Anti Gravity Yoga Anti-Gravity-Yoga im Test

Yoga gibt es in vielen verschiedenen Varianten. Die neueste nennt sich Anti-Gravity Yoga. Sie verleiht ein Gefühl von Leichtigkeit und ist trotzdem anspruchsvoll in der Ausführung.

Laura Donner

Kaum habe ich das Studio von Nils Schröder in Altona betreten, fallen mir die riesigen Tücher auf, die von der Decke hängen. Kein Wunder, sind sie doch ein wichtiger Bestandteil von Anti-Gravity Yoga. Gleich zu Anfang gilt: barfuß bitte! Weil ich mich also gleich ins Tuch hänge und Arme und Beine ins Spiel kommen, ziehe ich meine Schuhe, bestenfalls auch die Socken aus. Nils Schröder sucht ein Tuch für mich aus, das speziell auf die Höhe meiner Hüfte angepasst wird, damit ich mich perfekt hineinhängen kann.

Zuerst setze ich mich einfach in das Tuch, nehme es zwischen meine Beine und öffne sie so weit es geht. Ein gewisses Gefühl von Sicherheit erfüllt mich und irgendwie komme ich mir vor, als sitze ich in einer kleinen gemütlichen Höhle.
Als nächstes soll ich mich strecken, damit ich bereit bin für die erste Übung, die gleich auf mich zukommt. Die gehört zu der Serie "Affe" und ist für Anfänger wie mich sehr gut zu meistern, muss ich mich dabei doch nur vorne über ins Tuch lehnen. Anschließend geht's mit meinen Beinen nach oben, so dass ich mich meine Füßen in das Tuch wickle. Das fühlt sich schon ein bisschen wackeliger an.

Weiter gehts damit, dass ich mit meinen Armen langsam zurück wandere und senkrecht über dem Boden hänge. Zum krönenden Abschluss der Übung verschränke ich meine Arme hinter dem Rücken. Eine kleine Überwindung, weil es immer wackeliger wird, aber es klappt. Der Profi erklärt mir, dass diese Umkehrhaltung große Vorteile hat, weil sie einfach jeder ausführen kann. Das ist beim klassischen Yoga anders. Den Kopfstand wagen meist nur geübte Yogis. Außerdem wird durch das Tuch der Druck auf Hände und Wirbelsäule genommen und das Herz-Kreislauf-System leicht gefördert.

Die nächste Übung, die Waschbrett-Serie, stärkt den gesamten Körper. Und so funktioniert sie: Ich halte mit beiden Hände das Tuch schulterweit fest vor meinen Körper und lehne mich dabei wie ein Brett nach vorne. So soll eine gerade Linie entstehen. Ziemlich schwierig, wie ich finde. Die Übung fühlt sich an wie Liegestütze im Stehen. Dafür wird der ganze Körper beansprucht und der Schwierigkeitsgrad kann individuell beeinflusst werden: Je aufrechter der Körper, desto leichter die Übung.

Eine weitere Herausforderung für mich und meine Balance ist die letzte Übung. Sie stärkt vor allem meinen Unterkörper, weil einer meiner Füße im Tuch hängt, während der andere am Boden steht. Das Standbein beuge ich etwas und den Oberkörper öffne ich weit, indem ich mit meinen Hände nach den Tuch greife, das meinen anderen Fuß hält. An einem bestimmten Punkt angekommen, kann ich entscheiden, wieweit ich mich nach vorne beuge und meinen Fuß nach hinten strecke. Vergrößere ich die Streckung, um so mehr ist meine Balance gefragt und die Übung wird schwieriger.
Nach einer dreiviertel Stunde bin ich schon ziemlich ins Schwitzen gekommen und schließe die Probestunde mit einer kleinen Entspannungsübung: Meine Hüfte ist auf das Tuch gestützt, ich halte mich am Tuch oberhalb fest und schwinge - kaputt aber entspannt - durch den Raum.