Kondom gerissen: Was tun?

Kondom gerissen: Das können Sie jetzt tun

Das Kondom gehört zu den beliebtesten Verhütungsmitteln – und das zu Recht, schließlich handelt es sich dabei um eine sichere Methode, um sich vor Krankheiten und ungewollter Schwangerschaft zu schützen. Doch durch verschiedene Faktoren kann das Kondom beschädigt werden. Wir erklären, was Sie tun können, wenn das Kondom gerissen ist.

Neben der Antibabypille ist das Kondom das beliebteste Verhütungsmittel. Laut einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aus dem Jahr 2018 nutzten rund 46 Prozent der sexuell aktiven Menschen ein Kondom, um sich beim Geschlechtsverkehr vor sexuell übertragbaren Krankheiten und ungewollter Schwangerschaft zu schützen. 

Kondom: Sicheres Verhütungsmittel

Das Kondom hat einen Pearl-Index von 2 bis 12, was bedeutet, dass zwischen zwei und zwölf von 100 Frauen innerhalb von einem Jahr trotz dieser Verhütungsmethode schwanger werden. Generell ist das Kondom eine sichere Verhütungsmethode, jedoch kann es in der Anwendung zu Fehlern kommen, die dazu führen, dass das Kondom reißt. Dies kann beispielsweise passieren, wenn eine falsche Kondomgröße verwendet wird oder Sie kein Gleitmittel nutzen, obwohl die Vagina nicht feucht genug ist.

Kondom gerissen: Was tun?

Wenn das Kondom gerissen ist, gilt in erster Linie: Ruhe bewahren. Folgende Maßnahmen helfen Ihnen außerdem dabei, sich bestmöglich vor Krankheiten und einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen. 

1. Waschen

Unabhängig davon, ob Sie oder Ihr Geschlechtspartner zum Orgasmus gekommen sind, sollten Sie einige Sofortmaßnahmen ergreifen, wenn das Kondom beim Geschlechtsverkehr gerissen ist. Als ersten Schritt sollten Sie duschen, um Sperma und andere Körperflüssigkeiten abzuwaschen. Spülen Sie Vagina und After von außen ab. Beim Penis sollte die Vorhaut zurückgezogen werden, bevor dieser unter fließendem Wasser mit Seife gesäubert wird. Urinieren kann zudem dabei helfen, mögliche Krankheitserreger aus der Vagina zu befördern.

2. Arzt aufsuchen

Suchen Sie anschließend, wenn möglich, lhren Gynäkologen oder Ihre Gynäkologin auf. Diese:r kann Ihnen die Pille danach verschreiben, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. Eine Alternative dazu ist, sich als Notfallverhütung eine Kupferspirale einsetzen zu lassen, die anschließend eine Liegedauer von 3 bis 5 Jahren haben kann. Zusätzlich kann Ihr Arzt Sie auf mögliche Geschlechtskrankheiten testen. Falls Sie keine Arztpraxis aufsuchen können, kann Ihnen die Pille danach in der Apotheke unter Umständen ohne Rezept verkauft werden. 

3. Pille danach

Wenn das Kondom gerissen ist, besteht die Möglichkeit, schwanger zu werden. Um dies zu verhindern, können Sie die Pille danach einnehmen, die den Zeitpunkt des Eisprungs verzögern kann. Wichtig ist, dass Sie diese so schnell wie möglich einnehmen, nachdem das Kondom gerissen ist. Spätestens jedoch innerhalb von 12 Stunden nach dem Verhütungsunfall. Abhängig vom Produkt kostet die Pille danach zwischen 16 und 35 Euro. 

4. Geschlechtskrankheiten testen

Wenn das Kondom gerissen ist, besteht die Möglichkeit, dass Sie sich mit einer Geschlechtskrankheit wie Syphilis, Chlamydien oder Gonorrhoe infiziert haben. Nicht immer äußern diese sich durch Beschwerden und können unentdeckt mitunter gefährliche Folge wie Unfruchtbarkeit nach sich ziehen. Aus diesem Grund kann es Sinn ergeben, sich auf Geschlechtskrankheiten testen zu lassen, wenn das Kondom gerissen ist. Dies können Sie beispielsweise bei Ihrem Dermatologen oder Ihrem Gynäkologen tun.

Wichtig: Wenden Sie sich bei einem Risikokontakt mit HIV schnellstmöglich an eine Schwerpunktpraxis in Ihrer Nähe. Dieser kann Ihnen eine Postexpositionsprophylaxe (PEP) verschreiben, um eine mögliche HIV-Infektion zu verhindern.

Video: Verhütungsmittel im Überblick – welches sind die sichersten?

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