Heilende Wirkung Gegen diese Beschwerden helfen Kurkuma, Nelken und Co.

Sie liefern das gewisse Etwas, machen Speisen schmackhafter. Auch die Heilkraft von Gewürzen überzeugt: Sie lindern Schmerzen, fördern Heilprozesse und vieles mehr.

Aromatische Gewürze

Blätter, Früchte und Wurzeln bestimmter Pflanzen liefer uns Stoffe, die unsere Gesundheit fördern. So stimulieren manche Gewürze die Verdauung, andere stärken das Immunsystem oder regen das Herz-Kreislauf- System an. Das liegt vor allem an ätherischen Ölen, aber auch an Scharf-, Bitter- und Gerbstoffen, die in den Pflanzen-
teilen stecken, wie wir heute dank moderner Forschung wissen. Überhaupt experimentieren Fachleute inzwischen vermehrt mit Gewürzen. In ihren Labors wollen die Experten die bekannten oder vermuteten positiven Eigenschaften wissenschaftlich nachweisen.

Curcumin gegen Darm-Beschwerden
Und das gelingt ihnen immer öfter. Ein Beispiel: Schon länger interessieren sich Forscher für den im Kurkuma enthaltenen Wirkstoff Curcumin. Seit Tausenden von Jahren setzen Menschen das scharfe Gewürz in der ayurvedischen Medizin ein – vor allem gegen Entzündungen. Weil diese Mini-Feuer im Körper auch bei Krebserkrankungen eine Rolle spielen, witterten Wissenschaftler hier Potenzial. US-Forscher fanden dann heraus, dass sich Darmpolypen, aus denen sich oft Darmkrebs entwickelt, mithilfe von Curcumin zurückbilden können. Gewürze könnten also auch bei schwe- ren Erkrankungen, ergänzend zu klassischen Behandlungsmethoden, infrage kommen. Und viele alltägliche Beschwer- den bringen sie sogar oft alleine wieder alles ins Lot. Welches Gewürz wobei hilft, verraten wir Ihnen hier!

Safran hellt die Stimmung auf

Aus einem Kinderlied wissen wir: Safran macht den Kuchen gehl (gelb). Genauer gesagt die orangeroten Stempelfäden, die aus den Blüten des in Vorderasien beheimateten Krokusgewächses stammen. Weil die Ernte bzw. Weiterverarbeitung von Safran per Hand erfolgt, zählt er zu den teuersten Gewürzen der Welt.

Bei welchen Beschwerden?

  • Gegen Stimmungstief
  • Gegen leichte bis mittelgradige Depressionen

Anwendung: Präparate mit ausreichend hoch dosiertem Safran-Extrakt erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke (z. B. „Cefasafra“). Einen Versuch ist es in jedem Fall wert.

Senf stärkt das Immunsystem

Ob scharf oder süß, fein oder grob – von der würzigen Paste existieren eine Menge Varianten. Neben Essig, Salz und Zucker enthalten sie alle eine entscheidende Zutat: Körner der Senfpflanze, einem Gewächs, das sein Zuhause im Mittelmeerraum hat.

Bei welchen Beschwerden?

  • Gegen Erkältungen und zur Immunsystemstärkung
  • Gegen Kopfschmerzen und Migräne
Bei diesen Beschwerden sollten Sie ein Senfmehl-Fußbad ausprobieren. Die ätherischen Öle setzen Reize in den Bereich der Füße und wirken wie durch eine Art Reflex auch an anderen Körperstellen. Die Durchblutung nimmt zu, das Immunsystem kommt auf Touren.

Anwendung: Einen Eimer bis Wadenhöhe mit etwa 37 Grad warmem Wasser befüllen, 2 EL Senfmehl (in Apotheken) einrühren. Beide Beine zehn Minuten darin baden. Brennt es zu stark, aufhören. Im Anschluss die Beine mit lauwarmem Wasser abspülen.

Nelken gegen Entzündungen und Schmerzen

Lebkuchen ohne dieses Gewürz? Undenkbar! Von den Molukken, einer indonesischen Inselgruppe, stammt der Gewürznelkenbaum. Seine getrockneten Blütenknospen verleihen so manchen Leckereien – auch einigen herzhaften Gerichten und eingelegtem Gemüse ihre typische Note.

Bei welchen Beschwerden?

