Verdauungsbeschwerden Die Auswirkung von Zucker auf den Darm

Das Zucker negative Auswirkungen auf Zähne und den Bauchumfang hat, wissen die meisten. Doch das der vermehrte Verzehr die Ursache für ernsthafte Erkrankungen und Verdauungsbeschwerden sein kann, ist eher unbekannt. Wie Haushaltszucker auf euren Stuhlgang wirkt und welche Süßungsmittel ein gesunder Ersatz sind, erfahrt ihr hier.

 

Zucker

In westlichen Kulturen ist raffinierter Zucker in der Ernährung zur Gewohnheit geworden. Gezuckerter Kaffe, Süßigkeiten als Zwischenmahlzeit und Cola statt Wasser - so sieht der Alltag vieler Menschen aus. Hinzu kommen die versteckten Zuckerbomben in Milchprodukten, Konserven und Saucen. Auch salzige Fertigprodukte enthalten vermehrt Industriezucker. Doch Zucker wird oft nicht als solcher in der Zutatenliste des Essens ausgeschrieben. Gängige Bezeichnungen sind Saccharose, Glucose oder Glucosesirup, Fructose, Milchzucker oder Laktose und Maltose. Studien ergaben, dass der Durchschnittsbürger umgerechnet bis zu 29 Stück Würfelzucker täglich zu sich nimmt. Das ist fast vierfach so viel, wie von der Weltgesundheitsorganisation als tägliche Ration empfohlen wird. Diese enormen Mengen zeigen sich schnell in einem Kalorienüberschuss, wodurch Fettleibigkeit und damit verbundende Krankheiten entstehen.

Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel
Durch den Verzehr kohlenhydratreicher Lebensmittel und sogar bei Proteinen wird Insulin in der Bauchspeicheldrüse produziert und in das Blut abgegeben. Das Insulin sorgt dafür, dass der Zucker in die Zellen gelangt und dort in Form von Energie verbraucht wird. Dabei gelangen Einfachzucker schneller ins Blut und in die Zellen als Mehrfachzucker. Wird nun regelmäßig zu viel einfacher Zucker verzehrt, z.B. in Form von Weißbrot, Schokolade oder Gummibärchen verzehrt, bleibt der Insulinspiegel ständig erhöht, woraus eine Insulinresistenz entstehen kann. Das ist die Vorstufe von Diabetes.

Zucker enthält keine Nährstoffe
Raffinierter Zucker weist keine Vitamine, Mineralien oder Ballaststoffe auf, weshalb der Körper Stoffe aus seinen eigenen Vorräten ziehen muss. Dadurch kann es zu einem chronischen Mineralstoffmangel kommen, welcher Übergewicht und damit eine Vielzahl an Krankheiten begünstigen kann.

Auswirkung auf die Verdauung

Im menschlichen Körper hausen eine Vielzahl an Bakterien und Pilzen, aber ob diese sich negativ auf unsere Gesundheit auswirken, hängt vom Immunsystem sowie der Ernährung und bestimmten Medikamenten ab. Pilze finden sich bevorzugt in warmen, feuchten und nährstoffreichen Regionen im Körper. Diese Voraussetzungen erfüllt mit am besten der Magen-Darm-Trakt. Doch die nützlichen Bakterien des Körpers können den Pilzen die Stirn bieten. Erst wenn das Gleichgewicht der gesunden Darmflora durch eine ungesunde Ernährung oder einer Antibiotika-Therapie geschwächt ist, hat der Pilz die Chance anzugreifen. Denn wenn das Immunsystem geschwächt ist, können die Pilze sich vermehren und überhand nehmen. Besonders bei einer reichlichen Zuckerzufuhr fällt dies den Pilzen leicht.

Übermäßiger Zuckerkonsum zerstört die gesunde Darmflora und füttert die dort ansässigen Pilze, welche sich auf die Gesundheit auswirken und zu einer veränderten Verdauung führen können. Symptome sind Verstopfung, Blähungen und Durchfall. Um die Pilze zu bekämpfen, ist es meist ausreichend, die Ernährung umzustellen. Um Magen und Darm gesund zu halten ist es wichtig, Zucker und Weißmehlprodukte zu reduzieren und Vollkorn und Gemüse zu bevorzugen. Gemüse und Gewürze enthalten beispielsweise natürliche antibakterielle Substanzen. 

Zuckerhaltige Lebensmittel haben nicht nur aufgrund der Pilze einen Einfluss auf die Verdauung. Verarbeitete Nahrungsmittel weisen meist noch einen hohen Fettgehalt auf. Wenn sich der Stuhl zu lange im Magen-Darm-Trakt aufhält, wird ihm zu viel Flüssigkeit entzogen. Dadurch entstehen Verstopfungen, meist einhergehend mit unangenehmen Blähungen. Um Verstopfungen entgegen zu wirken gibt es einige Tipps. Regelmäßige Bewegung hilft, die Darmbewegung zu aktivieren und so die Aufenthaltsdauer des Stuhls im Verdauungstrakt zu verkürzen. Zusätzlich kann eine ballaststoffreiche Ernährung das Stuhlvolumen erhöhen und so den Stuhlgang anregen. Außerdem ist es wichtig, dem Körper genug Wasser zuzuführen, um Verstopfungen zu vermeiden. Ihr solltet mindestens eineinhalb bis zwei Liter Wasser täglich trinken, damit der Stuhl weicher wird und so leichter durch den Verdauungstrakt transportiert werden kann. Auch wenn die Versuchung groß ist, sollten keine Abführmittel eingenommen werden. Auf die Dauer kann der Körper davon abhängig werden, wodurch sich die Verstopfungen verschlimmern können. Eine akute Verstopfung könnte dadurch in eine chronische Verstopfung übergehen. Es gibt aber auch natürliche Abführmittel wie Trockenobst oder Pflaumen, die die Verdauung anregen und eine positive Wirkung auf Verstopfungen haben.

Alternative Süßungsmittel

Für viele ist es schwer, komplett auf Süßes zu verzichten. Um Kaffee und Co. auch weiterhin mit der gewünschten Süße genießen zu können, haben wir euch drei alternative Süßungsmittel herausgesucht, die eure Gesundheit unterstützen und eurem Körper weniger zusetzen als Haushaltszucker.

Stevia: Schon mit geringen Mengen erreicht man dieselbe Süßkraft wie mit Haushaltzucker, weshalb Stevia ein beliebter pflanzlicher Zuckerersatz ist. Gleichzeitig wird der Blutzuckerspiegel nicht verändert, wodurch kein Insulin ausgeschüttet werden muss. So kann chronisch entzündlichen Krankheiten vorgebeugt werden.

Xylit: Xylit, oder auch Birkenzucker, ist aus einem rein pflanzlichen Rohstoff. Auch dieser Zuckeraustauschstoff hebt weder den Blutzucker- noch den Insulinspiegel. Zusätzlich wirkt sich Xylit besonders positiv auf die Zahngesundheit aus. Große Mengen dieses Ersatzstoffes wirken sich allerdings negativ auf die Verdauung aus. Es kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken, weshalb sich an die individuell verträgliche Menge langsam herangetastet werden muss.

Ahornsirup: Ahornsirup wirkt sich zwar auf den Blutzuckerspiegel aus, allerdings viel geringer als normaler Haushaltszucker, weshalb er als gutes Ersatzmittel dient. Der Sirup hat aber einen malzähnlichen Eigengeschmack, weshalb er nicht bei allen Lebensmitteln als Zuckersatz verwendet werden kann.

Autor: Emilia Uhlendorf

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