Krallen schneiden beim Hund: So klappt’s

Krallen schneiden beim Hund: So klappt’s

Krallenschneiden ist nicht einfach nur eine kosmetische Notwendigkeit. Sind die Krallen Ihres Hundes zu lang, können sogar ernsthafte gesundheitliche Folgen entstehen. Wir verraten, wie Sie sie richtig schneiden.

Zu lange Krallen unbedingt schneiden

Lange Krallen können Ihrem Hund erhebliche Probleme verursachen. Klickern die Krallen bei jedem Schritt auf dem Untergrund, können Ihrem Hund unangenehme Druckschmerzen entstehen. Hunde versuchen, den Schmerz zu lindern, indem sie ihre Pfoten schrägstellen und ihr Gewicht beim Auftreten verlagern. Dadurch entstehen Haltungsschäden, Bewegungsstörungen und Muskelverspannungen.

Um Ihrem flauschigen Fellfreund Schmerzen zu ersparen, sollten Sie die Krallen alle paar Wochen schneiden. Wie oft Sie mit Krallenzange und Co. ansetzen müssen, hängt davon ab, wie schnell die Krallen Ihres Hundes wachsen. Bei sehr aktiven Hunden werden die Krallen beim Laufen und Toben automatisch etwas abgetragen. Hier müssen Sie nicht allzu oft nachschneiden. In der Regel sollten Sie sich die Krallen Ihres Hundes aber etwa alle drei bis vier Wochen einmal vornehmen.

Aufbau der Krallen

Hundekrallen bestehen wie menschliche Fingernägel aus Horn. Und wie unsere Nägel haben auch die Krallen Ihres Hundes ein Nagelbett. Dieses liegt allerdings in der Mitte der kegelförmig, gespitzt zulaufenden Kralle und wird „Leben“ genannt. Das Leben besteht aus Blutgefäßen und Nervenbahnen. Beim Krallenkürzen dürfen Sie niemals in das Leben der Krallen schneiden.

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Anleitung zum Krallenschneiden: Mit diesen Tipps klappt’s garantiert

Wer noch nie selbst die Krallen des eigenen Hundes gestutzt hat, ist mitunter sehr nervös vor dem ersten Einsatz der Krallenzange und Krallenfeile. Sind Sie unsicher und ängstlich, kann sich dies auch auf Ihren Hund übertragen. Trauen Sie sich nicht zu, das Krallenschneiden selbst in die Hand zu nehmen, holen Sie sich fachmännischen Rat in Hundesalons oder bei Ihrem Tierarzt oder Tierärztin. Gucken Sie sich die Prozedur genau an und probieren Sie unter Anleitung die richtigen Schritte und Bewegungen. Sind Sie selbst ruhig und entspannt, wird sich auch Ihr Hund wesentlich besser entspannen können.

Beim Krallenschneiden gehen Sie dann wie folgt vor:

  1. Vertrauensvolle Atmosphäre aufbauen: Streicheleinheiten und ausgiebiges Kuscheln schaffen eine entspannte und vertrauensvolle Atmosphäre. Auch Pfotenmassagen können helfen, Ihren Hund zu entspannen. Beim Massieren können Sie gleichzeitig begutachten, ob die Ballenzwischenräume von Haaren freigeschnitten werden müssen, wie lang die Krallen tatsächlich sind und ob es etwaige Auffälligkeiten an den Pfoten gibt. Streicheln und Kraulen beruhigt Hund und Menschen gleichfalls. Sie können die Krallenwerkzeuge wesentlich ruhiger ansetzen und Ihr Hund wird seine Pfote nicht panisch wegzuziehen versuchen. Eine ruhige Atmosphäre hilft, ungewollten Verletzungen vorzubeugen.
  2. Mit der Krallenzange schneiden: Die Krallenzange muss unbedingt waagerecht an die Kralle angesetzt werden. Mit mehreren kleinen Schnitten kürzen Sie die Kralle nun ein. Achten Sie immer auf die Blutgefäße und Nervenbahnen in den Krallen. Diese dürfen nicht eingeschnitten werden, da es Ihrem Hund starke Schmerzen verursacht. Schneiden Sie daher immer nur kleine Stücke ab. Achtung: Bei hellen Krallen können Sie die Blutgefäße und Nerven des Nagelbetts in der Kralle gut mit bloßem Auge erkennen. In dunklen Krallen fällt dies mitunter sehr schwer. Hier hilft eine Taschenlampe. Leuchten Sie von unten gegen die Pfote. Das Leben in den Krallen ist dann viel besser zu erkennen.
  3. Schnittkante feilen: Haben Sie genug Horn von der Kralle entfernt, nehmen Sie die Krallenfeile zur Hand. Glätten Sie die Schnittkanten an den Krallen nun so, dass keine scharfen Kanten zurückbleiben, mit denen Ihr Hund in Textilien hängenbleiben könnte. Feilen Sie mit der Wuchsrichtung der Kralle von oben nach unten, um Absplitterungen oder Krallenbruch zu vermeiden.

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