Teuer aber gesund? Bietet Kokosblütenzucker einen geeigneten Zuckerersatz?

Kokosblütenzucker ist der neuste Trend bei Menschen, die sich gesünder ernähren und herkömmlichem Zucker entsagen wollen. Doch ist der Zuckerersatz so gut wie sein Ruf oder handelt es sich bei Kokosblütenzucker um eine überteuerte und überhypte Alternative?  

Kokosblütenzucker als Zuckerersatz

Die Suche nach vernünftigen Ersatzstoffen für Zucker treibt die Industrie zu immer neuen Quellen. Ob Honig, Ahornsirup, Birkenzucker oder eben Kokosblütenzucker: Die Alternativen scheinen nicht zu versiegen. Doch wie gut ist der Ersatzstoff Kokosblütenzucker? Kann er auf Dauer den normalen Raffinadezucker ersetzen? Und ist er wirklich eine gesunde Alternative zu Rohrzucker und Co.? Oder handelt es sich bei Kokosblütenzucker wieder nur um einen überhypten Trend, welcher bald wieder verschwindet?

Alles rund um Kokosblütenzucker

Wie bei vielen Lebensmitteln ist Kokosblütenzucker keine völlig neue Erfindung. Gerade unter den Menschen in Indonesien, Thailand, aber auch in Brasilien und anderen südamerikanischen Ländern ist er weit verbreitet und wird von der indigenen Bevölkerung als hauptsächliches Süßungsmittel genutzt. Die Gewinnung von Kokoszucker ähnelt in gewissem Maße der von Ahornsirup. Dafür werden die Blüten der Kokospalme angeschnitten und der austretende Blütennektar aufgefangen. Pro Tag sondert eine Palme bis zu zwei Liter Nektar ab. Aus vier Litern kann circa ein Kilo Kokosblütenzucker gewonnen werden.

Der gewonnene Saft wird durch Erhitzen eingedickt, bis eine sämige Masse entsteht. Für den heimischen Markt reicht oftmals diese Form des Zuckers. Für den europäischen Markt wird der Zucker aber meist noch weiter eingedickt, bis ein körniges Pulver entstanden ist. Dann wird die grobe Masse getrocknet und fertig ist der bekannte Zucker. Anders als viele andere Kokosprodukte, wie Kokosöl oder Kokoswasser, besitzt Kokosblütenzucker kein Kokosaroma. Stattdessen hat er eine karamellige Note mit einem leicht herben Nachgeschmack. 

Die Vor- und Nachteile von Kokosblütenzucker

Ist Kokosblütenzucker denn nun gesünder als normaler Zucker und damit ein guter Zuckerersatz? Jein! Tatsächlich hat der Zucker der Kokospalme mit 35 einen niedrigeren glykämischen Index als normaler Zucker, Honig oder Ahornsirup. Das bedeutet, dass der Blutzuckerspiegel langsamer ansteigt und auch schneller wieder fällt. Heißhungerattacken bleiben so aus. Doch macht der niedrige glykämische Index ja noch lange kein gesundes Produkt aus. So ist es leider auch mit Kokosblütenzucker. Mit 390 Kalorien und über 90 Gramm Kohlenhydrate pro 100 Gramm besitzt Kokoszucker annähernd die gleichen Werte wie normaler Zucker. In unserem Ratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte über den glykämischen Index.

Der Vorteil von Kokosblütenzucker ist, dass er genauso verwendet werden kann, wie Haushaltszucker. Da er auch die annähernd gleiche Süßkraft besitzt, können Rezepte eins zu eins übernommen werden. Zum Backen eignet sich der Palmzucker allerdings trotzdem nicht, da er sich langsamer auflöst und so kleinere Klumpen im Teig bildet. Zudem geht der Teig nicht so gut auf. Trotzdem kann er zum Süßen von Cocktails, Kaffee, Obst oder Joghurt genutzt werden.

Als negativer Punkt muss auch der hohe Preis genannt werden. Ein Kilo Kokoszucker kostet beispielsweise bei Amazon zwischen zehn und zwölf Euro. Zum Vergleich: Ein Kilo normaler Zucker kostet zwischen 50 Cent und 1,50 Euro.

Insgesamt kann bei Kokosblütenzucker nicht wirklich von einem Zuckeraustauschstoff gesprochen werden. Der hohe Kalorien- und Kohlehydrateanteil gleichen den niedrigen glykämischen Index wieder aus. Kokoszucker eignet sich nicht zum Backen und ist sehr teuer. Einzig Diabetiker könnten über die Zuckeralternative zum Süßen von Kaffee nachdenken, wobei der Blutzuckerspiegel trotzdem leicht ansteigt. 

Autor: Alexander Scherb

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