  • Zahnschmerzen
  • Entzündungen im Mundraum
Die Blütenknospen enthalten ätherisches Öl, das bis zu 95 Prozent aus dem Stoff Eugenol besteht. Die Substanz hemmt das Wachstum von Bakterien, Viren und Pilzen. Außerdem wirkt Eugenol leicht schmerzstillend und antientzündlich

Anwendung:
Tränken Sie ein Wattepad mit Wasser. Darauf ein paar Tropfen Nelkenöl aus der Apotheke geben. Vorsichtig auf den schmerzenden Zahn drücken. Bei entzündetem Zahnfleisch einige Tropfen Nelkenöl in ein Glas Wasser geben und damit gurgeln.

Kümmel beruhigt den Magen-Darm-Trakt

Nach aller Wahrscheinlichkeit haben wir es hierbei mit dem ältesten Gewürz zu tun. Denn Kümmel wurde bereits in Pharaonengräbern sowie bei Ausgrabungen von Pfahlbauten aus der Stein­ und Bronzezeit gefunden. Wissenschaftler verorten sei­ ne Herkunft in Vorderasien und den Mittelmeerländern.

Bei welchen Beschwerden?

  • Magen-Darm-Probleme wie Blähungen, Völlegefühl und Krämpfe
  • wirkt appetitanregend und kurbeln die Magensaft-Produktion an

Die ätherischen Öle aus den Kümmelfrüchten, allen voran Carvon und Limonen als Hauptbestandteil, wirken be­ruhigend auf den Magen­-Darm-Trakt.

Anwendung:
1–2 TL Kümmel in einem Mörser zerstoßen und in einen Teefilter oder in ein Teesieb füllen. In einer Tasse mit kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Abseihen und den Kümmeltee in kleinen Schlückchen trinken.

Zimt wirkt schleimlösend

Dieses Gewürz verbinden die meisten von uns mit Weihnachten. Es besteht aus der getrockneten Rinde verschie­ dener Zimtbaumarten, zum Beispiel aus Sri Lanka (ehemals Ceylon).

Bei welchen Beschwerden?
Der im Zimt enthaltene Gerbstoff Cinnam­tannin B1 senkt den Blutzuckerspiegel, was sich besonders im Falle von Diabetes Typ 2 positiv auswirkt. Die äthe­rischen Öle des Gewürzes wirken hingegen schleimlösend. Sie haben sich bei grippalen Infekten bewährt.

Anwendung:
Eine Zimtstange (Re­formhaus) in einer Tasse mit heißem Wasser übergießen. Zehn Minuten ziehen lassen. Extra­Tipp: Kaufen Sie echten Ceylon­-Zimt, die Sorte mit dem höchsten Anteil an gesunden Stoffen.

Knoblauch reduziert Bluthochdruck

Der Schrecken aller Vampire wurde schon vor über 5000 Jahren in Zentralasien kulti­ viert. Über das Mittelmeer kam das Gewürz nach Europa.

Bei welchen Beschwerden?
Wenn wir eine Knoblauchzehe zerkleinern oder quetschen, entsteht aus der enthaltenen Aminosäure Alliin eine andere Substanz: Allicin. Diese verur­sacht nicht nur den typischen Knoblauchgeruch. Sie hilft auch gegen hohen Blutdruck und senkt das schlechte LDL- Cholesterin im Blut. Ebenso kann der Stoff Kalkablagerun­gen an den Gefäßwänden reduzieren, was das Herz-Kreislauf-System schützt.

Anwendung:
Am besten täg­ lich eine rohe Zehe essen – unvorstellbar für die meisten. Alternative: ein Knoblauch­ Präparat aus der Apotheke.

Kurkuma als Entzündungshemmer

Wir könnten die Wurzel der südasiatischen Pflanze auch als heimische Verwandte des Safrans bezeichnen – zumin­dest, was ihre orangerote Farbe angeht. Zu Pulver ver­arbeitet, steckt sie in jeder Curry­-Mischung für das unver­kennbare Aussehen.

Bei welchen Beschwerden?
Der Pflanzenstoff Curcumin verleiht Kurkuma aber nicht nur die charakteristische Far­be. Er hemmt zum Beispiel auch Enzyme, die bei entzünd­lichen Prozessen im Körper ei­ne wichtige Rolle spielen. Des­halb wirkt Kurkuma entzün­dungshemmend und lindert u. a. Rheumaschmerzen und Schuppenflechte (Psoriasis).

Anwendung:
Das fettlösliche Curcumin löst sich nur schwer in Wasser. Deshalb kann der Körper den Stoff nicht gut aufnehmen und es kommt wenig im Blut an, als dass es sei­ne Wirkung entfalten könnte. Nahrungsergänzungsmittel, die mithilfe von Mizellentech­nologie diese Bioverfügbarkeit stark erhöhen, erhalten Sie in Kapselform in der Apotheke (z. B. „curcumin­Loges“).

Autor: Karin Dunkel