Darmgesundheit Fettstuhl: Das sind die Ursachen für Steatorrhoe

Fettstuhl ist meist die Folge einer Fettverdauungsstörung und kann auf verschiedene Krankheiten hinweisen. Hier erfahren Sie, was Fettstuhl eigentlich ist und welche Ursachen er haben kann.

Bauchschmerzen-Toilette

Da unser Darm und speziell unser Stuhlgang viel über unsere Gesundheit aussagen, lohnt sich ein Blick in die Toilette. Wenn es zu langfristigen Veränderungen des Stuhls kommt, kann auch eine ernste Ursache dahinterstecken. Ein Anzeichen für verschiedene Krankheiten kann beispielsweise der sogenannte Fettstuhl (Steatorrhoe) sein.

Was ist Fettstuhl?

Unter Fettstuhl, auch Pankreasstuhl genannt, versteht man die krankhafte Erhöhung des Fettgehalts im Stuhl, meist als Folge einer Fettverdauungsstörung (Malassimilation), die durch verschiedene Ursachen hervorgerufen werden kann. Typische Merkmale des Fettstuhls sind eine schleimige, schmierige Konsistenz, eine gelbe bis lehmartige Farbe und ein unangenehmer Geruch. Oft hinterlässt der Stuhl außerdem einen Fettfilm im Toilettenwasser oder bleibt an der Toilettenschüssel kleben. Symptome bei Fettstuhl können Bauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl und Durchfall sein. Man unterscheidet zwei verschiedene Formen des Fettstuhls:

  1. Maldigestion: Bei der Maldigestion ist die Verdauung gestört, da für die Fettverdauung wichtige Enzyme (Lipasen) fehlen.
  2. Malabsorption: Bei der Malabsorption ist die Verdauung nicht gestört, aber die Fette können nicht oder nur wenig vom Körper aufgenommen werden.

Was sind die Ursachen von Fettstuhl?

Die Behandlung des Fettstuhls ist abhängig von der jeweiligen Ursache. Die häufigsten Ursachen für Fettstuhl sind:
 
  • Glutenunverträglichkeit (Zöliakie): Wenn Sie eine Glutenunverträglichkeit haben und trotzdem Gluten zu sich nehmen, können Entzündungen entstehen, die die Darmoberfläche schädigen. Das führt dazu, dass Fette nicht vom Körper aufgenommen werden. In diesem Fall ist der Verzicht auf Gluten die einzige Möglichkeit der Behandlung.
  • Exokrine Pankreasinsuffizienz: Auch die exokrine Pankreasinsuffizienz kann einen Fettstuhl hervorrufen, da bei dieser Erkrankung nicht genug Verdauungsenzyme produziert werden. Eine Heilung dieser Bauchspeicheldrüsenschwäche ist nicht möglich, sie kann allerdings mithilfe einer Enzymersatztherapie behandelt werden, bei der dem Körper die fehlenden Enzyme zugeführt werden. 
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitits): Bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung kommt es zu Fettstuhl, da die Bauchspeicheldrüse keine Lipasen mehr produziert. Die Nahrungsfette werden oft direkt und unverdaut ausgeschieden. In diesem Fall sollten Sie bis zu Ihrer Genesung ausschließlich Schonkost zu sich nehmen.
  • Gallensteine: Auch Gallenseine können der Auslöser des Fettstuhls sein, da diese die abführenden Gänge blockieren können. Damit wird der Gallenflüssigkeit der Weg in den Verdauungstrakt versperrt. Ohne ausreichende Gallenflüssigkeit kommt es zu Verdauungsstörungen. Hier muss die Ursache bekämpft werden, indem man die Gallensteine entfernen lässt.
  • Entzündung der Gallenwege (Cholangitis): Durch Gallensteine oder Bakterien kann eine Entzündung der Gallenwege entstehen, deren Symptome Fieber, Oberbauchschmerzen, Gelbfärbung der Haut und auch Verdauungsbeschwerden wie Fettstühle sind. Die Entzündung kann mithilfe eines Antibiotikums behandelt werden.
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Chron: Wenn Sie an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung wie beispielsweise Morbus Chron leiden, ist Ihre Verdauung durch ständige Entzündungen, die im gesamten Verdauungstrakt auftreten können, gestört. Die Krankheit tritt in Schüben auf und ist nicht heilbar. Symptome können jedoch durch die Einnahme entzündungshemmender Medikamente gelindert werden. 
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom): Fettstuhl kann auch ein Anzeichen für  Bauchspeicheldrüsenkrebs sein, da dieser zu Verdauungsstörungen führen kann. Neben der operativen Entfernung des Tumors oder der Tumore kann der Fettstuhl auch mit einer Enzymersatztherapie behandelt werden. 
  • Bakterielle Übersiedelung des Dünndarms: Verschiedene Krankheiten oder Fehlfunktionen wie Diabetes oder eine Schilddrüsenunterfunktion können die Übersiedelung des Darms durch Bakterien begünstigen. Dadurch wird im Dünndarm die Aufnahme der Nährstoffe behindert, was zu Verdauungsproblemen wie Fettstuhl führen kann. Hier hilft eine Darmsanierung durch Antibiotika.
  • Medikamente: Ebenso können bestimmte Medikamente den Fettstuhl hervorrufen. Dazu zählen unter anderem Medikamente zur Gewichtsreduktion und einige Antibiotika.

Ernährung bei Fettstuhl

Da Fette nicht richtig vom Körper aufgenommen werden können, ist bei Fettstuhl die richtige Ernährung wichtig. Generell auf Fett zu verzichten ist keine Lösung, da dies langfristig zu einer Unterversorgung und zu Gewichtsverlust führen kann. Allerdings sollten Sie den Verzehr von gesättigten Fettsäuren reduzieren und auf ungesunde Transfette, die beispielsweise in Fertiggerichten, Süßwaren und Fast Food enthalten sind, verzichten. Bauen Sie vermehrt die gesunden, mehrfach ungesättigten Fettsäuren in Ihre Ernährung ein. Unter anderem sind Kartoffeln, Getreide, Fisch und Pflanzenöle reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Wann sollte ich mit Fettstuhl zum Arzt gehen?

Sobald Sie Symptome eines Fettstuhls bemerken, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, da die Steatorrhoe auch auf ernste Erkrankungen hinweisen kann.
 
 
Datum: 27.11.2020
Autorin: Ann-Kathrin Falkenberg
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