Diffuser Haarausfall: Symptome, Ursachen und Behandlung

Diffuser Haarausfall: Das müssen Sie zu Symptomen, Ursachen und Behandlung wissen

Fallen Ihnen gleichmäßig Ihre Haare aus, handelt es sich um diffusen Haarausfall. Erfahren Sie hier alles rund um Symptome, Ursachen und Behandlung von diffusem Haarausfall. 

Dass wir täglich Haare verlieren, ist vollkommen normal. Etwa 100 Stück gelten als unbedenklich. Entdecken Sie allerdings mehr Haare in Ihrer Bürste oder im Ausfluss Ihrer Dusche, ist von Haarausfall die Rede. Dieser ist keine Seltenheit und kann sich unterschiedlich äußern: Bei Haarausfall wird differenziert zwischen lokalisiertem Haarausfall, komplettem Haarausfall und gleichmäßigem Haarverlust – auch bekannt als diffuser Haarausfall.

Was ist diffuser Haarausfall?

Bei diffusem Haarausfall ist der gesamte Kopf betroffen. Überall auf der Kopfhaut wird das Haar lichter und es wächst dünner nach. Die Kopfhaut kann unter den Haaren durchschimmern. Diffuser Haarausfall kann in jedem Alter auftreten, Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Symptome von diffusem Haarausfall

Wie bereits erwähnt, fallen Ihnen bei einem diffusen Haarausfall die Haare gleichmäßig aus. Doch es gibt noch weitere Anzeichen, die diffusen Haarausfall von anderen Haarausfall-Formen unterscheiden:

  • Im Gegensatz zum erblich bedingten Haarausfall haben Betroffene keine Geheimratsecken.
  • Auch werden nicht – wie beim kreisrunden Haarausfall – vereinzelt bestimmte Stellen licht.
  • Ein vollkommener Haarausfall und eine Glatze sind ebenfalls unwahrscheinlich.

Ursachen von diffusem Haarausfall

Es gibt verschiedene Gründe, die hinter diffusem Haarausfall stecken. Um die genaue Ursache feststellen zu können, sollten Sie sich ärztlichen Rat einholen. Im Folgenden nennen wir Ihnen die gängigsten Ursachen, die diffusen Haarausfall hervorrufen können. 

Nährstoffmangel

Nicht selten ist ein Nährstoffmangel die Ursache für diffusen Haarausfall. Die gute Nachricht: Wer sich ausgewogen und gesund ernährt, braucht in der Regel keinen Mangel zu befürchten. Allerdings kann eine einseitige Ernährung oder Erkrankungen dazu führen, dass Ihnen wertvolle Vitamine und Mineralstoffe fehlen. So kann eine Unterversorgung mit Selen, Kupfer, Zink, Eisen sowie Aminosäuren Ihr Haarwachstum stören.

Erkrankungen

Auch verschiedene Krankheiten können hinter Ihrem Haarausfall stecken. Dazu gehören zum Beispiel:

Diabetes:

Bei einer Diabeteserkrankung kommt es zu Veränderungen des Stoffwechsels. Solche Veränderungen können zu einer Unterversorgung der Haarfollikel und dementsprechend zu diffusem Haarausfall führen. Außerdem kann das Immunsystem durch die Erkrankung geschwächt werden. Es kann daher schneller zu Entzündungen der Kopfhaut kommen, was ebenfalls einen lichter werdenden Schopf begünstigt.

Schilddrüsenerkrankungen:

Liegt eine Funktionsstörung wie zum Beispiel eine Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse vor, kann dies ebenfalls zum Verlust der Haare beitragen. Da eine Störung des Hormonhaushalts vorliegt, gelangen zu wenig oder zu viele Schilddrüsenhormone in die Haarfollikel. Die Folge: Ihr Haarwachstum kann sich verändern und Haare können ausfallen. 

Hormonelle Umstellungen

Eine weitere Erklärung diffusen Haarausfalls sind hormonelle Umstellungen, beispielsweise während der Wechseljahre, durch eine Schwangerschaft oder die Antibabypille. Während einer Schwangerschaft steigt der Östrogenspiegel, was das Haarwachstum anregt. Nach der Geburt sinkt der Östrogenspiegel und viele Frauen bemerken, dass Ihnen die Haare ausfallen. Solche Hormonschwankungen regulieren sich nach einigen Monaten, sodass sich auch der Haarausfall normalisiert. Ein ganz ähnlicher Effekt tritt auch beim Absetzen der Pille ein.

Chemotherapie und Bestrahlung

Diffuser Haarausfall ist häufig auch eine Folge von einer Chemotherapie oder Bestrahlung. Deren Ziel ist es, rasch teilende Zellen anzugreifen. Dabei werden aber nicht nur Tumorzellen, sondern auch die Zellen der Haarfollikel befallen, weshalb Ihre Haare ausfallen. Nach Beendigung der Therapie wachsen die Haare wieder nach.

Stress

Stehen Sie vermehrt unter Stress, kann sich das ebenfalls auf Ihr Haarwachstum auswirken. Warum? Sind Sie gestresst, wird vermehrt das Hormon Cortisol ausgeschüttet, das Ihr Haarwachstum hemmen kann. Hinzu kommt, dass sich dank des Cortisols die Nervenfasern erhöhen, welche die Follikel umgeben. Diese Nervenfasern setzen unter anderem Botenstoffe frei, welche entzündliche Reaktionen freisetzen und dementsprechend Haarausfall begünstigen können.

Diffusen Haarausfall stoppen: Welche Behandlungen sind möglich?

Die Therapie richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Ist zum Beispiel ein Nährstoffmangel verantwortlich für den diffusen Haarausfall, können die fehlenden Nährstoffe durch Präparate ausgeglichen werden. Ist die Schilddrüse der Grund für Ihren Haarausfall, gilt es die Funktionsstörung medikamentös behandeln zu lassen.

Um das Haarwachstum anzuregen, empfehlen Ärzte häufig Medikamente mit Minoxidil. Diese gehören zu den Antihypertensiva, welche bei Bluthochdruck angewendet werden. Ihre gefäßerweiternde Funktion soll die Haarwurzeln besser durchbluten und bei der Neubildung von Blutgefäßen unterstützen. Das Präparat wird zweimal täglich auf die Kopfhaut aufgetragen und leicht einmassiert. 

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