwert. 

2. Andere Medikamente mit der Pille kombinieren

Auch die Kombination mit anderen Medikamenten kann dafür sorgen, dass die Pille nicht mehr richtig wirkt. Wenn Sie andere Medikamente einnehmen müssen, fragen Sie immer bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, ob es zu Wechselwirkungen kommen kann. Bestimmte Schmerzmittel, Abführmittel, Antidepressiva oder Beruhigungs- und Schlafmittel können auf die Pille einwirken. Ein Blick in den Beipackzettel kann ebenfalls sinnvoll sein.
 

3. Wirkstoffe aus Lebensmitteln können Wechselwirkungen verursachen

Die Grapefruit ist zwar gesund und steckt voller Nährstoffe, kann aber auch die Wirksamkeit von Medikamenten beeinträchtigen. Bei der Pille sollen bestimmte Inhaltsstoffe der Frucht die Wirkung der Anti-Baby-Pille nicht verringern, dafür kann es aber passieren, dass der Östrogengehalt im Blut rasant ansteigt. Die Folgen reichen von kurzfristigem Brustspannen bis hin zu einem langfristig erhöhtem Thromboserisiko. Meiden Sie, wenn Sie die Pille nehmen, daher am besten die Grapefruit oder essen Sie sie spätestens vier bis sechs Stunden vor der Einnahme. 

4. Durchfall und Erbrechen setzen die Wirksamkeit herab

Ob Magen-Darm-Grippe, ein schlecht vertragenes Lebensmittel oder Übelkeit durch z. B. Autofahren: Sollten Sie sich innerhalb der nächsten sechs Stunden nach der Einnahme der Pille erbrechen, ist das Risiko da, dass die Pille nicht richtig wirken konnte. 
Dies gilt auch für wässrige Durchfälle. Ein einmaliger Durchfall gilt als unbedenklich. Sollte es am Tag jedoch häufiger zu Durchfall kommen, z. B. bei einer Magen-Darm-Grippe oder Lebensmittelvergiftung, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die Pille nicht vollständig wirken konnte. Kontaktieren Sie im Zweifelsfall Ihren Frauenarzt oder fragen Sie in der nächsten Apotheke, wie Sie als Nächstes vorgehen sollten.

5. Aktivkohle hemmt die Wirkstoffe der Pille

Vor einiger Zeit gab es den Trend, in Smoothies, Brotteig oder Porridge Aktivkohle zu mischen, um dem Ganzen ein schönes Schwarz zu verleihen. Ein echter Hingucker! Allerdings nicht für die Gesundheit. Ein übermäßiger Aktivkohleverzehr hat nämlich zur Folge, dass Nährstoffe und auch die Wirkstoffe der Pille und anderer Medikamente nicht mehr aufgenommen werden können. Grund dafür ist, dass die Aktivkohle nicht zwischen guten und schlechten Stoffen im Magen-Darm-Trakt unterscheidet und einfach alles "einfängt". Sollten Sie dennoch zu Aktivkohle greifen müssen, z. B. bei einer Vergiftung, sprechen Sie zusätzlich mit Ihrem Arzt!

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Datum: 13.10.2020
Autorin: Christina Liersch