30. August 2011
Kleben - und sich besser fühlen

Kleben - und sich besser fühlen

Sie sind traurig, kommen nicht mehr zur Ruhe oder haben Sorgen oder Ängste? Emotional Taping entlastet, bringt Sie wieder in die Balance: Mit den bunten Bändern können Sie Ihre seelischen Probleme einfach wegkleben. VITAL sagt, wie.

Tapes gegen Schmerzen
© thinkstock
Tapes gegen Schmerzen

Mit David Beckham fing der Siegeszug an. Pinkfarbene Tapes klebten an den Flanken des britischen Glamour-Kickers, als er nach einem Spiel seinen Oberkörper zeigte – und mal wieder Trendgespürbewies. Seither blitzen oft knallbunte Bänder in allen Größen und Formen unter den Trikots von Profiwie Freizeitsportlern hervor. Aus der Welt der Physiotherapie sind sie sowieso nicht wegzudenken. Vor mehr als 30 Jahren hat der japanische Chiropraktiker Kenzo Kase das Taping entwickelt, seit etwa fünf Jahren ist es bei uns etabliert. Unter sanftem Zug auf die Haut geklebt, aktivieren die Pflaster das Gewebe. Sie stimulieren die Rezeptoren von Haut und Nervenstrukturen und regen etwa bei einer Zerrung die Heilung an.

Tape-Bänder sind im Trend

Dass die Pflaster aber noch mehr können, hat der in Darmstadt praktizierende Ganzheitsmediziner und Gynäkologe Winfried Weber herausgefunden.
Mit seinem Verfahren, das er „Emotional Taping“ nennt, behandelt er Stresserkrankungen, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Libidomangel und viele andere Beschwerden mit seelischer Komponente. Auf die Idee kam Weber über das Prinzip der Körper-Geist-Seele-Balance, das davon ausgeht, dass physiologische und psychische Vorgänge aufs Engste verknüpft sind: „Jede emotionale Belastung schlägt sich als Spannungszustand im Körper nieder. Oft sogar, ohne dass wir das bemerken.“

Kleben um gesund zu bleiben

So kann uns buchstäblich die Angst im Nacken sitzen. „Wenn man etwas unbedingt schaffen muss, verhärtet dieser Bereich unwillkürlich“, sagt Weber. „Die Muskulatur verspannt, die Gefäße verengen sich, die Temperatur sinkt.“ Wird nicht gegengesteuert, setzt sich eine Spirale in Gang: Die Verspannungen können chronisch werden und Organfunktionen beeinträchtigen, die reflektorisch mit dem Bereich zusammenhängen. Die Symptome werden immer komplexer. „Deshalb tape ich nicht nur dort, wo das Problem sitzt, sondern auch an entfernten, aber beteiligten Strukturen. Das ist der Akupunktur sehr ähnlich“, so der Arzt. Die Nerven der beklebten Region senden dem Gehirn Botenstoffe, um die Stresshormon-Produktion zu drosseln. „Das entlastet alle Systeme, man bekommt vieles wieder besser geregelt.“ Webers beste Klebe-Muster zeigen wir hier.

Bänder für die Gesundheit

Welche Bänder gibt es?

Rotes Tape

Wirkung Erhöht die Durchblutung, hebt den Energiepegel und wirkt allgemein erwärmend. Gilt als das klassische und wichtigste Therapieband. Hilft bei Erschöpfung, körperlicher und seelischer Belastung. Nicht geeignet bei entzündlichen Prozessen.

Gelbes Tape

Wirkung Regt generell an, aktiviert die Motorik und harmonisiert die Psyche. Hilft bei Verspannungen des Nacken- und Rückenbereichs, Kopfschmerzen und innerer Anspannung. Nicht geeignet bei Schmerzen, Verletzungen, Entzündungen, Schlafstörungen, Ängsten.

Blaues Tape

Wirkung Beruhigt, hemmt und neutralisiert, verringert die Durchblutung. Hilft bei Muskelkrämpfen und Verhärtungen, unterstützt oft die Therapie von stressbedingten Beschwerden und Ängsten. Nicht geeignet bei depressiven Verstimmungen.

Schwarzes Tape

Wirkung Gleicht aus, unterstützt die Wirkung der andersfarbigen Elastikbänder als sogenanntes Clearing Tape. Hilft bei allen Beschwerden von Körper und Seele, fördert den Heilungsprozess. Nicht geeignet bei Depressionen und Angstzuständen.

Tapen - so geht´s

Tapes fühlen sich an wie eine zweite Haut. Die atmungsaktiven Baumwollgewebe machen jede Bewegung mit, dehnen sich und ziehen sich wieder zusammen. Sie sind mit einem hautfreundlichen, gut haftenden Kleber beschichtet. Bis zu einer Woche kann ein Tape auf der Haut bleiben, manche tragen die Pflaster sogar, bis sie von allein abfallen. Wasserkontakt beim Duschen oder Baden macht in der Regel nichts aus.

Tapes von der Rolle bekommen Sie in Apotheken und Sanitätshäusern (um 6 Euro), üblicherweise sind sie fünf Zentimeter breit. Die Länge schneiden Sie individuell zu – wenn nicht anders angegeben, zehn Zentimeter. Ihre Haut muss sauber und trocken sein, E ntzündungen oder Wunden nicht überkleben! Vor dem Anbringen wird das Tape leicht gedehnt, um einen Zugreiz auf dem Hautareal zu erreichen.

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