10. Juni 2021
Fettleber: Symptome erkennen und mit Ernährung behandeln

An diesen Symptomen erkennen Sie eine Fettleber

Die Fettleber ist eine der häufigsten Lebererkrankungen in Deutschland: Etwa 40 Prozent aller Erwachsenen leiden darunter – meist aufgrund von ungesunder Ernährung und mangelnder Bewegung. Wir verraten Ihnen, an welchen Symptomen Sie eine Fettleber erkennen und welche Ernährung dagegen hilft.

So wichtig ist eine gesunde Leber

Unsere Leber ist für den ganzen Stoffwechsel unverzichtbar: Sie entgiftet unser Blut, indem sie ihm krankmachende Substanzen entzieht. Außerdem speichert sie Nährstoffe und ist so ein wichtiger Energielieferant für unseren Körper. Ist die Leber gesund, weist sie einen Fettanteil von unter fünf Prozent auf. Bei einer Fettleber hingegen liegt dieser Wert über fünf, was dazu führt, dass sie ihre regulären Aufgaben nicht mehr korrekt erledigen kann.

So gefährlich ist eine Fettleber

Je früher die Fettleber entdeckt wird, desto besser ist die Erkrankung behandelbar. Eine nicht-alkoholische Fettleber kann sich zu einer Fettleberentzündung, Leberzellkrebs oder einer Leberzirrhose entwickeln: Das funktionsfähige Gewebe geht bei einer Leberzirrhose zugrunde, das Organ vernarbt und schrumpft. Folglich ist der Stoffwechsel, der Hormonhaushalt oder die Blutgerinnung gestört. Es können keine Giftstoffe abgebaut werden und das Risiko für Leberkrebs steigt. Eine Leberzirrhose kann nicht rückgängig gemacht werden. Zwar kann Ihr Fortschreiten gebremst werden, aber meist hilft nur noch eine Lebertransplantation.

Auch Kinder und Jugendliche können bereits an einer Fettleber erkranken. Bei übergewichtigen Kindern sollten daher regelmäßig die Leberwerte überprüft werden. Erhöhte Leberwerte können auf eine Leberverfettung hinweisen, die das normale Wachstum und die gesunde Entwicklung von betroffenen Kindern und Jugendlichen beeinträchtigt. Pflegen Sie daher einen gesunden Lebensstil und achten Sie darauf, dass sich Ihr Kind ausgewogen ernährt und regelmäßig Sport treibt.

An diesen Symptomen erkennen Sie eine Fettleber

  • Druckgefühl im Oberbauch
  • Appetitlosigkeit
  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Eingeschränkte Leistungsfähigkeit

Da die Symptome sehr unspezifisch sind, wird eine Fettleber häufig nicht sofort erkannt. Beobachten Sie diese Anzeichen bei sich, verstehen Sie diese jedoch als Warnzeichen und lassen Sie sich einmal beim Arzt durchchecken.

Körperliche Anzeichen bei fortgeschrittener Fettleber

  • Gallensteine
  • Migräne
  • Hautsymptome (Juckreiz, Altersflecken)
  • Gewichtszunahme
  • Hormonelle Probleme
  • Wassereinlagerungen
  • Blutgerinnungsstörungen (Gefahr einer Thrombose)
  • Erhöhte Nüchternblutzuckerwerte
  • Erhöhte Cholesterinwerte
  • Herzrhythmusstörungen
  • Erhöhter Blutdruck
  • Gelenkschmerzen

Diese körperlichen Beschwerden können bei einem fortgeschrittenen Verlauf einer Fettleber auftauchen. Jedoch treten diese Symptome auch im Zusammenhang mit anderen Krankheiten auf. Lassen Sie sich unbedingt von einem Arzt untersuchen.

Diagnose: Die 3 Stadien der Fettleber

Im Anfangsstadium einer Fettleber sind die Leberwerte noch unauffällig, was die Erkennung zusätzlich erschwert. Am frühesten erkennen lässt sich eine verfettete Leber über eine Ultraschalluntersuchung.

