30. März 2021
Stille Entzündungen im Körper: Symptome und Behandlung

So erkennen Sie stille Entzündungen im Körper und werden sie wieder los

Stille Entzündungen überfordern unser Immunsystem. Der Körper gerät in eine dauerhafte Abwehrhaltung, was zu Symptomen wie Müdigkeit und Erschöpfung sowie chronischen Krankheiten führt. Hier erfahren Sie, was gegen die versteckten Entzündungen hilft.

Was sind stille Entzündungen?

Als stille Entzündung (engl. "silent inflammation") bezeichnet man im Körper ablaufende Entzündungsprozesse, die über einen längeren Zeitraum aufgrund fehlender Symptome unbemerkt bleiben. Diese versteckten Entzündungen können beispielsweise im Fettgewebe, v.a. im Bauchfett, aber auch in der Lunge von Rauchern auftreten. Sie provozieren eine dauerhafte Reaktion des Immunsystems und schwächen dieses dadurch.

Chronische stille Entzündungen erhöhen das Risiko für Krebs, Allergien und Autoimmunerkrankungen wie Rheuma. Auch wenn es keine offensichtlichen Symptome gibt, können die folgenden Beschwerden oder Veränderungen Ihres Körpers darauf hindeuten.

Symptome – Stille Entzündungen erkennen

Eine stille Entzündung äußert sich nicht etwa durch offensichtliche Entzündungsreaktionen wie Rötungen, warme Schwellungen, Fieber oder Schmerzen. Stattdessen breitet sich die Entzündung langsam im Körper aus und wird durch fehlende offensichtliche Symptome häufig nicht bemerkt. Im Hintergrund läuft dauerhaft eine Inflammation ab, welche durch bestimmte Botenstoffe angetrieben wird. So kann etwa das sogenannte C-reaktive Protein (CRP) als Entzündungsmarker im Blut nachgewiesen werden. Bei nur leicht erhöhten Werten fällt dies jedoch nicht immer auf und kann bei routinemäßigen Bluttests übersehen werden.

Stille Entzündungen münden oft im sogenannten "Sickness-Behaviour": Das sind Verhaltenssymptome wie Schlappheit, Müdigkeit, Antriebslosigkeit und ein allgemeines Krankheits- und Trägheitsgefühl.

Diese Symptome können auf stille Entzündungen hindeuten:

Die stillen Entzündungen spielen auch weiterführend bei der Entstehung von chronisch entzündlichen Krankheiten wie Arterienverengung oder Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine Rolle.

Woher kommen stille Entzündungen?

Besonders Übergewicht und Adipositas sind für stille Entzündungen im Körper verantwortlich. Das Bauchfett – auch viszerales Fett genannt – produziert in großen Mengen Entzündungsbotenstoffe, die sich über das Blut im gesamten Körper verteilen. Auch die Lunge von Rauchern produziert nach jahrelanger Nikotinsucht Entzündungen, welche sich auf alle Organe übertragen.

Ebenso können Stress, die falsche Ernährung wie zu viel Junk und Fast Food, zu wenig Obst und Gemüse oder zu viele Transfette und mangelnde Bewegung Entzündungen auslösen.

Stille Entzündungen schwächen das Immunsystem und können zu Diabetes, Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, Demenz, psychischen Krankheiten, COPD, Allergien, nicht-alkoholischer Fettleber, chronischen Schmerzen und Arteriosklerose führen.

Stille Entzündungen bekämpfen

1. Bauchfett reduzieren

Ist der Bauchumfang größer als der Hüftumfang, sollte dies geändert werden. Je weniger Bauchfett vorhanden ist, desto weniger Entzündungsbotenstoffe können produziert werden. Folglich hilft nur eine Ernährungsumstellung mit einem Kaloriendefizit und Bewegung.
Wichtig: Die Fettzellen am Bauch sind besonders hartnäckig, weswegen Sie Ihren Lebensstil dauerhaft anpassen und nicht auf kurzfristige Diäten setzen sollten.

