Nasenbluten bei Kindern: Ursachen und Behandlung

Nasenbluten bei Kindern: Was Eltern wissen sollten!

Plötzlich schießt Blut aus der Nase und das Taschentuch verfärbt sich rot: Nasenbluten bei Kindern führt oft zu gestressten Eltern. Doch wie gefährlich ist es wirklich? Welche Ursachen und Erkrankungen können dahinterstecken? Und wann sollten Sie mit Ihrem Kind zum Arzt? Wir liefern Antworten und geben nützliche Tipps!

Spontanes Nasenbluten ohne Fremdeinwirkung, im Fachjargon auch Epis­ta­xis genannt, sieht zunächst besorgniserregend aus. Insbesondere dann, wenn der Austritt von Blut aus den Nasenlöchern eines Kindes kommt. Doch in den meisten Fällen sieht die Blutung schlimmer aus, als sie tatsächlich ist. Denn: Nasenbluten bei Kindern ist in der Regel ungefährlich, schmerzlos und nach etwa zehn Minuten wieder vorbei. Doch wie kommt es überhaupt dazu? Und wann sollten Eltern doch lieber einen Arzt aufsuchen?

Was sind die Ursachen für Nasenbluten bei Kindern?

Auslöser für Epis­ta­xis ist häufig eine Verletzung der empfindlichen Schleimhaut, genauer gesagt des sogenannten Lo­cus Kies­sel­ba­chii. Dabei handelt es sich um ein Areal im vorderen Bereich der Kindernase, das von vielen kleine Arterien und Venen durchzogen wird. Bohrt nun ein Kind in seiner Nase, kann es dabei die Nasenschleimhaut verletzen. Oder: Das Kind hat sich einen Fremdkörper ins Nasenloch geschoben, etwa eine Perle, eine Murmel oder eine kleine Nuss. Bekommt man den Fremdnkörper nicht mehr durch starkes Naseschnäuben heraus, sollten Sie mit Ihrem Kind zum Arzt – im besten Fall zu einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO).

Manchmal kann auch ein starker Wachstumsschub die Ursache für die Verletzung der Schleimhaut in der Nase sein. Ist ihr Kind erkältet oder leidet unter einer Allergie? Häufiges Niesen oder heftiges Schnäuzen aufgrund einer Erkrankung können ebenfalls das Nasenbluten beim Kind verursachen. Hat Ihr Kind einen operativen Eingriff im Ra­chen- oder Na­sen­raum hinter sich? Auch infolgedessen kann eine Epistaxis auftreten, zum Beispiel nach einer Entfernung der Nasenpolypen.

Darüber hinaus können ausgetrocknete – und damit leicht verwundbare Nasenschleimhäute – häufiges Nasenbluten bei Kinder begünstigen. Ausgelöst zum Beispiel durch zu trockene Luft.

Zu guter Letzt: Auch ein mechanischer Stoß oder Schlag auf die Nase kann zu den Ursachen einer verletzten Schleimhaut in der Nase von Kindern zählen.

Übrigens: In den kalten Wintermonaten bluten Kindernasen am häufigsten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des amerikanischen Facharztes Matthew Purkey. Die Wissenschaftler konnten bestätigen: Kälte befördert das Nasenbluten.

Wie oft ist Nasenbluten bei Kindern normal?

Häufiges Nasenbluten bei Kindern kommt vor allem bei Jungen und Mädchen zwischen drei und acht Jahren vor. Laut einer Studie sind Jungs dabei doppelt so oft betroffen wie Mädchen. Viele der Kinder bluten etwa einmal pro Woche aus der Nase. Ergo: Blutet Ihr Kind ab und an aus der Nase, besteht zunächst kein Grund zur Sorge. 

Bei manchen Kindern jedoch tritt das Nasenbluten bis zu dreimal in der Woche auf – oder noch häufiger. Ist dies der Fall, sollte ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO) einen genaueren Blick auf die Nase Ihres Kindes werfen. Er oder sie kann zum Beispiel einen Laser verwenden, um fragile Gefäße in der Nasenschleimhaut zu veröden.

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Erste Hilfe bei Nasenbluten: Was könne Eltern zu Hause tun?

Hilfe, Nasenbluten beim Kind: Was tun? Zunächst gilt: Ruhe bewahren! Sind Sie gestresst oder panisch, kann sich das leicht auf Ihr Kind übertragen. Befolgen Sie nun die folgenden 7 Schritte, um das Nasenbluten beim Kind zu stoppen:

  1. Holen Sie ein Tuch oder einen Lappen, um das Blut der Epistaxis aufzufangen.
  2. Setzen Sie Ihr Kind aufrecht hin und sorgen Sie dafür, dass es seinen Kopf nach vorne beugt – und nicht in den Nacken legt! Bewegt sich der Kopf Richtung Nacken, kann das Blut aus der Nase leicht in den Magen fließen.
  3. Legen Sie einen kalten Waschlappen in den Nacken Ihres Kindes. Alternativ eignet sich auch ein Kühlpack aus der Tiefkühltruhe – ein bewährtes Hausmittel gegen Nasenbluten bei Kindern. Der Kältereiz sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße in der Nase ruckartig zusammenziehen.
  4. Lassen Sie das Blut abfließen. Wichtig: Die Nasenlöcher sollten frei bleiben – und nicht mit Taschentüchern oder Klopapier verstopft werden.
  5. Nun heißt es: abwarten. Nach etwa 10 bis 15 Minuten sollte die Blutung beendet sein.
  6. Anschließend sollten Sie das geronnene Blut aus der Kindernase entfernen – und zwar vorsichtig und händisch. Das Kind bitte nicht einfach in ein Taschentuch schnäuzen lassen. Das kann erneute Epistaxis auslösen.
  7. Die gesäuberten Nasenschleimhäute können schließlich mit einer speziellen Nasensalbe versorgt und beruhigt werden. Das schützt die empfindlichen Gefäße.

Tipp: Während der Blutung können Sie die Nasenflügel Ihres Kindes leicht zusammendrücken. Das kann helfen, Nasenbluten beim Kind zu stoppen.

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Plötzliches Nasenbluten beim Kind aus nur einem Nasenloch?

Manchmal tritt die Blutung nur aus einem Nasenloch aus. Auch in diesem Fall ist die Ursache meist eine Verletzung der Schleimhaut – allerdings nicht auf beiden Seiten. Schließlich bohrt ein Kind oft nur in einem Nasenloch. Auch in diesem Fall können Sie die oben stehenden Anweisungen befolgen, um das Nasenbluten zu stoppen.

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Wie kann man dem Nasenbluten vorbeugen?

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind genug trinkt. Das gilt im Übrigen auch für Erwachsene. Die Flüssigkeit sorgt für feuchte Schleimhäute – und beugt so einer Blutung vor. Außerdem sollte ausreichende Luftfeuchtigkeit im Raum vorhanden sein, damit die Nase nicht austrocknet.

Zusätzlich können Sie versuchen, Ihrem Kind das Nasenbohren abzugewöhnen. Denn: Mechanische Reise sind eine der häufigsten Ursachen für Epistaxis. Vor allem nachts ist eine blutige Nase besonders nervig – sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Das nächtliche Nasenbluten kann unter anderem durch saisonale Allergien oder Entzündungen ausgelöst werden. Auch hier gilt: Vereinzeltes Nasenbluten im Schlaf ist meist harmlos. Im Zweifel können Sie sich an Ihren Hausarzt wenden.

Im Video: So stoppt man Nasenbluten!

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