28. Januar 2010
Die Entgiftungszentrale unseres Körpers

Die Entgiftungszentrale unseres Körpers

Unser schwerstes Organ braucht ein Wellness-Programm, damit es immer richtig funktionieren kann.

Leber entgiften
© Artyom Yefimov - Fotolia.com
Leber entgiften

Unsere Leber ist ein viel beschäftigtes Organ mit vielfältigen Aufgaben: Es reguliert den Fett-, Zucker- und Eiweißstoffwechsel, speichert wichtige Nährstoffe wie Zucker, Vitamine und Mineralstoffe, filtert schädliche Krankheitserreger und Schadstoffe aus dem Blut, fängt giftige Substanzen ab, wandelt diese zu Stoffen wie Harnstoff um und produziert Galle für die Verdauung. Das Organ ist die größte Drüse des Körpers. Sie produziert täglich ca. einen Liter Gallenflüssigkeit zur Fettverdauung und zur Aufnahme fettlöslicher Vitamine. Ohne Gallensäure könntet Ihr keine Süßspeisen verdauen. Außerdem vernichtet sie Keime und Tumorzellen.

Sie ist etwa anderthalb Kilo schwer, befindet sich in unserem rechten Oberbauch und ist das wichtigste Stoffwechselorgan im Körper. Ihre 120 Billionen Zellen arbeiten Tag und Nacht im Dienste des Stoffwechsels und steuern mehr als 500 lebenswichtige biochemische Prozesse. Diesen Verdauungs-Marathon erledigt die Leber still und leise. Selbst wenn 70 Prozent ihrer Zellen zugrunde gehen, übernehmen die restlichen 30 Prozent ohne Probleme die Mehrfachbelastung. Doch auch diese Schwerstarbeiter brauchen regelmäßig Erholung und Pflege. Hier kommt eine sechsstufige Entgiftung, um die Funktion des Organes weiterhin gewährleisten zu können, ihren Stoffwechsel gesund zu stärken und ihr bei der Entgiftung zu helfen.

Mögliche Anzeichen für eine Lebererkrankung:

  • erhöhte Leberwerte
  • starker Juckreiz der Haut
  • weiß verfärbte Nägel
  • eine auffallend rote Zunge
  • dunkel gefärbter Urin
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Schmerzen im rechten Oberbauch
  • fleckige Rötungen der Handinnenfläche

Die Leberentgiftung

Das wichtigste Entgiftungs- und Ausscheidungsorgan des Menschen braucht ungefähr alle drei Monate eine Reinigungskur in Form von einer Entgiftung, die den Körper von einer schweren, unverdaulichen und schlechten Ernährung, Alkohol, Medikamente und Umweltgifte befreit. Die negativen Stoffe werden unter anderem über die Galle und die Nieren aus dem Körper geleitet. Fettleber, Leberfibrose, Lebererkrankung und Leberzirrhose sind nur einige der vielen möglichen Folgen des zu starkbelasteten Organes.

Tipp: Ein feuchtwarmer Leberwickel schafft das besonders effektiv. Füllt eine Wärmflasche mit heißem (nicht kochendem!) Wasser, wickelt sie in ein feuchtes Leinentuch und legt sie unterhalb des rechten Rippenbogens auf den Bauch. Mit einem trockenen Handtuch und einer Wolldecke zudecken. Lasst die Wärme für ungefähr eine Stunde wirken. Wendet diese Wärme-Therapie eine Woche lang täglich an, am besten abends. Wirkung: Durch die erhöhte Temperatur in diesem Bereich laufen Entgiftungs- und Regenerationsprozesse schneller ab. Kombiniert werden sollte der Leberwickel, indem Ihr zusätzlich eine Woche lang Tee zu Euch nehmt: Mischt 20 g Artischockenblätter, 20 g Fenchel, 10 g Schafgarbe, 5 g Kalmuswurzel, 2 g Schöllkraut und 2 g Ringelblume. Brüht zwei gehäufte Teelöffel der getrockneten Heilpflanzen, die in der Apotheke erhältlich sind, mit einer Tasse heißem Wasser auf und lasst den Tee zugedeckt sieben Minuten ziehen. Siebt den Tee einmal durch und trinkt jeden Tag vor dem Essen zwei bis drei Tassen davon.

Hausmittel für eine wirksame Reinigung der Leber

Die richtige Ernährung hilft beim Entgiften

Eine gesunde, optimal funktionierende Leber braucht tagtäglich eine satte Portion an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Besonders leberfreundlich ist roter Johannisbeer-Muttersaft mit 100 Prozent Fruchtgehalt aus dem Reformhaus. Nehmt davon jeden Tag möglichst ein Glas auf nüchternen Magen zu Euch. Wem das zu sauer ist, der kann auf 200 bis 250 Gramm rohes Gemüse pro Tag ausweichen. Die Leber stärken vor allem folgende Lebensmittel: Tomaten, Karotten, Rote Bete, Sprossen, Brokkoli, Gurken und Rosenkohl. Genauso wirksam: Leinöl. Nehmt am besten vor den Mahlzeiten 2 bis 3 EL Leinöl pro Tag.