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2. Die falschen Lebensmittel weglassen

Grundsätzlich ist zwar kaum ein Lebensmittel so ungesund, dass wir es nicht ab und zu auch mal ein Maßen genießen dürfen. Allerdings sollten Sie bei hartnäckigem Bauchfett und erhöhten Entzündungswerten folgende Lebensmittel kurz- bis mittelfristig aus Ihrer Ernährung streichen:

  • Gebäck und frittierte Speisen (Pommes, Nuggets), da sie Transfette enthalten, die bereits in kleinen Mengen bedenklich sind.
  • Süßigkeiten und Weißmehlprodukte
  • Hochglykämisches Obst (Bananen und Weintrauben), um die Entzündungen nicht zusätzlich mit Zucker anzufachen.

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3. Die richtigen Lebensmittel essen

Wichtig bei einer antientzündlichen Ernährung sind Vitamin C, D und E, welche das Immunsystem unterstützen, freie Radikale im Körper fangen und oxidativen Stress reduzieren. Frisches Obst und Gemüse eignen sich ideal. Noch mehr Antioxidantien stecken z. B. in dunkler Schokolade, Tee- und Kaffeesorten. Zudem sollten Sie auf Ihre Omega-3-Zufuhr achten. Die Fettsäuren sind in fettem Fisch wie Lachs oder Makrele vorhanden und helfen, stille Entzündungen zu beseitigen.

Bauen Sie daher diese Lebensmittel regelmäßig in Ihre Ernährung ein:

  • Leinsamen, Walnüsse und fetten Seefisch, um genügend Omega-3-Fettsäuren zu bekommen.
  • Heidelbeeren, Himbeeren oder Brombeeren sowie Tee und Kaffee, um entzündliche Sauerstoffradikale mit Antioxidantien zu fangen.
  • Brokkoli, Paprika und Kohl (Grünkohl, Weißkohl, Wirsing), um Ihr Immunsystem mit Vitamin C und sekundären Pflanzenstoffen zu stärken.

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4. Bewegung und Sport

Für eine Gewichtsreduktion sind Bewegung und Sport ideal! Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird vorgebeugt, der Körper wird gestärkt und belastbarer, sodass es bis ins hohe Alter fit bleibt. Neben einer Lieblingssportart sollte auch die Alltagsbewegung erhöht werden, z. B. durch regelmäßiges Spazierengehen, Treppensteigen oder Fahrradfahren.

Tipp: Der klassische Verdauungsspaziergang senkt Ihren Blutzuckerspiegel nach dem Essen und beugt so wirksam Entzündungen und Diabetes vor. Hierfür reicht ein 20-minütiger, flotter Spaziergang nach jeder Mahlzeit!

5. Gesunder Schlaf

Um Stress abzubauen und um den Körper zu regenerieren, ist guter Schlaf von mindestens sieben Stunden wichtig. Zusätzlich reguliert ausreichend Schlaf das Hunger- und Sättigungsgefühl, sodass man seltener zu Heißhungerattacken neigt. Essen Sie Ihre letzte Mahlzeit mindestens zwei Stunden vor dem Zubettgehen, um Ihre Schlafqualität zu erhöhen. Sind Magen und Darm nachts mit dem Verdauen von Nahrung beschäftigt, leidet die Schlafqualität nämlich enorm.

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6. Stressmanagement lernen

Im Leben gibt es immer Höhen und Tiefen. Um nicht jedes Mal in ein tiefes Loch zu fallen, sobald es etwas schwieriger oder stressiger wird, ist ein Stressmanagement wichtig. Entspannungsphasen, Yoga, Meditation oder einfach etwas, das Körper und Geist guttut, reduzieren Stress und beugen somit Essanfälle, Übergewicht und stillen Entzündungen vor.
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7. Probiotika

Die Einnahme von Milchsäurebakterien stärkt die Darmflora und somit auch das Immunsystem. Lassen Sie sich von einem Arzt für Probiotika-Kuren beraten. Alternativ können Sie auch Naturjoghurt, Kefir, Sauerkraut, Miso oder Kombucha in Ihren Speiseplan aufnehmen.

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Video: Das hilft gegen stille Entzündungen

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