Verdauung 4 Gründe für Bauchschmerzen und Durchfall beim Sport

Viele Sportler kennen Verdauungs- und Darmprobleme während des Trainings. Doch was kann hinter den Beschwerden wie Durchfall, Blähungen, Krämpfen und Übelkeit stecken? Wir klären auf!

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Viele Sportler kennen das Problem: Sie laufen die ersten hundert Meter, bewegen die ersten Gewichte oder sind sogar im Wettkampfmodus und schon meldet sich die Verdauung mit Bauchschmerzen und einem Druckgefühl. Es grummelt und knurrt und an Sport ist erst einmal nicht mehr zu denken. Doch woher kommt diese erhöhte Darmaktivität während des Sports? 

1. Stress regt die Darmtätigkeit an

Eine anstrengende Sporteinheit ist immer Stress für den Körper. Aber auch Leistungsdruck, z. B. vor einem Wettkampf oder der Druck an sich selbst, können vor, während oder nach dem Training Darmprobleme auslösen. Schrauben Sie daher Ihre Erwartungshaltungen an das bevorstehende Training nicht zu hoch.
Hilfreich sind auch die richtigen Lebensmittel. Essen Sie z. B. sehr ballaststoffreich, sollten Sie vor dem Training zu eher stopfenden Lebensmitteln wie Weißbrot oder Bananen greifen.
 

2. Veränderte Durchblutung führt zu Darmproblemen

Dieses Problem kennen vor allem Ausdauersportler wie Läufer: Bauchkrämpfe und Stuhldrang während des Trainings. Diese Runner's Diarrhea tritt auf, wenn die Belastungsintensität 70 Prozent des maximalen Sauerstoffverbrauchs erreicht. Dabei sinkt sie Blutversorgung des Magen-Darm-Trakts um 60 bis 70 Prozent, sodass Muskeln, Herz, Lunge und Haut besser durchblutet werden können. Durch die geringere Durchblutung können schädliche Bakterien die Darmwände leichter passieren, sodass es schneller zu Verdauungsproblemen wie Durchfall kommt. 
Ebenso aktiviert Bewegung die Darmbewegung, sodass der Körper die Nahrungsreste schnell loswerden möchte. Hilfreich ist es, Routinen zu entwickeln. So kann es z. B. sinnvoll sein, beim morgendlichen Läufen erst eine Kleinigkeit zu frühstücken, vielleicht auch einen Kaffee zu trinken und anschließend den Darm zu entleeren. Wenn das keine Option ist, hilft es auch, die Routen so zu planen, dass Sie eventuell kurz ins Gebüsch verschwinden können. Ein Päckchen Taschentücher sollten Sie dabei haben. 

3. Zu wenig Probiotika in der Ernährung

Um die Darmwände vor schädlichen Bakterien und Pilzen zu schützen, sollten Sie auf eine probiotische Ernährung setzen. Lebensmittel wie Sauerkraut oder andere fermentierte Lebensmittel, Kefir, Ayran, oder Joghurts tragen zu einer gesunden Darmflora bei. Diese verhindert, dass Bakterien die Darmwände passieren und so z. B. Durchfall auslösen.

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4. Reizdarm-Syndrom

Stress, bestimmte Ereignisse und positive sowie negative Emotionen schlagen Ihnen auf den Magen? Sind andere Magen-Darm-Erkrankungen ausgeschlossen, könnte auch ein Reizdarm hinter den Beschwerden stecken. Dieser äußert sich von Patient zu Patient unterschiedlich, sodass die einen vermehrt an Blähungen leiden, während die anderen eher zu Verstopfungen und Durchfällen im Wechsel neigen. Um die Ursachen der Reizdarm-Symptome besser zu versehen, müssen Sie sich individuell mit Ihrem Leben auseinandersetzen, Tagebuch führen oder auf die Lebensmittelauswahl achten. Auch eine professionelle Therapie kann helfen, die Beschwerden zu lindern. So ist es, wenn auch mit etwas Aufwand verbunden, möglich, die Symptome auch während des Sports in den Griff zu bekommen. 
 
 
Datum: 06.10.2020

Autorin: Christina Liersch