4. April 2011
Das neue Yoga

Das neue Yoga

In Tüchern die Schwerkraft austricksen, trotz Remmidemmi Ruhe finden, den Personal-Guru buchen oder Asanas als Heilgymnastik nutzen: Dies sind die angesagtesten Yoga-Trends.

Frau macht Yoga
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Frau macht Yoga

Manche Dinge passen scheinbar nicht zueinander. Wie Yoga und Heavy Metal. Geht gar nicht, denken Sie? Geht doch! In der Etage unter dem Loft einer Berliner Yogaschule toben sich zum Beispiel Bands beim Proben in einem Club aus – recht lautstark. Gleichzeitig bringt man darüber Leib und Seele zur Ruhe. Denn wer beim Yoga in sich ruht, kann das Praktizieren inmitten der größten Turbulenzen genießen. An jedem Ort, zu jeder Zeit, in jeder Situation. Das möchten auch die neuen Yogatrends – uns mitten im Leben erreichen. Ob mit oder ohne Bodenhaftung, bei Stille oder Lautstärke, mit Witz oder ernsthaft. Gucken Sie sich das mal an!

Yogatherapie - Schneller gesund werden

Yogatherapie
© jalag-syndication.de
Yogatherapie

Yoga kräftigt nicht nur die Muskeln, sondern hat auch sonst eine starke Wirkung. Deshalb wird das Trio aus Körper- und Atemübungen sowie Meditation inzwischen als gezielte Behandlung bei diversen Beschwerden eingesetzt. Ob Kopfschmerzen, Bandscheibenprobleme, Hormon- oder Schlafstörungen oder Krankheiten wie Arthrose, Osteoporose und sogar Krebs – Yogatherapie kann die medizinische Behandlung wirksam unterstützen und die Heilung beschleunigen. Dabei werden die betroffenen Körperteile bzw. Beschwerden mit ausgewählten Asanas, Atem- und Meditationsübungen behandelt. Zunächst lindert Entspannung die Symptome, zusätzlich kräftigen die Übungen Körper und Konstitution. Das aktiviert die Lebensenergie und erleichtert den Zugang zu den tiefer liegenden Ursachen der Erkrankung. Der Patient lernt, seine eigenen Kräfte einzusetzen und bewusst zu nutzen. Für viele Gesundheitsprobleme existieren bereits spezielle Übungsreihen, die dann vom Yogatherapeuten individuell an den Patienten angepasst werden. Die Behandlung ähnelt der Krankengymnastik, nur macht der Patient seine Übungen eben auf der Yogamatte.

MEHR INFOS: Man kann Einzel- oder Gruppensitzungen buchen oder eine Kur; eine Therapiestunde kostet ab ca. 38 Euro, die Wochenkur ab ca. 427 Euro. Übungsreihen sowie Yogatherapeuten finden Sie bei Yoga Vidya (www.yogatherapie-portal.de). Buchtipp: „Das große Yoga-Therapiebuch“ von Remo Rittiner, 208 Seiten, 24,95 Euro.

In Tüchern die Schwerkraft austricksen, trotz Remmidemmi Ruhe finden, den Personal-Guru buchen oder Asanas als Heilgymnastik nutzen: Dies sind die ang

Acro-Yoga

Acro-Yoga - In die Luft gehen

Acro-Yoga
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Acro-Yoga

Das sieht ja akrobatisch aus! Beim Acro-Yoga praktiziert man die Asanas in der Luft – auf den Füßen des Partners (f)liegend. Geübt wird zu zweit, besser zu dritt. Dabei wird der „Flyer“ bäuchlings oder rücklings auf den Füßen des Partners in verschiedene Positionen bewegt und balanciert, gestretcht und massiert. Zusätzlich stützt die „Base“ Schultern, Oberkörper oder Beine von unten mit den Händen ab. Mal muss der „Flyer“ eigene Muskelkraft aufbringen, mal darf er sich einfach hängen lassen, entspannen und bekommt zwischendurch sogar eine Rückenmassage von unten. Nummer drei – der „Spotter“ – steht neben den beiden Übenden und sichert die Figuren. „Beim Acro-Yoga geht es weniger um die Performance, sondern in erster Linie um das Miteinander, um Vertrauen und Verantwortung für sich und andere“, erklärt die Berliner Acro-Lehrerin Lucie Beyer. Das schaffen Sie nie? Keine Sorge, Acro-Yoga sieht schwerer aus, als es sich wirklich anfühlt. Der wichtigste Trick: loslassen und die Leichtigkeit genießen! Je mehr der Fliegende seinen Körper entspannt, umso leichter wird’s für den Haltenden. Übrigens: Was man auf der Matte bereits beherrscht, klappt in der Luft noch besser. Ein Super-Yogi muss man trotzdem nicht sein. Erfunden haben die Luftnummer Jenny Sauer-Klein und Jason Nemer – zwei US-Zirkusartisten, die Yoga mit Akrobatik-Elementen sowie Thaimassage (bekommt die „Base“ als Dankeschön) mixten und bewusst keine festen Abläufe wie in anderen Yogakursen einplanten. Was zählt, sind der Spaß und das gemeinsame kreative Üben.

