Symptome, Diagnose und Behandlung Infektionskrankheit: Keuchhusten

Keuchhusten wird durch Bakterien verursacht und ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten der Atemwege. Die Krankheit ist hoch ansteckend. Ist euer Kind an Keuchhusten erkrankt, ist es ratsam schnell einen Arzt aufzusuchen. Alles, was ihr noch über die Infektion wissen solltet, erfahrt ihr hier!

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Die Übertragung von Keuchhusten

Der Keuchhusten-Erreger werden von Mensch zu Mensch durch eine Tröpfcheninfektion übertragen. Bereits winzige Tröpfchen, die aus dem Nasen-Rachen-Raum durchs Niesen, Husten oder Sprechen nach außen gelangen, reichen aus, um gesunde Menschen mit dem Erreger zu infizieren. Ein Kontakt zwischen einem nicht geimpften Gesunden und einem Erkrankten führt in den meisten Fällen zu einer Ansteckung. Die Erkrankung dauert in der Regel vier bis sechs Wochen.

Möglich ist ebenfalls, dass ein geschützter Gesunder vorübergehend von dem Erreger betroffen ist. Die Krankheit bricht in diesem Fall zwar nicht aus, jedoch kann der Betroffene die Bakterien an andere weitergeben.

Symptome und Anzeichen

Keuchhusten, auch Pertussis genannt, ist eine akute, schwere Atemwegserkrankung, die über mehrere Wochen oder Monate anhalten kann. Die Infektion wird durch Bakterien ausgelöst. Die Erreger bilden Giftstoffe, wodurch die Schleimhäute der oberen Atemwege beschädigt werden.

Typische Symptome sind krampfartige Hustenanfälle, die vor allem in der Nacht auftreten. Auch ein hörbares, tiefes Luftholen sowie in seltenen Fällen Fieber zählen zu den Anzeichen von Keuchhusten. Zudem sind Erbrechen während der Hustenanfälle, gerötete Augen sowie Nasenbluten möglich. Leichte Erkältungsanzeichen machen sich meist während der ersten Tage sichtbar. Hierzu zählen u.a. Husten, Schnupfen und Schwächegefühl. Vor allem aber zählt der trockene, langwierige Husten zu den typischen Symptomen. Gelegentlich kommt ein krampfartiger Husten hinzu. Appetit- und Schlaflosigkeit sind die Folge.

Diagnose

Keuchhusten verläuft in drei Stadien. Die ersten Krankheitsanzeichen treten meist 7 bis 10 Tage, manchmal auch bis zu drei Wochen nach der Ansteckung auf. Hierzu zählen vor allem Erkältungsbeschwerden. In dieser Phase sowie noch drei Wochen nach dem ersten Hustenanfall ist das Risiko, angesteckt zu werden, am höchsten. 

Dann beginnt die unangenehmste Phase, in der Erkrankte unter ihrem starkem Husten leiden. Der Husten tritt häufig nachts auf und wirkt quälend auf den Erkrankten. Appetit- und Schlaflosigkeit kommen in dieser Phase ebenfalls hinzu.

Nach ca. vier bis sechs Wochen schreitet die Infektionskrankheit in das dritte Stadion über. Die Hustenanfälle lassen in der sogenannten Erholungsphase zwischen der 6. und 10. Woche nach. Ein Reizhusten kann danach lediglich bei kalter Luft, Zigrattenrauch oder körperlicher Anstrengung entstehen.

Bei Jugendlichen und Erwachsenen zeichnet sich Keuchhusten durch einen eher untypischen Verlauf aus. Die Krankheit erfolgt in den meisten Fällen ohne Hustenanfälle, dennoch mit langanhaltendem Husten. Das Risiko, die Krankheit nicht als solche zu erkennen und Keuchhusten an andere weiterzutragen, ist sehr hoch.

Tipps und Hausmittel gegen Keuchhusten

  • Euer Kind braucht jetzt viel Zuwendung.
  • Während starker Hustenanfälle hilft Beruhigung, Tragen oder aufrechtes Sitzen.
  • Frische Luft, Spaziergänge, eine reizarme Umgebung und ruhige Spielmöglichkeiten sind empfehlenswert.
  • Körperliche Anstrengung vermeiden, da diese Art von Belastung einen weiteren Hustenanfall auslösen kann.
  • Viel trinken und hauptsächlich leichte, flüssig-breiige Speisen, die in mehreren, kleinen Mahlzeiten über den Tag verteilt werden.
  • Inhalieren mit ein paar Teelöffeln Meersalz kann die Beschwerden lindern. Allerdings wird dies, aufgrund der Verbrühungsgefahr, nur bei älteren Kindern empfohlen.
  • Ein warmer Brustwickel mit Zitronensaft, der vor dem Schlafengehen aufgelegt wird, gilt ebenfalls als wirksames Hausmittel bei Keuchhusten.
  • Medikamente sollten nur nach Absprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Behandlung

Weist euer Kind die typischen Symptome auf, solltet ihr unbedingt einen Arzt aufsuchen. Informiert diesen vorher unbedingt von eurem Verdacht, um eine mögliche Ansteckung weiterer Menschen zu verhindern. Der arzt kann anhand der charakteristischen Hustenanfälle bei Keuchhusten feststellen, ob es sich um Keuchhusten oder um eine Grippe handelt. Zudem wird häufig eine Bakterienkultur aus dem Nasen-Rachen-Sekret angelegt.

Eine Antibiotikabehandlung über einen Zeitraum von 14 Tagen ist ebenfalls möglich. Die frühzeitige Behandlung mit Antibiotika kann den Krankheitsverlauf mildern, Bakterien abtöten und die Ansteckungsgefahr um ca. fünf Tage verkürzen. Euer Kind ist noch etwa 5 bis 7 Tage nach Beginn der Therapie ansteckend. Der Besuch von Kindergarten oder Schule kann große Anstrengungen bedeuten, weshalb es wichtig ist, dass die Erkrankung vollständig auskuriert wird.

Keuchhusten bei Kindern, besonders bei Säuglingen, kann sehr gefährlich werden. Erkrankte Babys unter sechs Monaten sollten unverzüglich im Krankenhaus behandelt werden. Nur dort besteht die Möglichkeit die Atemnot zu lindern, einem Erstickungsrisiko vorzubeugen und weitere Infektionen rechtzeitig abzuwehren.

Für Neugeborene kann eine Keuchhusten-Erkrankung lebenbedrohlich sein. Der Grund: Sie haben noch keine eigens gebildeten Abwehrstoffe im Körper. Eine Impfung gegen Keuchhusten sollte unbedingt im Säuglingsalter erfolgen, einzig um die Erkrankung und mögliche Folgeerkrankungen wie eine Lungen- oder Mittelohrentzündung zu verhindern. Doch auch um Folgeschäden im Gehirn durch Sauerstoffmangel aufgrund Atemaussetzer beim Husten zu ersparen. 

Die meisten Kinder sind in Deutschland gegen Keuchhusten geimpft, dennoch sind es längst nicht alle. Die Keuchhustenimpfung wird mit anderen Impfungen kombiniert, zum Beispiel mit der Immunisierung gegen Tetanus, Diphtherie und Kinderlähmung.

Keuchhusten kann jeden treffen. So erkranken immer mehr Jugendliche und Erwachsene in Deutschland, die keinen Impfschutz nachweisen können. Das Risiko, dass diese wiederum Säuglinge, Kleinkinder, Senioren und Menschen mit Grunderkrankungen anstecken, ist hoch.

Impfungen bei Kindern
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