21. Juni 2021
Glukose: Wie gesund ist Traubenzucker wirklich?

Wie gesund ist Traubenzucker wirklich?

Glukose, auch Dextrose genannt, findet man überall. Vor allem in Fertigprodukten steckt der Einfachzucker. Sein Name suggeriert etwas Gesundes. Doch wie gesund ist Traubenzucker wirklich?

Traubenzucker ist als schneller Energielieferant und Wachmacher bekannt, da der Zucker sofort ins Blut übergeht. Doch ist dieser Einfachzucker gesund? Oder sind andere Zuckerarten besser? Und wie wichtig ist dieser für den menschlichen Organismus?

Begriffsklärung: Was ist Glukose, Dextrose oder Traubenzucker?

Egal ob Dextrose, Glukose oder Traubenzucker: Alle drei Begriffe beschreiben die gleiche chemische Verbindung. Bei Glukose handelt es sich, wie bei den Zuckerarten Fruktose und Galaktose, um ein Monosaccharid (auch Einfachzucker genannt). Alle drei Monosaccharide sind die Grundbausteine für komplexere Zuckerverbindungen. Es gibt drei weitere Zuckerarten: Disaccharide (Zweifachzucker), Oligosaccharide (Mehrfachzucker) und Polysaccharide (Vielfachzucker). Dextrose bildet sozusagen das Fundament für die verschiedensten Verbindungen und genau das macht den Zucker so wertvoll für Hersteller. Als reiner Stoff kann er unkompliziert in Apotheken, Drogerien und Supermärkten gekauft und zum Süßen von Nahrung genutzt werden. Häufig versteckt er sich aber auch in Lebensmitteln, wo er gar nicht vermutet wird.

Faktencheck Glukose

  • 390 kcal pro 100 g
  • Glykämischer Index: Hoch
  • Enthalten in: Als Einfachzucker ist Glukose in fast allen Lebensmitteln mehr oder weniger konzentriert enthalten. Ein besonders hohes Vorkommen an Dextrose gibt es in Honig, Vollkornprodukten und Marmelade. Aber auch in Obst (z.B. Datteln, Weintrauben und Rosinen) ist Dextrose vorhanden.
  • Wird benutzt: zum Süßen von Lebensmitteln und pur als Energielieferant.

Warum wird Glukose Traubenzucker genannt?

Der Begriff Traubenzucker hat eine lange Geschichte. Glukose wurde 1792 von Johann Tobias Lowitz in Weintrauben entdeckt und als eine verschiedene Verbindung zum damals üblichen Rohrzucker (Saccharose, fällt unter die Gruppe der Zweifachzucker) erkannt. Da er erstmals in Trauben entdeckt wurde, prägte sich der Begriff Traubenzucker. Erst 1838 wurde Traubenzucker in Glukose umbenannt. Bis heute ist der Begriff Traubenzucker weit verbreitet, wenn auch die meisten Menschen Traubenzucker und Glukose für verschiedene Arten von Zucker halten. Dem ist allerdings nicht so.

Auch interessant: Wie ungesund ist Zucker wirklich? >>

Wie wirkt Glukose im Körper?

Wird Glukose aufgenommen, geht er direkt ins Blut über und erhöht den Blutzuckerspiegel, mit der Folge, dass das körpereigene Hormon Insulin ausgeschüttet wird. Insulin dient vor allem dazu, den Zucker schnell aus dem Blut in die Zellen des Körpers zu transportieren, damit diese die Energie verwerten können. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel wieder und das Gehirn verlangt einen neuen Energieschub. Bei Glukose geht das sehr schneller als bei anderen Zuckerarten und üblichem Haushaltszucker, da dieser, ein Saccharid, also Zweifachzucker, erst gespalten werden muss. Bei Glukose, ein Monosaccharid bzw. Einfachzucker, ist das nicht nötig. Ausdauersportler profitieren deshalb vom Einfachzucker, weil dieser ihren Körper kurzfristig mit dem Energielieferanten versorgt.

Zusammen mit Fruktose (Fruchtzucker) bildet Glukose den gewöhnlichen Zucker, auch Haushaltszucker oder Saccharose genannt. Kurzkettige Zuckerarten wie Dextrose, Fruktose, Galaktose, Laktose oder Saccharose schaden bei zu hohem Konsum der Gesundheit. Zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel und Übergewicht kann er ebenfalls führen, wenn große Mengen aufgenommen werden. Dies wiederum kann ein erhöhtes Risiko von Diabetes mellitus Typ 2 hervorrufen. Gleichzeitig schützt Traubenzucker aber auch vor Unterzuckerung.

