Ein Leben mit Angst vor Nähe und Beziehungen Bindungsangst - Symptome und Tipps

Jeder sucht sie - die Liebe. Wer möchte ihn nicht, den Partner, der immer für einen da ist, der zu einem steht, der für immer bei einem bleibt, einen unterstützt und bedingungslos liebt. Wenn der Wunsch real wird und man diese Frau oder diesen Mann gefunden hat, möchte man bestenfalls eine Beziehung mit ihm eingehen und sich binden.

Bindungsangst Tipps und Symptome

Wäre da nicht die Bindungsangst vor Beziehungen, die es für ein gemeinsames Leben zu überwinden gilt. Betroffenen, fällt es schwer, sowohl über das Thema Bindungsangst, als auch über Beziehungen zu sprechen, geschweige denn sich auf eine Beziehung einzulassen. Sie leiden unter ihren Gefühlen. Ursachen für die Bindungsängste gibt es viele.

Ursachen für Bindungsängste

Um Menschen mit Bindungsängsten besser verstehen zu können, ist es wichtig, dass Ihr die Ursachen einer solchen Bindungsangst erkennt. Bindungsphobiker sind sowohl Frauen, als auch Männer, die darunter leiden. Eine Beziehung stellt für sie eine Art "Bedrohung" dar, die ihnen ihren Freiraum und ihre Selbstständigkeit nimmt. Starke Enttäuschungen durch vorherige Beziehungen oder der Eltern oder schlechte Kindheitserinnerungen oder gestörte Beziehungen zur Mutter können sich

besonders bei Männern negativ auf ihre späteren Bindungen auswirken. Die Angst vor zu viel Liebe, seelischer Nähe, Verpflichtungen und Verantwortung erschwert die Situation der Betroffenen zusätzlich. Ihr Problem: Tiefe Gefühle für einen Menschen zu empfinden, macht sie abhängig von dieser Person und verletzlich.

Daher lassen sich viele Betroffene gar nicht erst auf das Thema feste Beziehung ein. Sie wollen nicht verletzt werden. Die ständige Angst, in einer Partnerschaft zu sehr eingeengt zu werden, keine Zeit mehr für sich selbst zu haben und zu kurz zu kommen, ist groß und kaum zu überwinden. Die betroffenen Menschen, meist Männer, wollen keinen Schmerz, haben vor allem Angst vor Ausnutzung, Ablehnung, Fehlern, ihren eigenen Gefühlen und vor dem Verlust der eigenen Kontrolle. Sie wünschen sich Freiheit.

Manche Frauen und Männer führen lieber Affären, um der Liebe, einer Partnerschaft und ihren eigenen Gefühlen aus dem Weg zu gehen und zugleich um ihre eigene Lust befriedigen zu können. Sie glauben, dass sie so ihren Problemen entkommen und nicht allein bleiben. Statt die Ängste in ihrem Leben zu überwinden, halten sie an der Distanz fest, wenn Liebe mit ins Spiel kommt.

Symptome der Bindungsangst

Von Mensch zu Mensch können die Anzeichen mit ihren daher gehenden Problemen unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Typische Zeichen, um eine Bindungsangst zu erkennen, sind das Fernhalten des Gegenübers, also des Mannes oder der Frau durch unterschiedlichste Strategien. Um nicht so viel Nähe und längerfristigen Planungen zuzustimmen, wünschen sie Abstand. So wird nicht selten eine Verabredung kurz vor der vereinbarten Zeit abgesagt.

Ein Streit wird häufig ausgelöst, indem der Betroffene verletzliche Behauptungen ausspricht, um sich selbst vor zu intensiver Nähe zu schützen und die Distanz zum Partner zu bewahren. Bindungsphobiker wirken oftmals kalt und abweisend. Sie schützen sich selbst, indem sie schönen Situationen möglichst aus dem Weg gehen und Menschen zurücklassen, um selbst nicht allein gelassen zu werden.

Menschen, die unter Bindungsangst leiden, verlieben sich oft in Personen, die bereits in einer Beziehung sind. Es ist die einfachste Möglichkeit, einer echten Beziehung und starker emotionaler Nähe aus dem Weg zu gehen.

Doch nicht nur emotional macht sich die Bindungsangst bemerkbar - auch körperlich fordert die Angst ihren Tribut. Schweißausbrüche, Herzrasen, Anspannung, Beklemmungsgefühle und Panikattacken gehören in die Liste der Symptome. 

Andere hingegen führen eine Liebesbeziehung, in der sie jedoch mehr Verlustängste und Eifersucht, als Liebe und Glück verspüren. Haben sie in der Anfangsphase noch den anderen geliebt, lieben sie ihren Partner nach einer gewissen Zeit meist nur noch sporadisch. "Beenden und aufgeben" lautet dann häufig für den Freund die Devise.

Behandlung gegen Bindungsängste

Erkennt und überwindet die Angst, das ist der erste Schritt für eine erfolgreiche Behandlung. Bevor Ihr mit einer Behandlung beginnt, solltet Ihr Euch die folgenden Fragen stellen: Wann habt Ihr Angst oder wann glaubt Ihr Angst zu haben? Was genau macht Euch Angst? Welches Erlebnis hat Euch damals so geprägt, dass Ihr dann Angst verspürt? Habt Ihr Angst, etwas zu verlieren? Wie äußern sich Eure Ängste? Welchen Umgang bevorzugt Ihr, damit Ihr Euch in Beziehungen wohlfühlt? Was müsst Ihr selbst tun, um Euch zukünftig auf eine enge Bindung einlassen zu können?

In manchen Fällen kann es helfen, die eigene Familie, die Eltern und Freunde in ihren Beziehungen zu beobachten. Wie gehen diese in bestimmten Situationen miteinander um? Gibt es gegebenenfalls Ähnlichkeiten zu Eurem Verhalten, die Euch auffallen? Auch das Reden mit der Familie kann Euch weiterhelfen.

Zieht auf alle Fälle keine voreiligen Schlüsse und haltet die Partnerschaft. Redet mit Eurem Partner, bevor Ihr eine enge Bindung eingeht und gebt ihr oder ihm die Chance, auf Euch einzugehen. Sprecht besonders in den Situationen, in denen Ihr Euch eingeengt fühlt, über Eure Ängste und Gefühle. Stärkt Euer Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen und äußert Wünsche gegenüber dem Partner. Anfangs mag es schwer erscheinen, sich mit seinen Ängsten und Emotionen auseinanderzusetzen - aber je mehr Ihr Euch öffnet und auf eine Beziehung oder eine Affäre einlasst, desto mehr werdet Ihr merken, dass viele Befürchtungen im eigenen Kopf und nicht in der Realität stattfinden. Mit einer zwischenmenschlichen Beziehung geht Ihr zwar auch immer das Risiko ein, verletzt zu werden - aber Ihr habt auch die Chance Nähe und Zuneigung zu gewinnen. Ein Preis, um den es sich zu kämpfen lohnt.

Autor: Mareike Schumacher

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