29. Mai 2021
Cheat Days beim Abnehmen: Sinnvoll oder ungesund?

Cheat Days beim Abnehmen: Sinnvoll oder ungesund?

Um strenge Diäten dauerhaft durchhalten zu können, bauen viele beim Abnehmen sogenannte Cheat Days ein. Doch ist ein Tag pro Woche zum Sündigen sinnvoll oder ist der Cheat Day ungesund? Wir verraten es Ihnen!

Alle Diäten scheitern früher oder später daran, dass die abnehmwillige Person den harten und häufig zu einseitigen Ernährungsplan nicht mehr durchhält, frustriert abbricht und in alte Muster zurückfällt. Nach wochenlanger Kohlsuppendiät reißt irgendwann der Geduldsfaden und man stopft vor Frust und Resignation einfach wahllos Pizza, Burger und Schokolade in sich hinein. Vom Abnehmfrust Geplagte erhoffen sich häufig, durch einen Cheat Day ihre Ernährung dauerhaft in den Griff zu bekommen. Aber funktioniert das überhaupt?

Helfen Cheat Days beim Abnehmen?

Cheat Days sind sinnbildlich für das größte Problem, das jede strikte Diät mit sich bringt. Da die meisten Diäten ein großes Kaloriendefizit und den Verzicht auf jegliche ungesunde Zutaten verlangen, verspüren die Abnehmwilligen bereits nach kürzester Zeit einen starken Drang, aus dem engen Korsett der Diät auszubrechen. Willensstarke halten möglicherweise ein bisschen länger durch, doch früher oder später bringt selbst die größte Disziplin nichts mehr und wir greifen wieder zu Süßigkeiten, Fast Food oder Alkohol. Cheat Days bieten da ein Ventil für aufgestaute Gelüste und Heißhunger.

Allerdings können Cheat Days nicht das Grundproblem der Diäten lösen: Einseitige und stark eingeschränkte Ernährungsformen können auf Dauer nicht funktionieren, sind ungesund und können Nährstoffmängel hervorrufen. Sinnvoller ist daher immer eine grundlegende Ernährungsumstellung mit einem Fokus auf frisch gekochten Gerichten aus unverarbeiteten Zutaten. Hierbei sollte Gemüse stets die größte Komponente sein und nicht bloß eine kleine Beilage. Welche fünf Fallen Sie bei einer Ernährungsumstellung vermeiden sollten, erklärt Ihnen hier der Ernährungsdoc Dr. Matthias Riedl.

So schädlich können Cheat Days sein

Auch wenn Cheat Days eine Diät erträglicher machen können und bei einigen Menschen sogar kurz- bis mittelfristig zu Abnehmerfolgen führen, so schaden sie dennoch unserem Stoffwechsel und können uns ein ungesundes Essverhalten antrainieren. So bremst der wöchentliche Cheat Day etwa die Fettverbrennung aus, da der häufige Verzehr von ungesunden, überzuckerten Lebensmitteln über den Tag verteilt unseren Blutzuckerspiegel in die Höhe treibt. Ein hoher Blutzuckerspiegel führt immer zur Ausschüttung von Insulin, welches die Fettverbrennung bremst und die Speicherung von Fett begünstigt. Außerdem haben Studien gezeigt, dass der regelmäßige Verzehr von ungesundem Fast Food die Appetitkontrolle und das Sättigungsgefühl unterdrückt. Dadurch können vermehrt Heißhungerattacken auftreten und ein Teufelskreis entsteht.

Die bessere Alternative zum Cheat Day

Anstatt sich sechs Tage lang zu geißeln, zu leiden, auf alles zu verzichten, was Sie mögen und dann am siebten Tag die Sau rauszulassen und völlig über die Stränge zu schlagen, sollten Sie es einmal mit folgender Methode versuchen. Bauen Sie kleine, aber verzeihbare Sünden in Ihren Alltag ein. Und zwar nicht unkontrolliert in Form von wahllosen Zwischensnacks wann immer Sie eine Praline oder ein Stück Schokolade zu Gesicht bekommen. Sondern als fest eingeplanter Nachtisch nach dem Mittagessen. Dieses Timing verhindert, dass süße Zwischensnacks Ihren Blutzucker plötzlich in die Höhe schießen lassen und die Fettverbrennung zum Erliegen kommt. Außerdem führt die Ritualisierung dazu, dass Ihr Bedürfnis zu naschen automatisch sinkt, weil Sie sich nichts komplett verbieten, sondern Ihren Jieper einmal am Tag stillen. Also gönnen Sie sich eine Handvoll Gummibären, 20 Gramm Schokolade oder einen kleinen Joghurt mit Schokoraspeln nach dem Mittagessen.
Wichtig: Genießen Sie dabei ganz bewusst und schätzen Sie die Ausnahme wert.

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