KURSE, WORKSHOPS, Übungsgruppen und Lehrer finden Sie auf www.acroyoga.org und www.yogamitlucie.de. Mini-Workshops ab ca. 30 Euro, Wochenenden ab ca. 120 Euro. Weitere Angebote unter „Yoga-Akrobatik“ oder „Flying Yoga“.

Jivamukti

Jivamukti - Auf der Matte rocken

Nivata-Yoga
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Nivata-Yoga

Klar, die passende Musik erleichtert jedes Üben: Wir strengen uns mehr an, halten länger durch, und mehr Spaß bringt’s sowieso. Trotzdem wird in vielen Yogaklassen auf einen musikalischen Background verzichtet. Oder man hört indische Weichspüler-Klänge, die nicht jedem liegen. Anders bei den Jivamuktis (gesprochen Dschiwamucktis): Bei dem aus New York stammenden frisch-frechen Yogastil geht’s laut und heftig zu. Kein Wunder, die beiden Gründer Sharon Gannon und David Life kommen aus der Künstler- und Musikerszene. Bei ihnen ist musikalisch alles erlaubt, was gefällt – von Rockklassikern bis zu tibetischen Mönchsgesängen, von Beethoven, Beatles oder Björk bis zu Bhagavan Das. Die Songs nebst Texten über Liebe, Frieden und Gewaltlosigkeit verknüpfen sie immer mit dem Thema der Stunde und stimmen alle auf die Asanas ab. Der Takt gibt den Rhythmus für Bewegung und Atmung vor. „Musik ist bei uns ein kraftvolles Instrument, um die Menschen zu erreichen und eine gute Stimmung zu erzeugen“, erklärt Anja Kühnel, Leiterin von Jivamukti Yoga Berlin. „Durch die Musik schaltet man besser ab, findet zu sich selbst und seinem eigenen Klang – das ist wie Meditieren.“

JIVAMUKTI-SCHULEN wurden bislang nur in Berlin und München eröffnet (www.jivamuktiberlin.de, www.jivamuktiyoga.de). Klassen ab ca. 8 Euro, deutschlandweite Workshops. DVD-Tipp: „Jivamukti Yoga – Transformation für Körper und Seele“, von David Life und Sharon Gannon, 14,99 Euro (über amazon.de).

Anti-Gravity-Yoga

Anti-Gravity-Yoga - Auf Tuchfühlung gehen

Anti-Gravity-Yoga
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Anti-Gravity-Yoga

Die verflixte Erdanziehungskraft austricksen? Das kann das „Anti-Schwerkraft-Yoga“. Sie brauchen Körperspannung, Balance – und ein Trapeztuch, das fest verankert von der Decke baumelt. Mit dessen Hilfe praktizieren Sie dann die üblichen Asanas. Das stabilisiert bei Gleichgewichtsübungen und erlaubt Schräglagen, die ohne den Halt von oben unmöglich wären. So liegt das angehobene Bein beim Einbeinstand im Tuch, beim Krieger halten die Hände sich fest, und im gedrehten Dreieck schlingt man das Tuch um die Taille – oder praktiziert gleich den fliegenden Hund. Die Yogis können im Sitzen schaukeln, wie eine Marionette hüpfen, Purzelbäume in der Luft schlagen oder frei schwebend im Kopfstand hängen. „Anti-Gravity-Yoga hat was Akrobatisches und Verspieltes“, sagt Yogalehrer Jost Blomeyer vom Aspria in Berlin über das Workout. „Verglichen mit dem üblichen Yoga bietet es weniger Entspannung und Meditation und keine Atemübungen, aber dank des Gefühls von Schwerelosigkeit mehr Leichtigkeit und Lockerheit. Außerdem kräftigt es Bauch- und Oberkörpermuskulatur effektiver.“ Der Mix aus Gymnastik, Yoga, Tanz, Pilates und Luftakrobatik macht – nach anfänglicher Mutprobe, sich ins Tuch zu hängen – mega Spaß und trainiert den gesamten Körper.