Vergesst das Trinken nicht

Wie die Nieren, so muss auch die Leber ständig gut gereinigt werden. Nur dann kann sie ihre Stoffwechsel-Aufgaben hundertprozentig erledigen. Trinkt deshalb jeden Tag zweieinhalb bis drei Liter. Besonders gut beschleunigen folgende Lebensmittel: kohlensäurearmes Wasser, ungesüßter Kräutertee und mit stillem Wasser verdünnte Obst- oder Gemüsesäfte die Um- und Abbauprozesse des Organes. Der hohe Vitamin-C-Gehalt im Grapefruitsaft ist ebenfalls ein sehr wirksamer Bio-Katalysator für die Leber, er hilft beim Entgiften. Aber Vorsicht: Grapefruitsaft verträgt sich nicht mit vielen Medikamenten. Meidet grünen und schwarzen Tee und Kaffee, sie halten die Reinigung nur unnötig auf.

Nutzt die Heilkräuter

Der Leberschützer (med.: Hepatoprotektivum) schlechthin ist neben der Löwenzahn, die Mariendistel, botanisch Silybum marianum. Ihr Wirkstoff Silymarin (z. B. in „Legalon forte“ und „Legalon Protect“ aus der Apotheke) stimuliert die Regeneration der Leberzellen. Gleichzeitig stabilisiert er ihre Membranen, so dass giftige Schadstoffe nicht in die Zellen eindringen und sie zerstören können. Silymarin ist außerdem ein Radikalenfänger, der die Leber kräftigt und bei einer Funktionsstörung wieder in die Balance bringt. Eine Heilpflanze mit Leber-Indikation ist auch die Artischocke (bot.: Cynara scolymus, z. B. in „Hepar SL forte“; Apotheke). Ihr Extrakt regeneriert die Leber, fördert die Durchblutung, stimuliert die Zellteilung, mobilisiert ihre Energiereserven und regt den Gallenfluss an.

Keine Unterstützung bieten diese Mittel

Vermeidet Stress

Die sprichwörtliche „Laus, die einem über die Leber laufen“ kann, zeigt, dass dieses Verdauungsorgan durch Stress in seinen Funktionen beeinträchtigt wird. Vor allem, wenn der Zustand dauerhaft wird. Deshalb gehört zu einer gesunden Leber auch immer ein konsequentes Stressmanagement mit kleinen Fluchten aus dem Alltag, regelmäßig Zeit zum Relaxen und die richtige Ernährung. Unterstützung bekommt Ihr durch Finger-Yoga: Legt Eure Hände auf die Oberschenkel, die Handflächen nach oben. Legt die Spitzen von Eurem Daumen und Eurem Mittelfinger aufeinander und drückt fest. Beugt den Zeigefinger, streckt den Ring- und kleinen Finger und haltet die Spannung 30 Sekunden. Wiederholt täglich zehnmal die Übungen.

Vorsicht, Leberfeinde!

Gift für die Leber und ihre Leberzellen ist Nahrung mit den folgenden Zusätzen: Zucker, Weißmehl, gesättigte Fette (vor allem in Fleisch), Konservierungs-, Farbstoffe, Geschmacksverstärker, Alkohol, zu viel Fett in der Ernährung (wie z.B. in Chips, Pommes, Fertiggerichte oder Süßwaren). Zu viele Medikamente, Putzmittel mit Nanopartikeln und Holzschutzmittel können die Leber ebenfalls schädigen.

Der Gesundheit Gutes tun und Krankheiten vorbeugen

  • Ihr habt ein paar Monate zu gut gelebt – Die Enzyme Eurer Leber könnten aus der Balance kommen. Typische Symptome sind u.a.: Blähungen und leichte Übelkeit nach dem Essen. Tipp: Achtet auf eine fettarme, ballaststoffreiche und gesunde Ernährung, verzichtet auf Alkohol und baut Stress ab.
  • Jede dritte Frau ab 40 leidet an der chronischen Lebererkrankung: Fettleber. Bei der Entstehung spielt neben Alkohol, Medikamentenmissbrauch, tierische Fette, Übergewicht oder Diabetes eine Rolle. Symptome: Circa 30 Minuten nach dem Essen tritt Müdigkeit auf und Ihr verspürt einen leichten Druck im rechten Oberbauch. Die einzige Behandlung, die Hilfe verspricht: Ursachen abstellen.
  • Durch Viren kann sich die Leber entzünden. Je nach Erreger wird die Leberentzündung als Hepatitis A, B, C oder E bezeichnet. Symptome sind oft die gleichen wie bei einer Grippe. Therapie: Gegen Hepatitis B gibt es eine Impfung.
  • Werden Hepatitis und Fettleber nicht auskuriert, kann die Krankheit Leberzirrhose aufkommen. Das Lebergewebe wandelt sich zu Bindegewebe um, die Zellen werden zerstört. Das Krebsrisiko nimmt stark zu. Ihr solltet Euren Arzt aufsuchen und Euch von ihm untersuchen lassen.
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