Besteht der begründete Verdacht auf eine Fettleber, kann auch ein MRT zum Einsatz kommen. Bei der Magnetresonanztomografie kann der Fettgehalt der Leber exakt ermittelt werden.

Eine Fettleber kann in unterschiedliche Schweregrade unterschieden werden:

  • Leichtgradige Fettleber: Weniger als ein Drittel der Leberzellen sind übermäßig verfettet.
  • Mäßige Fettleber: Weniger als zwei Drittel der Leberzellen aber mehr als ein Drittel sind übermäßig verfettet.
  • Schwere Fettleber: Mehr als zwei Drittel der Leberzellen sind übermäßig verfettet.

Alkoholische vs. nicht-alkoholische Fettleber

Unterschieden wird die Erkrankung in eine alkoholische und eine nicht-alkoholische Fettleber (NAFL). Zuordnen lässt sich die korrekte Diagnose erst nach einer eingehenden, körperlichen Untersuchung durch einen Arzt. Anhand der Art der Leberzellverfettung lässt sich erkennen, um welche Variante es sich bei der Fettleber handelt. Die meisten Betroffenen leiden jedoch an einer nicht-alkoholischen Fettleber.

Ursachen für eine Fettleber

Je nachdem ob es sich um eine nicht-alkoholische oder eine alkoholische Fettleber handelt, können die Ursachen ganz unterschiedlich sein. Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Übergewicht und Adipositas
  • ungesunde Ernährung mit zuckerhaltigen und fettreichen Speisen
  • hoher Blutzucker (Diabetes mellitus, aber auch Prä-Diabetes)
  • Bluthochdruck
  • Bewegungsmangel
  • Alkoholkonsum
  • Dauereinnahme von Medikamenten

Dr. Matthias Riedl: Ernährungstipps gegen eine Fettleber

Ernährungsdoc Dr. Matthias Riedl (@drmatthiasriedl) hat auf unserem Instagramaccount @vital_magazin Ihre brennenden Fragen zum Thema Abnehmfrust beantwortet. Ab Minute 8:30 spricht er über die Fettleber und welchen gefährlichen Einfluss kurzkettige Kohlenhydrate haben.

Unsere Empfehlung: Wenn Sie Ihre Ernährung dauerhaft gesünder gestalten wollen, hilft Ihnen dabei auch Dr. Riedls Ernährungs-App „myFoodDoctor“.

Fettleber erhöht Risiko für schweren Covid-19-Verlauf

Forscher haben nun herausgefunden, dass eine Fettleber – ähnlich wie Übergewicht, Lungenerkrankungen oder Diabetes – das Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf erhöht. In einer systematischen Meta-Analyse verglichen die Wissenschaftler die klinischen Verläufe von Patienten mit und ohne NAFL und kamen zu dem Schluss, dass Patienten mit einer nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 hatten. Die positive Nachricht ist, dass das Sterberisiko (Mortalität) für NAFL-Patienten nicht erhöht war. 

Behandlung und Heilung einer Fettleber

Eine Fettleber lässt sich meistens heilen, denn die Leber gehört zu den anpassungsfähigsten Organen im Körper. Die nicht-alkoholische Fettleber ist im Anfangsstadium prinzipiell vollständig heilbar.

Der einzig effektive Weg dahin: Eine umfassende Lebensstiländerung! Vor allem durch eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung kann die Leber wieder entfettet werden. Vor allem bei einer alkoholischen Fettleber ist der Verzicht auf Alkohol ebenfalls unerlässlich. Vermeiden Sie hochkalorische und stark gesüßte Lebensmittel, Fertigprodukte sowie stark fettiges Essen. Insbesondere zuckerhaltige Softgetränke wie Coca-Cola sind vor allem schädlich für die Leber. Dänische Forscher belegten in einem Cola-Experiment, dass ein ständiger Konsum von Cola zu einer Verfettung der Leber führen kann. Darüber hinaus verschlechtern sich die Blutwerte und das Bauchfett nimmt zu.

