Schmerzhaft, aber meist harmlos Frostbeulen - Symptome, Ursachen, Behandlung

Wie kommt es zu den geschwollenen Beulen und welche Spätfolgen können auftreten?

Kälte, Gesundheit

Vor allem die Finger und Zehen, der Hand- und Fußrücken sowie das Gesicht, die Ohren, die Nase und die Vorder- und Außenseiten der Ober- und Unterschenkel können von Frostbeulen befallen werden. Frostbeulen sind keine Erfrierungen und in der Regel ungefährlich. Sie können jedoch auch chronische Schmerzen und Hautveränderungen verursachen.

Frostbeulen entstehen vor allem im Frühjahr und Winter

Im Volksmund werden Menschen als Frostbeulen bezeichnet, die leicht frieren und einfach nicht richtig warm werden. Medizinisch gesehen handelt es sich bei Frostbeulen um körperliche Reaktionen, die vorwiegend bei kalten Temperaturen auftreten. Die in der Regel ungefährlichen Frostbeulen zählen in der Medizin zu den Durchblutungsstörungen und zeigen sich unter der Hautoberfläche an schlecht durchbluteten Körperteilen. Zu erkennen sind sie an einer beulenförmigen Ausbuchtung der Haut, die sich leicht nach oben wölbt. Sie kann rötlich oder bläulich verfärbt sein und schmerzhaft auf Druck reagieren. Auch juckende und brennende Hautveränderungen können ein Symptom der unzureichenden Sauerstoffversorgung der Blutgefäße sein. Besonders häufig kommt es zu Frostbeulen, wenn die Außentemperaturen um den Gefrierpunkt liegen und sich bei feuchtkalter Witterung die Blutgefäße zusammenziehen. Das Gewebe wird dann nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und entzündet sich.

Kältebedingte Durchblutungsstörungen können auch chronisch werden

In der Regel kommt es zu keinen Folgen durch Frostbeulen. Sie verheilen innerhalb von 3-6 Wochen von selbst. Wärme hilft nicht nur zur Behandlung der entzündeten Körperregionen, sondern kann auch vorbeugend eingesetzt werden. Kälte sollte in dieser Zeit, wenn möglich, vermieden werden. Ärzte empfehlen während des Heilungsprozesses auf das Rauchen zu verzichten, da Nikotin einen negativen Einfluss auf die Gefäße hat. Bei schweren Frostbeulen hilft der Arzt mit einer medikamentösen Behandlung. Hier gibt es unterschiedliche Ansichten zu deren Wirkung und es liegen bisher keine offiziellen klinische Studien vor. Wer sich wiederholt ungeschützt der Kälte aussetzt, riskiert chronische Schwellungen an den gefährdeten Körperteilen. Eine akute Frostbeule liegt vor, wenn diese kurze Zeit oder wenige Stunden nach der Kälteexposition auftritt.

Wirksame Mittel gegen Frostbeulen

Grundsätzlich ist Wärme die beste Therapie bei Frostbeulen. Je nach Ausprägung der Hautentzündungen kann eine geeignete Wundbehandlung notwendig sein. In diesem Fall hilft euch der Rat des Arztes oder des Apothekers weiter. Hautpflegemittel sollten nur dann angewendet werden, wenn die Wunde verschlossen ist. Ringelblumencreme wird häufig für die Pflege normaler Haut empfohlen. Gesunde Haut ist mit einer natürlichen Feuchtigkeitsbarriere ausgestattet und kann der Kälte bis zu einem gewissen Grad trotzen. Ist die Haut nicht ausreichend gepflegt und vorgeschädigt, etwa durch Schuppenbildung oder kleine Risse, neigt sie eher zu Frostbeulen. Handwärmer, Wärmeauflagen, dicken Socken, feste Schuhe und Handschuhe können zur unterstützenden Wärmetherapie eingesetzt werden.

Welche Risikofaktoren und Komplikationen gibt es bei Frostbeulen?

Verschiedene Untersuchen haben gezeigt, dass Frostbeulen vor allem bei Frauen auftreten. Ein tiefer BMI erhöht ebenfalls das Risiko für Frostbeulen. Die schlechte Blutzirkulation und eine genetische Vorbelastung konnten genauso als mögliche Risikofaktoren identifiziert werden, wie das Motorradfahren, das Reiten und der ausgeübte Beruf. Weiterhin sind Frostbeulen als Folge der Hauterkrankung Lupus erythematodes bekannt, bei der es sich um eine Autoimmunkrankheit handelt. Wenn sich die betroffene Körperregion auch nach mehreren Wochen adäquater Therapie und individueller Vorbeugung noch immer auffällig oder schmerzhaft zeigt, kann der Arzt in einer kurzen Untersuchung feststellen, ob es sich um eine Komplikation handelt oder ob eine chronische Entzündung durch Kälteexposition vorliegt.

Mögliche Komplikationen von Frostbeulen sind:

  • Blasenbildung und schuppende Hautveränderungen
  • Narbenbildung und Absterben der Haut
  • Geschwürige Veränderungen auf der Haut
  • Dünnerwerden der Haut, auch Gewebeschwund genannt

Frostbeulen vorbeugen

Bei der Kleiderwahl könnt ihr schon eine Menge tun, um das Auftreten von Frostbeulen zu verhindern. Vor allem die Kopfbedeckung ist bei kaltem oder kaltfeuchtem Wetter wichtig. Über den Kopf strahlt der Mensch einen Großteil seiner Körperwärme ab. Mützen, Hüte oder eine Kapuze können das verhindern und zum Erhalt der Körpertemperatur und einer guten Durchblutung beitragen. Schuhe und Handschuhe sind so zu wählen, dass sie nicht einengen. Alles was einschnüren könnte, dazu gehören auch Armbänder oder Sockenbündchen, sollte vermieden werden. Das würde die Durchblutung zusätzlich verschlechtern und so das Risiko für das Auftreten von Frostbeulen begünstigen. Die gesamte Kleidung sollte stets der Witterung angepasst sein. Vor allem bei feuchtkaltem Wetter hat sich wasserundurchlässige und atmungsaktive Kleidung bewährt. Die Materialien sollten die Körperwärme gut erhalten können und gegen Wind und Regen von außen schützen. Gefütterte Jacken und Schuhe geben zusätzliche Sicherheit gegen den Wärmeverlust. Auf Alkohol sollte beim Aufenthalt in der Kälte verzichtet werden, da es die Gefäße weitet und der Wärmeverlust beschleunigt wird.

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