9. Dezember 2021
Abendessen weglassen: Diese 4 Dinge passieren

Diese 4 Dinge passieren, wenn Sie das Abendessen weglassen

Machen Kohlenhydrate am Abend dick und sollten wir deshalb hungrig zu Bett gehen? Oder setzen sich überschüssige Kalorien zu jeder Tageszeit gleichermaßen am Bauch an? Wir verraten Ihnen, ob sich „Dinner Cancelling“ lohnt und welche gesundheitlichen Vorteile es haben kann, das Abendessen wegzulassen.

Sollte man „abends wie ein Bettelmann“ essen, die Mahlzeit vielleicht sogar komplett weglassen oder spielt es keine Rolle, zu welcher Tageszeit wir die Mehrzahl unserer Kalorien zu uns nehmen? Die Antworten darauf sind deutlich komplexer, als Sie möglicherweise annehmen. Denn, abendliches Intervallfasten bietet durchaus einige Vorteile – kann jedoch auch nach hinten losgehen, wenn man es falsch anstellt. Im Folgenden erfahren Sie, für wen sich das Weglassen des Abendessens besonders lohnen kann, was Sie dabei beachten sollten und welche gesundheitlichen Vorteile das Dinner Cancelling verspricht.

Diese 4 Dinge passieren, wenn Sie das Abendessen weglassen

1. Sie sparen Kalorien, es sei denn...

Wenn Sie das Abendessen konsequent weglassen, sparen Sie Kalorien ein und nehmen auf Dauer ab. Es sei denn, Sie holen sich die eingesparten Kalorien am nächsten Tag an anderer Stelle wieder, z.B. indem Sie morgens völlig ausgehungert über die Stränge schlagen. Wenn Sie Ihrem Körper nämlich zu viele Kalorien vorenthalten, schaltet er in den Notmodus und versucht, Sie mit (Heiß-)Hunger dazu zu bringen, beim Frühstück, Mittagessen oder in Form von Zwischensnacks reinzuhauen. Ehe Sie sich versehen, haben Sie die abendlich gesparten Kalorien wieder aufgenommen und auf der Waage tut sich nichts. Die Rechnung geht also nur auf, wenn Sie gut damit zurechtkommen, sich mittags mit einer vollwertigen Mahlzeit satt zu essen und danach etwa 16 Stunden lang keine Nahrung mehr zu sich zunehmen.

Tipp: Falls Ihnen die lange Hungerphase nicht liegt, können Sie auch mit einem herkömmlichen Kaloriendefizit abnehmen. Intervallfasten ist kein Muss!

2. Ihr Diabetes-Risiko sinkt

Zumindest dann, wenn Sie zu den 80 Prozent der Menschen gehören, deren Insulinkurve morgens ihren Höhepunkt erreicht und zum Abend hin abfällt. Der abendlich niedrigere Insulinspiegel führt nämlich dazu, dass wir Kohlenhydrate zu später Stunde schlechter verarbeiten können, wodurch unser Blutzuckerspiegel die ganze Nacht über erhöht ist. Insbesondere bei Menschen, die schon an einer verringerten Insulinsensitivität – eine Vorstufe des Diabetes Typ 2 – leiden, kann der späte Verzehr von Zucker und anderen Kohlenhydraten das Diabetes-Risiko erhöhen. In Tierstudien hat sich gezeigt, dass längere Essenspausen das Risiko für Diabetes Typ 2 sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder auch Krebs senken können. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist jedoch noch unklar, ob dies auch auf Menschen zutrifft: „Klinische Humanstudien über die Wirkung des Intervallfastens liegen bisher nur in geringer Anzahl vor und sind in ihren Aussagen nicht eindeutig“.

Video: Darum ist Intervallfasten laut Studie die gesündeste Ernährungsform

3. Ihre Zellen werden gereinigt

Der wohl größte gesundheitliche Vorteil im Weglassen einer ganzen Mahlzeit besteht in der daraus folgenden Aktivierung der sogenannten Autophagie. Dieser gesundheitsförderliche Prozess stellt eine Art Reinigungsprogramm Ihrer Zellen dar, welches kaputte oder falsch gefaltete Eiweiße beseitigt und damit Ihren Körper sauber hält und vor Krankheiten schützt. Das Reinigungsprogramm kommt jedoch erst auf Hochtouren, wenn wir 12 oder besser noch 16 Stunden lang keine Kalorien zu uns genommen haben. Jegliche Anstiege des Blutzuckerspiegels unterbrechen oder verzögern die Autophagie. Das mittlerweile beliebte Intervallfasten stellt eine einfache Methode dar, um seinem Körper etwas Gutes zu tun, eignet sich jedoch nicht für jeden Menschen.

4. Sie schlafen besser

Die Verdauung von Nahrung ist ein aufwendiger Prozess, der je nach Nährstoffzusammensetzung des verspeisten Gerichts viele Stunden und sogar Tage in Anspruch nehmen kann. Besonders wichtig für unseren Alltag ist die sogenannte Magenverweildauer. Wenn uns etwas auf den Magen schlägt, kann es sein, dass wir beispielsweise zu fettig oder kalorienreich gegessen haben. Denn Fett hat von allen Nährstoffen die höchste Magenverweildauer – bis zu 7 Stunden lang verbringen Ölsardinen oder die fette Weihnachtsgans in unserem Magen. Bei Rohkost und Vollkornprodukten kann es immerhin bis zu 4 Stunden dauern, bis die Magensäure die Bestandteile zerkleinert und auf die Reise durch den Dünndarm vorbereitet hat. Daher wirkt sich zu spätes Essen negativ auf unsere Schlafqualität aus, selbst wenn wir halbwegs gut einschlafen können – unser Körper ist noch mit der Verdauung zugange. Wenn wir also das Abendessen komplett weglassen, kann sich dies äußerst positiv auf unsere Schlafqualität und Schlafdauer auswirken.

Wichtig: Starker Hunger kann jedoch auch den Schlaf beeinträchtigen und das Einschlafen erschweren. Finden Sie daher eine gute Balance für sich und passen Sie das Intervallfasten bei Bedarf an Ihre Bedürfnisse an.

Buchtipps: Intervallfasten und gesunde Ernährung

Wenn Sie einmal das abendliche Fasten oder andere Formen des Intervallfastens ausprobieren möchten, können wir Ihnen die folgenden Ratgeber wärmstens empfehlen.

Quellen: dge.de, tk.de, spektrum.de

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