Befolgen Sie die Ernährungsumstellung konsequent, werden Beschwerden effektiv gelindert und es lassen sich schon nach kurzer Zeit Verbesserungen feststellen. Ein extremer Gewichtsverlust wird zu diesem Zeitpunkt in der Therapie jedoch nicht angestrebt – das würde die Leber zusätzlich belasten.

Ebenfalls wichtig für den gesunden Zustand der Leber und des ganzen Organismus ist regelmäßige Bewegung. Suchen Sie sich eine Sportart, die Ihnen Spaß macht und beginnen Sie, mehr Bewegung in Ihren Alltag einzubauen (Treppensteigen, Spaziergänge, Fußwege).

Je nach Schweregrad der Erkrankung wird der Arzt entscheiden, welche therapeutischen Maßnahmen erforderlich sind und ob sich die Leber vollständig wieder erholen kann. Der Einsatz von Medikamenten ist derzeit nicht vorgesehen.

Fettleber-Diät: So werden Sie Ihre Fettleber los

Wir verraten Ihnen die Basics der Ernährungsumstellung, mit der Sie Ihre Fettleber auf dem schnellsten Wege wieder loswerden. Insbesondere im frühen Stadium der Fettleber und bei leichten Symptomen können Sie mit der Ernährung Ihre Leber auf einen gesunden Weg bringen und die Heilungschancen deutlich erhöhen.

Diese Nahrungsmittel sollten auf Ihrem Speiseplan stehen:

  • viel Gemüse,
  • sättigendes Eiweiß (Nüsse, Hülsenfrüchte, Eier, Milchprodukte, Fisch, Geflügel),
  • hochwertige pflanzliche Öle (Leinöl, Olivenöl und Weizenkeimöl),
  • zuckerarme Obstsorten (Blaubeeren, Erdbeeren, Grapefruit, Wassermelone).

Die Leber wird zusätzlich durch gute Blutwerte entlastet. Halten Sie Ihren Blutzucker- und Insulinspiegel niedrig, auch Logi-Methode genannt (Low Glycemic and Insulinemic Diet). Dafür ist es wichtig, wenig kurzkettige Kohlenhydrate zu sich zu nehmen. Verzichten Sie also auf Gebäck, Brot, Teigwaren aller Art und Reis. Wenn Sie zu Kohlenhydraten greifen, dann verzehren Sie komplexe, ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornbrot, Vollkornnudeln und Vollkornreis.

Zur effektiven Fettleber-Diät gehört außerdem, der Leber Pausen zu gönnen. Beschränken Sie sich auf drei Mahlzeiten am Tag und lassen Sie Snacks zwischendrin weg. Trinken Sie dazu viel Wasser und Tees (vor allem Löwenzahn und Schafgarbe).

Fettleber-Diät: Beispielplan für einen Tag

Frühstück:
Essen Sie zum Frühstück beispielsweise eine Portion Haferflocken mit Obst, Naturjoghurt, Nüssen, Leinsamen und Weizenkleie.
Auch ein Vollkornbrot mit Scheiben- oder Hüttenkäse, Gurke und Obst ist eine leckere und gesunde Option.

Mittag:
Merken Sie sich als Faustregel fürs Mittagessen folgendes: Ein halber Teller Gemüse, ein Viertel Vollkorngetreide wie Vollkornreis oder Vollkornnudeln sowie ein Viertel Teller Fleisch, Fisch, Tofu oder Eier. Das ergibt die perfekte Fettleber-Diät-Kombi, die gesund ist und Sie mit allen nötigen Nährstoffen versorgt.

Abendessen:
Vor allem an warmen Tagen können Sie abends gerne zu einem leichten Salat greifen. Damit er satt macht, reichern Sie den Blattsalat mit Sonnenblumen- oder Kürbiskernen sowie Eiern, Schafskäse oder Mozzarella an. Verwenden Sie als Dressing einfach Essig und Olivenöl.

Video: Sieben effektive Maßnahmen gegen eine Fettleber

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