Brustkrebs Früh erkannt, früh gebannt

Seit Angelina Jolies Brustamputation überlegen viele Frauen: Ist dieser Schritt sinnvoll, um das Brustkrebs-Risiko zu senken? Muss auch ich zum Gentest? VITAL beantwortet drängende Fragen.

Brustkrebs

Die Brustkrebs-Früherkennungsmethoden im Überblick:

Methode - Tastuntersuchung

Die Frauenärztin kontrolliert die Brüste und die Lymphknoten in den Achselhöhlen mit den Händen, um Verhärtungen aufzuspüren, und begutachtet auch Form und Umfang der Brüste. In immer mehr Praxen führen blinde Medizinische Tast - untersucherinnen (MTU) den 30-minütigen Test durch.

Vorteile
Bewährte, einfache und nebenwirkungsfreie Untersuchung, die jede Frau – idealerweise einmal im Monat – auch zu Hause durchführen kann.

Nachteile
Löst häufig „falschen Alarm“ aus. Das heißt: Die Ärztin, häufiger die Frau selbst, ertastet eine Veränderung, die aber nicht bösartig ist.

Geeignet für
Frauen ab dem 20. Lebensjahr.

Wie oft
Sofort zum Arzt, wenn beim Selbstabtasten etwas auffällt. Sonst einmal im Jahr hingehen.

Kosten
Kassenleistung. Der Check bei einer MTU kostet 30 bis 50 Euro.

Urteil der Expertin
Wichtig, denn durch das Selbstabtasten entwickelt die Frau ein Gefühl für ihre Brust (engl.„breast awareness“). Für eine sichere Früherkennung reicht die Tastuntersuchung allein aber nicht aus.

Methode - Mammographie

Nacheinander werden beide Brüste zwischen einem „Objekttisch“ und einer Plexiglasscheibe leicht zusammengedrückt und so geröntgt. Früher wurde dabei ein Film belichtet (analog), bei der modernen digitalen Mammographie werden die Bilder stattdessen per Computer erstellt und gespeichert.

Vorteile
Etabliertes Verfahren, das auch nur wenige Millimeter kleine Tumoren und Brustkrebs-Vorstufen aufspüren kann.

Nachteile
Das Zusammendrücken der Brust tut weh. Die Auswertung hängt sehr von der Erfahrung der Ärztin ab. Strahlenbelastung für den Körper.

Geeignet für
Frauen ab 40. Zwischen 50 und 69 Jahren ist die Teil nahme am bundesweiten Screening möglich(Infos auf www.mammo-programm.de).

Wie oft
Im Rahmen des Screenings alle zwei Jahre.

Kosten
150 Euro. Das Screening ist kostenlos.

Urteil unser Expertin
Mammographie ist die Basis der Früherkennung. Weil sich aber 20 bis 30 Prozent aller Brustkrebs-Erkrankungen bei unter 50-Jährigen entwickeln und dann besonders rasch und aggressiv wachsen, wäre eine Mammographie für Frauen ab 40 Jahre wünschenswert.

Autor: Stephan Hillig

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