Darauf kommt es an Zecken entfernen: Die 4 häufigsten Fehler vermeiden

Milde Winter machen es den Zecken einfach zu überleben, sodass ein Biss immer wahrscheinlicher wird. Hat eine Zecke zugebissen, sollte diese schnellstmöglich entfernt werden. Achten Sie dabei darauf, diese Fehler zu vermeiden.

Zecken

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) warnt in diesem Jahr vor besonders vielen Zecken, da diese aufgrund der höheren Temperaturen im Winter besser überleben konnten. Schon lange sind Zecken deshalb nicht mehr nur ein süddeutsches Problem. Problematisch an Zecken ist, dass sie Krankheiten wie Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen können. Während es gegen FSME eine Impfung gibt, kann Borreliose, da es über Bakterien übertragen wird, nur mit Antibiotika behandelt werden. Bei Krankheiten können unentdeckt gefährlich werden. Deshalb sollten Sie, sobald Sie eine Zecke an sich entdecken, diese sofort entfernen und diese Fehler vermeiden.

Vermeiden Sie diese Fehler beim Zeckenentfernen

  1. Das falsche Werkzeug verwenden
    Um die Zecke sachgemäß zu entfernen, sollten Sie zu Zeckenkarten, -lassos, -zangen oder -pinzetten greifen. Diese gibt es oft als Notfall- oder Erste-Hilfe-Set in der Apotheke oder in Drogeriemärkten zu kaufen. Fingernägel eignen sich zum Entfernen der Zecke eher weniger und sollten nur im absoluten Notfall zum Einsatz kommen. Nutzen Sie Ihre Fingernägel, kann die Zecke unvollständig entfernt werden, sodass ein Teil von ihr in der Haut zurückbleibt. Das Infektionsrisiko kann sich erhöhen – nicht nur durch die Zecke selbst, sondern auch durch Schmutz und Keime unter den Nägeln.

    Übrigens: Hat Sie eine Zecke befallen, können Sie diese mit einem Tropfen Pfefferminzöl betäuben. Dadurch bekommt Sie keine Luft mehr und spritzt ihr Gift nicht in die Bisswunde. Stattdessen lässt sie nach Luft ringend los. Sie können die Zecke dann mit einer Pinzette entfernen.
     
  2. Die Zecke abrupt entfernen
    Versuchen Sie, die Zecke kontrolliert und langsam zu entfernen. Wird sie gequetscht oder zerquetscht, kann es passieren, dass Teile von ihr in der Haut zurückbleiben. Diese sind häufig ein Teil des Stechapparats und können in der Regel keine Krankheiten übertragen. Wer unsicher ist, kann Rückstände vom Arzt entfernen lassen. Ansonsten stößt der Körper die Überreste ab, sobald sich die Haut erneuert. Packen Sie die Zecke deshalb direkt über der Haut und ziehen Sie sie gerade, ohne Drehen des Körpers und mit einem gleichmäßigen Druck heraus.
     
  3. Die Bissstelle unbehandelt lassen
    Entfernen Sie die Zecke mithilfe eines geeigneten Werkzeugs, bleibt dennoch eine kleine Wunde zurück, in die Keime gelangen können. Achten Sie besonders bei Einstichstellen an Füßen und Händen darauf, dass Sie die Stellen mit Alkohol oder einer Jodsalbe desinfizieren. Eine kleine Markierung der Stelle, z. B. mit einem hautfreundlichen Stift, kann helfen, die Einstichstelle wiederzufinden, sollten nach ein paar Wochen Krankheitssymptome sowie Rötungen und Schwellungen auftreten. 
     
  4. Die Zecke falsch entsorgen
    Bei der Entsorgung von Zecken schleichen sich gerne mal gravierende Fehler ein. Zecken sind unglaublich robust – sie würden sogar einen Waschgang bei 40 Grad überleben. Spülen Sie Zecken also niemals in der Toilette herunter und versuchen Sie auch nicht, Zecken mit den Schuhen zu zertreten. Zecken mit dem Finger zerdrücken? Ebenfalls keine gute Idee! Tragen sie Krankheitserreger in sich, könnten Sie sich über Mikroverletzungen in der Haut anstecken. Besser: Die Zecke unschädlich machen und sie in hochprozentigen Alkohol oder Desinfektionsmittel legen. Sie können die Zecke auch verbrennen. Noch besser ist es allerdings, die tote Zecke in einer luftdicht verschließbaren Plastiktüte aufzubewahren. Wieso? Mithilfe des Tieres lässt sich eine Borrelioseinfektion zu 100 Prozent feststellen bzw. ausschließen.

Was tun, wenn der Zeckenkopf stecken bleibt?

Bleibt der Kopf der Zecke stecken, können Sie versuchen, ihn mit dem Rand einer Kreditkarte, die Sie vorher mit Seife und Wasser gesäubert haben, den Kopf vorsichtig abzukratzen. Falls das nicht funktioniert, sollten Sie den Kopf stecken lassen. Er wird später von selbst abgestoßen.

So können Sie Zeckenstichen vorbeugen

  • Sind Sie im Grünen unterwegs, sollten Sie auf Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen setzen
  • Anti-Zecken-Sprays können die kleinen Tiere ebenfalls abschrecken, eine chemiefreie Alternative ist Kokosöl
  • Ultraschallwellen-Geräte sollen ebenfalls vor Zecken schützen

Datum: 03.06.2020

Autor: Christina Liersch

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