12. April 2021
Magnesium – das müssen Sie bei der Einnahme beachten

Magnesium – das müssen Sie bei der Einnahme beachten

Da unser Magnesiumbedarf nicht allein über die Ernährung gedeckt werden kann, greifen viele zu Magnesiumpräparaten, um so ihre Gesundheit zu unterstützen. Bei der Einnahme und Dosierung von Magnesium schleichen sich aber immer wieder Fehler ein. Expertin und Apothekerin Dr. Jutta Doebel verrät Ihnen, was es zu beachten gibt.

Das müssen Sie bei der Einnahme von Magnesium beachten

Viele von uns setzen nicht nur auf magnesiumreiche Lebensmittel, sondern auch auf Magnesiumpräparate. Doch wussten Sie, dass Sie bei der Einnahme von Magnesium auch einiges falsch machen können? Wir decken die beliebtesten Fehler auf und geben Ihnen Tipps zur richtigen Anwendung

1. Dosierung

Wie viel Magnesium Sie pro Tag benötigen, hängt von Ihrem Alter und Ihrem Geschlecht ab. Vielleicht haben Sie sogar einen erhöhten Bedarf – ihr Arzt kann Ihnen darüber Auskunft geben. Übrigens: Überschüssige Mengen an Magnesium werden vom Darm wieder ausgeschieden.

Frau Dr. Doebel sagt:

Es ist selten der Fall, dass jemand zu viel Magnesium einnimmt, die Wahrscheinlichkeit ist also sehr gering. Wenn es dennoch mal der Fall sein sollte, bekommt man einen zu weichen Stuhl. Das ist unangenehm, aber keinesfalls gefährlich.

2. Tageszeit

Haben Sie die richtige Dosis gefunden, sollten Sie die Gesamtmenge auf zwei bis drei Einzeldosen über den Tag verteilen. Kleine Mengen können nämlich besser vom Körper verwertet werden als eine große. Wer in erster Linie Krämpfen in der Nacht vorbeugen möchte, sollte sich das Magnesium am Abend zuführen. Sportler sollten Magnesium nach dem Training einnehmen.

3. Magnesiumräuber

Verschiedene Substanzen können dem Körper das Magnesium wieder entziehen und die Aufnahme von Magnesium erschweren. Zu diesen Magnesiumräubern zählen zum Beispiel verschiedene Arzneimittel, Koffein, Genussmittel wie Alkohol und Nahrungsmittel wie Rhabarber und Mangold, die Oxalsäure enthalten.

4. Einnahmedauer

Es kann einige Wochen dauern, bis ein Magnesiummangel ausgeglichen ist. Dr. Doebel rät hierzu:

Magnesium ist ein gutes Lebensmittel und kann und sollte regelmäßig zugeführt werden. Sofern man sich an die Zufuhrempfehlungen der DGE hält, kann es dauerhaft und langfristig eingenommen werden. Insbesondere Menschen, die für sich nicht gewährleisten können, Magnesium über ihren normalen Nahrungsweg ausreichend aufzunehmen, sollten sich für eine Substitution entscheiden. Es ist absolut bedenkenlos und ein wertvoller Beitrag für eine gesunde Ernährung. Auch Schwangere und ältere Menschen profitieren übrigens besonders von Magnesium.

Setzen Sie die Einnahme also auch fort, wenn akute Beschwerden, wie Muskelkrämpfe bereits nachlassen. Nur so kann Ihr Magnesiumspeicher nachhaltig aufgefüllt werden.

5. Abstand

Nehmen Sie bestimmte Medikamente oder Spurenelemente ein, sollte Magnesium nur mit einem zeitlichen Abstand von mindestens zwei Stunden eingenommen werden. Bei einer zeitgleichen Einnahme von Zink, Eisen oder Kalzium kann es nämlich zu einer verminderten Aufnahme der einzelnen Nährstoffe kommen. Bei einer Dauermedikation mit Schilddrüsenhormonen ist besondere Vorsicht geboten. Auch hier kann es zu einem Wirkverlust kommen.

6. Darreichungsform

Egal ob Tabletten oder Kapseln, Trinkgranulate oder Direktgranulate – heutzutage ist Magnesium in vielen verschiedenen Verbindungen erhältlich. Für welche Darreichungsform Sie sich letztendlich entscheiden, liegt jedoch ganz allein in Ihrer Hand und sollte nach Ihren persönlichen Anforderungen an das Präparat entschieden werden. Bisher gibt es keine wissenschaftlichen Belege darüber, dass eine Darreichungsform besser oder schlechter ist, als eine andere.

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Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt daher Erwachsenen eine tägliche Magnesium-Zufuhr von 300 bis 400 mg. Wird der Bedarf nicht gedeckt, kann es zu Mangelerscheinungen kommen. Dr. Doebel weiß:

Die Anzeichen für einen Magnesiummangel können sehr vielfältig sein. Ein sehr bekanntes akutes Symptom sind Wadenkrämpfe. Viele Menschen bekommen diese entweder nachts oder beim Sport. Aber auch Lidzucken, Herzholpern oder Verspannungen der Rücken,- und Nackenmuskulatur sind häufig. Durch die Wirkung von Magnesium auf das zentrale Nervensystem kann es auch zu Müdigkeit und Erschöpfung, Abgeschlagenheit, innerer Unruhe und Stress führen. Damit ein Magnesiummangel nicht zu chronischen Störungen des Stoffwechsels führt, ist deshalb eine regelmäßige, ausreichende Zufuhr wichtig.

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