Psychologie Die Mimik

Sympathisch oder nicht – darüber entscheidet häufig der erste Eindruck. Weil sich zwischen Stirn und Kinn Eigenschaften spiegeln. VITAL sagt, woran Sie sie erkennen. Wie Sie Ihre positiven Seiten vorteilhaft hervorheben, zeigen die Beauty-Tipps.

Frau, Gesicht

 

Wer sein Gegenüber richtig erkennen will, schaut nicht nur auf die starren Merkmale, sondern auch auf das Mienenspiel. Denn nicht nur die Form der Augenbrauen ist wichtig – verlaufen sie waagerecht, soll es sich um einen nachdenklichen Charakter handeln –, sondern auch die Dynamik: Hochgezogene Brauen signalisieren Überraschung und Erstaunen, während zusammengezogene Striche von Misstrauen künden. „Unser Gesicht verrät fast alles“, sagt Paul Ekman, Anthropologe, Psychologe und weltweit führender Gesichterforscher, der seit 40 Jahren Gefühle und das ihnen entsprechende Mienenspiel entschlüsselt.
Weite oder enge Pupillen, Stirnfalten, die sich glätten oder wellen, Mundwinkel, die sich heben oder senken: Jede Stimmung bildet sich in minimalen Veränderungen des Gesichts ab, die wir kaum kontrollieren können, sosehr wir uns auch in man- chen Situationen ein Pokerface wünschen. Geübten Mimikforschern entgeht keine Regung.
Besonders aussagekräftig und recht einfach zu lesen sind die Augen: Weit geöffnet signalisieren sie ehrliches Interesse, während kleine Schlitze auf Misstrauen hindeuten. Und wer häufig blinzelt, den Blick abwendet oder in den Augen herumwischt, könnte was zu verbergen haben oder sich unwohl fühlen. Und auch der Glanz in den Augen von Frischverliebten spricht Bände.
Das Leben gräbt sich ganz von selbst ins Gesicht ein.
Der Umgang mit Krisen, unser Grübeln und unser Lachen: Im Laufe der Jahre feilen wir kräftig an den Linien, Kanten und feinen Fältchen in unserem Gesicht mit. Wir runzeln die Stirn, lassen die Mundwinkel nach unten hängen, kneifen die Augen so lange zusammen, bis die senkrechte Zornesfalte einfach nicht mehr verschwinden will. Da hilft nur, öfter mal lockerzulassen und die Muskeln im Gesicht zu entspannen.

Emotionen zeigen und erkennen

Und es geht noch einfacher: Emotionen beeinflussen nicht nur unseren Gesichtsausdruck, auch umgekehrt existiert ein Zusammenhang. Unsere Mimik beeinflusst das emotionale Erleben. So geht es bei der „Facial Feedback“-Methode darum, sich selbst wahrzunehmen, während man den Gesichtsausdruck verändert.
Wer am Schreibtisch öfter mal die Mundwinkel zum Lächeln nach oben zieht, spürt die positive Veränderung: „Ich lächle, also bin ich fröhlich.“ Automatisch stellt sich ein entspannteres Grundgefühl ein – und wir verscheuchen die Griesgram-Falten.
Noch etwas: Wir lernen das genaue Hinschauen bei unseren Mitmenschen. Gute Beobachter registrieren, wie es um jemanden steht, und können empathischer reagieren. Psychologieprofessor Paul Ekman ist sogar überzeugt: „Wer die Gefühle seiner Mitmenschen wahrnimmt, lernt auch die eigenen besser kennen.“ Ein Grund mehr, anderen mal wieder aufmerksam ins Gesicht zu schauen.

 

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