ANTI-GRAVITY-YOGA-KURSE bieten folgende Fitnessclubs zu den jeweiligen Mitgliederkonditionen an: Aspria in Berlin (www.aspria-berlin.de), Pfitzenmeier in Süddeutschland (www.pfitzenmeier.de), Shark you in Augsburg (www.sharkyou.de), Point in Gerlingen (www.point-sports.de).

Call a Yogi

Call a Yogi - Den Yoga-Coach buchen

Personal Training
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Personal Training

Personal Training gefällig? Allein, mit Freundinnen oder der Familie? Kommt sofort: Genau dafür hat Sonnia Höffken „Call a Yogi“ gegründet, eine Art yogischen Lieferservice. Die international zertifizierte Münchner Yogalehrerin gibt neben Kursen auch Privatstunden, z.B. für Sportler und Manager, Schwangere und Mütter. Und das dort, wo ihre Kunden es wünschen und sich wohlfühlen: zu Hause, im Grünen, im Hotel oder im Büro. Sogar das nötige Yoga- Equipment bringt sie auf Wunsch mit. Der Vorteil: „In den Einzelstunden kann ich sehr viel individueller und zielgerichteter als im klassischen Gruppentraining auf Persönlichkeit und Verfassung meiner Kunden eingehen und passende Übungsreihen, Atem- und Mentalübungen aus wählen“, erklärt Sonnia Höffken. „Der Austausch zwischen Lehrerin und Schüler ist intensiver, weil ich die jeweilige Lebenssituation berücksichtige. Dadurch kann ich meine Schüler auch auf dem Weg ihrer Persönlichkeitsentwicklung oder während einer Lebensphase begleiten.“ Sie muss eben nicht auf 20 Schüler gleichzeitig achten. Zudem entfällt für die Schüler der Neidfaktor: das ständige Vergleichen mit den anderen in der Yogaklasse. Statt äußerer Perfektion zählt beim One-toone-Yoga die innere Haltung und die Bereitschaft, sich auf eine neue Yoga-Erfahrung einzulassen. Obwohl Personal-Yoga ähnlich wie eine Gruppenklasse abläuft, bringt es vielen mehr: Anfänger lernen die Basics schneller, Fortgeschrittene können sich gezielt weiterentwickeln. Und obendrein bekommt man natürlich zusätzliche Tipps fürs eigenständige Praktizieren – weil die meisten die Yogamatte danach öfter mal allein ausrollen.

PRIVATE YOGALEHRER finden Sie z.B. unter www.call-a-yogi.com (ab ca. 80 Euro pro Stunde) oder www.yoga.de und www.3HO.de.

Nivata-Yoga

Nivata-Yoga - Die Stille finden

Frau macht Yoga
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Frau macht Yoga

Zurück zu den Anfängen. Mit dem Yoga der Stille kehrt das Üben zu seinem Ursprung zurück. Katharina und Julian Middendorf reisten zwei Jahre lang durch Indien. Ihr „Mitbringsel“: ein traditioneller, aber quicklebendiger Yogastil, der die uralte Philosophie und Meditation im modernen Alltag (er)lebbar macht und mit dem wir unsere innere Stille auch bei äußerer Lautstärke hören können. Dafür muss niemand stundenlang im Lotossitz sitzen und sich fragen, ob er denn jetzt schon meditiert. Im Gegensatz zu vielen modernen Yogastilen, die meist fließend praktiziert werden, spürt man bei Nivata jeder einzelnen Asana kurz nach. So wird schon die Praxis zur Meditation. Frei von anstrengenden Verrenkungen und schweißtreibendem Auspowern wirkt Nivata mit seinen ungewöhnlichen Asanas sanft, aber nachhaltig auf den Körper. Weil nicht die Choreografie einer Stunde, sondern die energetische Wirkung die Abfolge beim Üben steuert. Dabei bestimmt jeder seine eigene Intensität und das Tempo. „Nivata bringt uns mit seinen vielen Übungen im Liegen, Sitzen und Hocken zurück auf den Boden“, erklärt Katharina Middendorf. Ihre Klassen leiten sie und Julian meist gemeinsam an, neben dem Sonnengruß wird auch der Mondgruß praktiziert, und jede Stunde endet mit Yoga Nidra, einer Entspannung, die auch der „bewusste Schlaf“ genannt wird. Zudem haben sie ein besonderes yogisches Get-together ins Leben gerufen: den „Circle“, bei dem Meditation und Mantren in einem Kreis stattfinden, und ein Nivata-basiertes Coaching für Lebenskrisen.

KLASSEN, KURSE und Workshops listet www.nivata.de auf (ab ca. 10 Euro pro Klasse). Überall möglich: Onlinekurse auf www.yogaeasy.de.

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