Entspannt durch die Wechseljahre Gelassenheit in den Wechseljahren

Etwa jede dritte Frau leidet in ihren Wechseljahren unter Beschwerden, doch darüber hinaus gibt es auch durchaus positive Seiten, welche die Veränderungen in den Wechseljahren mit sich bringen. Das beste Mittel: eine positive Lebenseinstellung.

Frau mit grauen Haaren und geschlossenen Augen hebt dem Kopf zum Himmel und entspannt

Mehrheitlich gelassen

Die meisten Frauen kommen mit diesem Prozess gut klar. Viel Bewegung und Sport stabilisieren die Laune und senken das nach den Wechseljahren erhöhte Risiko, an Osteoporose oder einer Herz- Kreislauf-Schwäche zu erkranken. Ausgewogen zu essen, beugt einer Gewichtszunahme in den Wechseljahren vor. Ein paar Rundungen mehr sind aber normal. Generell zeigen Studien: Entgegen der verbreiteten Sorge nehmen manche Frauen auch ab. Und: Je offener und positiver Frauen mit dem Klimakterium umgehen, desto weniger leiden sie. Einer von drei Frauen gelingt das nicht. Ihre Beschwerden sind so massiv, dass Verhaltensänderungen im Alltag und homöopathische oder pflanzliche Präparate allein nicht wirken. „Dann kann eine Hormontherapie helfen“, sagt Prof. Olaf Ortmann, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde der Universität Regensburg am Caritas-Krankenhaus St. Josef. Er hat die Arbeiten an den ärztlichen Leitlinien für die Hormontherapie in den Wechseljahren koordiniert. Infrage kommen Tabletten und Hormonpflaster. „Die Symptome sind dann häufig wie weggeblasen“, verspricht Ortmann. Gegen Scheidentrockenheit empfiehlt er eine vaginale Östrogenanwendung.
 

Die individuelle Therapie

Wichtig sei, die Therapie auf die Bedürfnisse der Frau abzustimmen, so Ortmann. „Die Zeiten, in denen Hormone ausschließlich vorbeugend verordnet wurden, sind lange vorbei.“ Denn eine Hormontherapie mit einer Östrogen-Gestagen-Kombination kann das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, erhöhen. Das belegen mehrere Studien. In absoluten Zahlen heißt das: Von 10 000 Frauen, die fünf Jahre eine Hormon-Kombi-Therapie machen, erkranken pro Jahr dreizehn an Brustkrebs – von den Frauen ohne nur acht.
 

Ein Neuanfang im Leben

Es lohnt sich also, herauszufinden, was Ihnen noch guttut: ob pflanzliche Mittel gegen Wechseljahrsbeschwerden, Kneippkuren oder Yoga. Garantiert keine Nebenwirkungen hat es, mit anderen Frauen über alles zu reden, was Sie bewegt. Wechseljahrberaterin Dorli Lechner erinnert sich, wie eine Frau sich nach einem Vortrag bei ihr bedankte: „Jetzt weiß ich endlich, dass ich nicht verrückt bin.“ Die Wechseljahre bieten die Chance, klarer zu sehen, was wirklich zählt. Altes loszulassen, Neues anzupacken. „Das ist wie eine Häutung. Man kommt zum Kern“, sagt Dorli Lechner. Und irgendwann hat jede den Übergang geschafft. „Die meisten Frauen fühlen sich danach wieder voller Tatkraft. Klar ist man öfter mal müde. Aber das sind normale Alterserscheinungen.“
Kollegin Cordula bietet reihum Tee an. Und lacht schon wieder.

Autor: Sabine Henning