15. September 2021
Häufiger Stuhlgang als Anzeichen von Krankheiten

Häufiger Stuhlgang kann ein Anzeichen für diese Krankheiten sein

Eine gut funktionierende Verdauung ist wichtig für einen gesunden Körper. Aber ist es ein Grund zur Sorge, wenn man mehrmals täglich für das große Geschäft auf die Toilette muss? Wir erklären, wann häufiger Stuhlgang ein Anzeichen von Krankheiten ist.

Eine funktionierende Verdauung ist wichtig für unsere Gesundheit, denn sie ist die Grundlage für einen gesunden Stoffwechsel und ein intaktes Immunsystem. Eine allgemeingültige Aussage darüber, wie oft man das große Geschäft verrichten sollte, lässt sich allerdings nicht treffen. Wer seinen Darm zwischen dreimal täglich und dreimal wöchentlich entleert, muss sich in der Regel keine Sorgen machen. Aber was, wenn man öfter muss? In manchen Fällen kann häufiger Stuhlgang auch auf verschiedene Krankheiten hinweisen.

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Häufiger Stuhlgang als Anzeichen von Krankheiten

Reizdarm-Syndrom

Wer ungewöhnlich häufig auf Toilette geht und seinen Darm mehr als dreimal täglich entleert, der könnte unter einem Reizdarm-Syndrom leiden. Es handelt sich dabei um eine Funktionsstörung des Darms und die am häufigsten gestellte Diagnose in Bezug auf Magen-Darm-Erkrankungen. Die Ursachen für das Reizdarm-Syndrom sind verschieden: Die Veranlagung kann vererbt werden, sie kann durch eine Entzündung der Darmschleimhaut begünstigt werden, aber auch Faktoren wie chronischer Stress, Depressionen oder Angststörungen können eine Rolle spielen. Neben veränderten Stuhlgewohnheiten wie häufigem Stuhlgang, Durchfall oder Verstopfungen können weitere Symptome wie Bauchschmerzen, Blähungen und Übelkeit auftreten.

Lebensmittelunverträglichkeit

Oft verbirgt sich auch eine Lebensmittelunverträglichkeit hinter Beschwerden wie häufigem Stuhlgang, weichem Stuhl oder Durchfall. Meist handelt es sich um eine Laktoseintoleranz oder eine Glutenunverträglichkeit (Zöliakie). Im Falle einer Intoleranz treten kurz nach dem Verzehr entsprechender Lebensmittel abgesehen von Durchfall und Co. Verdauungsbeschwerden wie Bauchschmerzen und -krämpfe, Blähungen sowie Sodbrennen auf. Wenn Sie vermuten unter einer Unverträglichkeit zu leiden, können Sie als ersten Schritt ein Ernährungstagebuch führen, in dem Sie aufschreiben, nach welchen Lebensmitteln Sie mit welchen Symptomen reagieren. Anschließend kann ein Arztbesuch Aufschluss über die Ursache für Ihre Beschwerden geben.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Wenn sich die Häufigkeit und Konsistenz Ihres Stuhls verändert, kann dies ein Anzeichen für chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa sein. Das Beschwerdebild der Erkrankungen unterscheidet sich, jedoch können bei beiden Magen-Darmprobleme wie häufiger Stuhlgang und Durchfall, Bauchschmerzen und Übelkeit auftreten. Auch Beschwerden wie ein ungewollter Gewichtsverlust, ein allgemeines Krankheitsgefühl sowie Fieber sind möglich. Wer unter den genannten Symptomen leidet, sollte einen Arzt aufsuchen: Dieser kann der Ursache mithilfe einer Stuhluntersuchung sowie einer Darmspiegelung (Koloskopie) auf den Grund gehen. 

Magen-Darm-Infektion

Für kurzzeitige Veränderungen des Stuhls kann eine Magen-Darm-Infektion sorgen. Typisch für die Erkrankung sind plötzlich auftretende Symptome des Magen-Darm-Traktes wie Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall sowie ein starkes Schwäche- und Krankheitsgefühl. Leiden Sie unter einer Infektion, sollten die Beschwerden innerhalb von wenigen Tagen abklingen. Wenn dies nicht der Fall ist und weitere Symptome wie beispielsweise Blut im Stuhl oder Vergiftungserscheinungen auftreten, sollten Sie sich ärztlichen Rat einholen. 

Tumorerkrankungen

In selteneren Fällen können Veränderungen der Stuhlgewohnheiten ebenso ein Anzeichen für Tumorerkrankungen wie Darmkrebs sein. Wenn Sie also Beschwerden wie Durchfall, Verstopfungen, Bauchkrämpfe und -schmerzen, ungewollten Gewichtsverlust oder Blut im Stuhl bei sich feststellen, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen, um ernste Erkrankungen als Ursache ausschließen zu können.

Weitere Ursachen für anhaltend häufigen Stuhlgang

  • Bandscheibenvorfall
  • Operationen am After
  • Hämorrhoiden
  • Nervenkrankheiten wie Parkinson oder Multiple Sklerose
  • Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse
  • Gallensalzmalabsorption
  • Schäden der Muskel- oder Beckennerven nach einer schwierigen Geburt
  • Schleimhautvorfall
  • hohes Alter

Video: Wunderwerk Verdauung – der Weg der Nahrung Schritt für Schritt

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