Umweltschutz Krisengipfel: Massives Waldsterben wegen des Klimawandels

Der Wald in Deutschland steht wegen des Klimawandels vor einem Kollaps. Die Forst- und Agrarminister der Unionsparteien beraten heute in Sachsen über den Zustand des Waldes. 

Abgestorbene_Bäume_im_Nationalpark_Harz

Deutschland droht laut Experten ein Waldsterben "ungeahnten Ausmaßes". Argrarministerin Klöckner sucht in Moritzburg mit CDU-Fachministern nach Lösungen. 
Dem deutschen Wald geht es laut Aussagen des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) schlecht, da es öfter und heftiger stürmt, weniger regnet und sich Schädlinge wie der Borkenkäfer ausbreiten. Folgen sind enorme Schäden von der Ostsee bis zum Bodensee. Der BUND spricht von einem massiven Waldsterben 2.0 seit den 1980er Jahren. 

Warum geht es dem Wald schlecht?

Bei der letzten Bundeswaldinventur des Bundeslandwirtschaftsministeriums im Jahr 2012 wurde festgestellt, dass ein Drittel der Fläche Deutschlands, ca. 11,4 Millionen Hektar, mit Wald bedeckt sind. Zwischen 2002 und 2012 wuchs sogar der Waldbestand um 0,4 Prozent an. Bei der nächsten Bauminventur 2021 dürfte das Ergbnis jedoch ernüchternd ausfallen, da schon 2018 mehr als 100.000 Hektar Wald bundesweit zerstört wurden. Besonders Kiefern, Buchen, Eichen und Fichten seien davon betroffen. Schuld am Waldsterben seien laut BUND und mehrerer Landesminister die Monokulturen, Hitze, Stürme, wenig Regen und der Borkenkäfer. Nach langen Trockenperioden wie zuletzt im Sommer 2018, können Bäumen nicht mehr ausreichend Harz bilden und sind dann für Schädlinge besonders anfällig. 

Wofür ist der Wald wichtig?

Pflanzen und Bäume sind für die Klimaregulation zuständig und schwächen Wetterextreme wie Hitze, Frost, Trockenheit und Stürme. Sie filtern CO2 und wandeln es in Sauerstoff um. Außerdem sind sie Heimat für zahlreiche Tiere und halten somit das empfindliche Ökosystem aufrecht. Forscher der ETH Zürich haben berechnet, dass neu gepflanzte Bäume zwei Drittel aller CO2-Emissionen seit Beginn der Industrialisierung aufnehmen könnten. Dafür müsste ein Drittel des aktuellen Baumbestandes weltweit erneut gepflanzt werden. Laut der Forscher würden 1,7 bis 1,8 Milliarden Hektar Bäume Agrarflächen und Städte nicht beeinträchtigen. 

Was fordern Verbände, Wissenschaft und Politik?

Laut BUND sollen die Nadelholzkulturen vieler Wälder in "naturnahe Laubmischwälder" umgestaltet werden. Diese bieten eine genetische und artenreiche Vielfalt, die mit unterschiedlichsten Bedingungen zurechtkämen. Außerdem soll es keine Monokulturen von Fichten und Kiefern mehr geben. Um die Wälder klimaresistenter zu machen, sollen sie ökologischer bewirtschaftet werden. Auch sollen zehn Prozent als Naturwälder bzw. "Urwälder" zugelassen werden. 

Wie kann ich selber dem Wald helfen?

Mit wenigen Tricks ist es einfach, den Wald zu unterstützen:

  • den CO2-Ausstoß reduzieren, z.B. durch weniger Auto fahren oder Fleisch essen
  • Möbel gebraucht kaufen
  • Lebensmittel nicht verschwenden
  • Papier recyclen und/oder weniger nutzen
  • Lebensmittel regional kaufen
  • Strom sparen, z.B. Standby ausschalten, Wasch- und Spülmaschine nur voll einschalten, Schnellkochtopf benutzen, auf stromsparende Geräte umsteigen etc.)
  • Energie sparen, z.B. mit Gas oder Pellets heizen, Heizungsanalagen modernisieren, Böden, Wände und Decken dämmen, Duschen statt Baden)
  • Öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad nutzen und zu Fuß gehen

Autor: Christina Liersch