25. November 2021
Alkohol: Darum kann es zu Herzrasen kommen

Alkohol: Darum kann es zu Herzrasen kommen

Alkohol gilt als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Schon ein einmaliger, übermäßiger Alkoholkonsum kann plötzliches Herzrasen verursachen. Wir erklären Ihnen, was es mit den Beschwerden auf sich hat und welche Sofortmaßnahmen gegen die Herzrhythmusstörungen helfen.

Nach dem Genuss von alkalischen Getränken wie Wein, Bier oder Schnaps kommt es nicht selten zu Herzstolpern oder -rasen, erhöhten Blutdruck oder Schmerzen in der Brust. Dabei gilt: Je tiefer Sie ins Glas schauen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, Beschwerden wie Herzrhythmusstörungen zu bekommen. Vor allem Herzrasen ist eines der häufigsten Symptome, die nach einem starken Alkoholkonsum auftreten können. Das untermauert auch eine Oktoberfest-Studie aus dem Jahr 2015 des Klinikums der Universität München und des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislaufforschung e.V. (DZHK). Rund ein Viertel der 3.000 Teilnehmer und Besucher litten unter akuten Herzrasen nach Alkoholkonsum. Von Herzrasen ist die Rede, wenn die Herzschläge 140 bis 180 pro Minute betragen. Normalerweise schlägt das menschliche Herz zwischen 60 und 90 Mal pro Minute. Weitere begleitende Beschwerden sind Schwindel, Übelkeit oder Ohrensausen.

Video: Warum Alkohol den Schlaf negativ beeinflusst

Alkohol: Diese Gründe stecken hinter nächtlichem Herzrasen

Aber warum schlägt das Herz nach dem Konsum von Alkohol schneller? Schuld daran trägt die Wirkung des Alkohols auf den sogenannten Sympathikus im zentralen Nervensystem. Alkohol aktiviert Stresshormone, die das Herzrasen verantworten. Da diese Wirkung erst beim Alkoholabbau beginnt, bemerken betroffene Personen das Herzrasen erst in der Nacht oder am Morgen danach. Außerdem sorgt die Liegeposition für eine Umverteilung des Blutes. Mehr Blut drückt auf unser Herz, wodurch es ebenfalls schneller schlagen kann. Das Herzrasen kann plötzlich auftreten und genauso schnell wieder aufhören.

Allerdings gibt es noch weitere Faktoren, die nächtliches Herzrasen hervorrufen können. Dazu gehören Medikamente, eine Schilddrüsenüberfunktion oder Hormonschwankungen.

Was hilft gegen das nächtliche Herzrasen?

  • Nehmen Sie ein paar tiefe Atemzüge. Diese wirken sich entspannend und beruhigend auf Ihr Herz aus.
  • Versuchen Sie Ruhe zu bewahren, auch wenn das nächtliche Herzrasen alles andere als angenehm ist und Ihnen möglicherweise Sorge bereitet. Allerdings führen Gefühle wie Angst dazu, den Herzschlag noch weiter zu beschleunigen.
  • Erhöhen Sie den Druck auf den Brust- oder Bauchbereich. Das können Sie folgendermaßen tun: Trinken Sie ein Glas Wasser mit Kohlensäure und versuchen Sie aufzustoßen. Dadurch wird der Druck im Brust- und Bauchbereich vorübergehend erhöht, was das Herzrasen stoppen kann. Eine weitere Möglichkeit: Halten Sie sich die Nase wie beim Tauschen zu. Pressen Sie bei geschlossenem Mund Luft in die Nase. Versuchen Sie den Druck für einige Sekunden aufrecht zu halten.

Wichtig: Sollten Ihre Beschwerden länger anhalten oder häufiger auftreten, auch wenn Sie keinen Alkohol konsumiert haben, suchen Sie umgehend Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin auf. Möglicherweise liegen andere, ernsthafte Ursachen oder Erkrankungen vor.  Herzrasen kann auch ein Anzeichen für koronare Krankheiten, Funktionsstörungen der Schilddrüse oder für Hormonschwankungen sein.

Alkohol bewusst konsumieren

Auf Dauer schadet regelmäßiger und übermäßiger Alkoholkonsum Ihre Herzgesundheit und erhöht das Risiko für einen Herzinfarkt sowie koronare Krankheiten wie Bluthochdruck. Trinken Sie Alkohol daher nur in Maßen oder verzichten Sie gänzlich auf Alkohol.

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