Tipp: Auch wenn es zu einer kurzen Leistungssteigerung kommt, sollte man nicht immer gleich zu künstlichem Traubenzucker greifen. Dieser stellt dem Körper zwar kurzfristig mehr Energie zur Verfügung – doch nur wenig später steuert der Körper gegen an und schüttet große Mengen Insulin aus, die den Blutzuckerspiegel wieder senken. Es kommt zu einem Konzentrations- und Leistungstief sowie zu Heißhunger. Greifen Sie bei einer Konzentrationsschwäche und akutem Heißhunger also lieber zu gesünderen Alternativen wie frischem Gemüse, Obst oder Nüssen.

Übrigens: Bei Menschen ohne Diabetes sollte der Glukosespiegel im Blut nüchtern unter 100 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) liegen. Nach dem Essen sollte der Blutzuckerwert nicht über 140 mg/dl ansteigen.

Auch interessant: Power-Früchte für mehr Energie >>

Welche Lebensmittel enthalten Glukose?

Da es sich um einen Basiszucker handelt, ist Glukose beinahe in allen Lebensmitteln zu finden. Als Beispiel tritt er in seiner natürlichen Form in folgenden Nahrungsmitteln auf:

  • Obst
  • Gemüse
  • Vollkornprodukte
  • Honig
  • Milch

Übrigens wird Glucose nicht aus Weintrauben, sondern hauptsächlich aus der Stärke von Mais und Kartoffeln gewonnen. Reiner Traubenzucker eignet sich hervorragend zum Backen und Kochen, wenn Fruchtzucker nicht vertragen wird.

Wie viel Glukose ist gesund?

Glukose lässt sich so gut wie nicht aus der Ernährung verbannen. Da sie jedoch keinerlei Nährstoffe und viele Kalorien liefert, sollten Sie äußerst maßvoll damit umgehen. Wichtig ist, dass Sie darauf achten, dass Ihr Blutzuckerspiegel täglich nicht Achterbahn fährt. Das lässt sich verhindern, indem Sie auf Lebensmittel mit einem hohen Ballaststoffanteil setzen. Generell sollten Sie darauf achten, dass Sie glukosehaltige Lebensmittel mit Bedacht zu sich nehmen.

Um eine Blutzuckerschwankung zu vermeiden, sollten Sie Ihre Mahlzeiten neben Kohlenhydraten auch mit Proteinen und Fetten ausstatten. Sind alle Nährstoffe gedeckt, tritt Heißhunger deutlich seltener auf. Setzen Sie deshalb auch mehr auf komplexe Kohlenhydrate und Ballaststoffe, da diese länger sättigen. Süßes wie Schokolade, Gummibärchen und Co genießen Sie daher lieber nur in Maßen – nicht zuletzt aufgrund ihrer hohen Anzahl an Kalorien. Schließlich ist Zucker nicht gerade gesund. Er kann neben Karies, Übergewicht und Diabetes auch das Risiko für Herzkrankheiten erhöhen.

Wichtig: Um das Risiko für Übergewicht und Karies zu senken, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Erwachsenen, nicht mehr als 50 Gramm Zucker pro Tag (ca. 10 Teelöffel) zu sich zu nehmen. Auch mit natürlichen Zuckerquellen wie Obst sollten Sie sparsam umgehen.

Vor- und Nachteile von Traubenzucker zusammengefasst

Vorteile

  • Traubenzucker gibt kurzfristig Energie, z.B. bei hartem Ausdauertraining oder beim Marathon.
  • Kommt in so gut wie allen Lebensmitteln vor.
  • Der Einfachzucker eignet sich zum fruktosearmen Kochen und Backen.
  • Glukose beugt einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) vor und reguliert im Fall einer Unterzuckerung schnell den Blutzuckerspiegel.

Nachteile

  • Nimmt man Dextrose pur ein, lässt das den Blutzuckerspiegel und die Insulinausschüttung in die Höhe schießen. Der Zucker wird wieder abgebaut und der Blutzuckerwert fällt ab. Das Auf und Ab ist nicht förderlich für die Konzentration und kann sogar Heißhunger begünstigen. Auch kann es durch die Schwankungen zu einer Unterzuckerung kommen.
  • Dextrose enthält viele Kalorien, aber keine Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe oder sekundäre Pflanzenstoffe.
  • Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel kann zu Insulinresistenz führen – der Vorstufe von Diabetes Typ 2.
  • Ebenso kann ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel die Blutgefäße schädigen.
  • Ein übermäßiger Zuckerkonsum kann eine Fettleber begünstigen.
  • Das Gehirn bekommt durch die tägliche Nahrung genügend Dextrose, wodurch ein zusätzlicher Energieschub gar nicht nötig ist.

Video: Zuckermythen

Lade weitere Inhalte ...