30. März 2021
Testosteronmangel beim Mann: Ursachen und Therapie

Testosteronmangel beim Mann: Ursachen und Therapie

Die Muskeln wolle nicht wachsen oder schrumpfen sogar und der Sexualtrieb ist abhandengekommen? Der Testosteronmangel beim Mann kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Hier sind die Anzeichen, Ursachen und Therapiemöglichkeiten.

Das männliche Sexualhormon Testosteron wird beim Mann in den Hoden gebildet. Die dortige Produktion wird wiederum von drei weiteren Hormonen beeinflusst und unterliegt natürlichen Schwankungen. Daher ist der Testosteronspiegel selbst bei gesunden Männern verschieden hoch und sehr individuell. Ein vergleichsweise niedriger Testosteronspiegel muss daher noch lange nicht bedeuten, dass ein krankhafter Testosteronmangel vorliegt. Auch die Tageszeit beeinflusst das Hormon: Früh morgens und vormittags ist der Spiegel am höchsten und sinkt dann im Tagesverlauf ab.

Testosteronmangel beim Mann – erste Anzeichen und Symptome

Akute sowie chronische Mängel des Sexualhormons können sich von Mann zu Mann unterschiedlich äußern. Die folgenden Anzeichen können erste Warnsignale für zu wenig Testosteron im Körper sein:

  1. ErektionsproblemeIhr Sexualtrieb ist noch vorhanden, aber eine Erektion kommt nicht oder nur unzureichend zustande.
  2. Schwindende Libido: Ihr Sexualtrieb hat im Vergleich zu früheren Zeiten deutlich nachgelassen oder ist ganz verschwunden.
  3. Fehlende Energie: Ihnen fehlt die Energie für zusätzliche Aktivitäten neben der Arbeit, z.B. sportliche Hobbys oder Treffen mit Freunden.
  4. Bauchfett: Ein dicker Bauch kann sowohl Ursache als auch Folge eines Testosteronmangels sein. Das Fettgewebe im Bauchraum ist hormonell sehr aktiv und kann daher den Hormonhaushalt stören.
  5. Starke Müdigkeit: Trotz ausreichender Schlafmenge kommen Sie morgens kaum aus dem Bett und werden tagsüber nicht richtig wach.
  6. Körperlicher Leistungseinbruch: Sporteinheiten oder Alltagsbewegungen fallen Ihnen deutlich schwerer. Ihre Muskulatur wächst trotz Training nicht mehr oder schwindet gar.
  7. Geistiger Leistungseinbruch: Sie sind mental und kognitiv nicht mehr auf derselben Höhe wie früher oder müssen sich beim Denken deutlich mehr anstrengen.
  8. Stimmungsschwankungen
  9. Männliche Brustvergrößerung (Gynäkomastie)

Sollten Sie bei sich oder Ihrem Partner eines oder mehrere dieser Symptome feststellen, besteht jedoch noch kein Grund zur Panik. Manche dieser Erscheinungen können vorübergehend auftreten, z.B. in stressigen Arbeits- und Lebensphasen, oder andere Ursachen haben. Um einen Testosteronmangel auszuschließen, können Sie beim Urologen Ihren Testosteronspiegel messen lassen. 

Ursachen für zu wenig Testosteron

Woher kommt es, dass manche Männer zu wenig Testosteron produzieren? Ein leichtes Absinken des Testosteronspiegels mit steigendem Alter ist normal – die sogenannte Andropause ähnelt den Wechseljahren der Frau und kann für leichte Veränderungen des männlichen Hormonhaushalts ab dem 45. Lebensjahr sorgen. Allerdings gibt es auch einen pathologischen Testosteronmangel – auch Hypogonadismus genannt – welcher bereits in jüngeren Jahren auftreten kann und einer Behandlung bedarf. Zu den Ursachen hierfür gehören:

  • Adipositas,
  • starker Alkoholkonsum,
  • langes Fasten,
  • sehr anstrengende körperliche Aktivität, 
  • psychischer Stress, 
  • schwere Infektionen,
  • chronische Krankheiten wie Typ-2-Diabetes,
  • Medikamente, u.a. Psychopharmaka oder Opioide,
  • Chemotherapie,
  • Eisenüberschuss (Hämochromatose),
  • Leberzirrhose, z.B. infolge einer Fettleber oder Hepatitis,
  • Morbus Cushing: Überschuss des Stresshormons Cortisol,
  • Klinefelter-Syndrom: genetisch bedingtes Vorkommen von zwei oder mehr X-Chromosomen. Die Hoden reagieren nicht auf die stimulierenden Hormone, wodurch die Testosteronproduktion gestört ist (primärer Hypogonadismus).

Therapie bei Testosteronmangel

Vor Beginn einer Therapie sollte immer die eindeutige Diagnose eines klinisch-pathologischen Testosteronmangels vorliegen. Der Urologe ermittelt diesen mithilfe mehrerer Bluttests an unterschiedlichen Terminen sowie anhand auftretender Symptome. Um einen Testosteronmangel zu beheben, gibt es zwei medikamentöse Möglichkeiten:

  • Exogenes Testosteron: Das direkte Zuführen von Testosteron bzw. Testosteronersatz wird nach Möglichkeit nur bei Männern mit irreversiblem Hodenversagen verwendet, da der direkte Testosteronersatz zwar den Testosteronmangel behebt, aber die eigene Testosteronproduktion zum Erliegen kommt und Impotenz die Folge sein kann.
  • Gonadotropinersatztherapie: Dies ist der bevorzugte Behandlungsansatz bei Männern, die noch fruchtbar sind bzw. nur an einem reversiblen Hodenversagen leiden. Dabei wird dem Körper kein Testosteron zugeführt, sondern sogenannte Gonadotropine – diejenigen Hormone, welche die Hoden zur eigenständigen Produktion von Testosteron anregen.

Entsprechende Präparate gibt es je nach Schwere des Mangels in kurzwirkenden sowie langwirkenden Formen. Es gibt sie in Tablettenform, als Injektion oder auch als Gel bzw. Pflaster zur Anwendung auf der Haut. Das Ziel der Therapie ist, den für die jeweilige Person normalen Testosteronspiegel wiederherzustellen, weswegen es immer einer auf das Individuum zugeschnittenen Therapie bedarf.

 

Quellen: gesundheit.gv.at, msdmanuals.com, urologenportal.de, maennergesundheit.info

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