11. Juni 2013
So schützen Sie Ihre Haut im Sommer

So schützen Sie Ihre Haut im Sommer

Keine Ausreden mehr für Creme-Muffel: Mit den neuen Sonnenschutz-Produkten ist es so einfach, sicher und komfortabel, unsere Haut abzuschirmen.

„Sonnencremes sind immer so klebrig“

Eine Ausrede von gestern: Gerade weil viele Menschen das klebrige Gefühl auf der Haut nicht mögen, haben clevere Forscher Transparent-Sprays entwickelt, die sich wie ein hauchzarter Schutzfilm auf die Haut legen. Und das mit einem Lichtschutzfaktor von bis zu 50.

Eucerin Spray
© Eucerin
Eucerin Spray

Dahinter verbergen sich fettfreie Rezepturen, die blitzschnell einziehen, wasser- und schweißfest sind (z. B. „Sun Spray Transparent LSF 30“ von Eucerin, 200 ml ca. 18 Euro). Manche dieser UV-Schutzsprays haben durch Mentholzusatz sogar einen extra Cool-down-Effekt (z. B. „Protect & Refresh Kühlendes Sun Spray LSF 30“ von Nivea Sun, 200 ml ca. 11 Euro).

„Ich liebe Sonnenöl, und das gibt es eben nur mit niedrigem Schutzfaktor“

Kann es sein, dass Sie Sonnenöl zuletzt 1972 an der Nordsee verwendet haben? Das roch nach Kokos, hatte einen Lichtschutzfaktor von 2 und bewirkte, dass Sie wie ein Grillhuhn in der Sonne brutzelten. Die heutigen Sonnenöle punkten dagegen meist mit hohen Lichtschutzfaktoren von 30 oder mehr.

„Möglich machen das feinste Polymere in der Ölgrundlage, an die sich die Lichtschutzfaktoren wie auf einer zarten Perlenkette aneinanderreihen und so perfekt schützen“, sagt Dr. Katrin Kipper, wissenschaftliche Leiterin bei Vichy.

Garnier Sonnenschutz
© Garnier
Garnier Sonnenschutz

Unterstützt werden sie durch Zellschützer wie Extrakte aus Frangipaniblüten und Peptide (z. B. „Sunific 1 Solaire Seidiges Öl LSF 30“ von Lierac, 125 ml ca. 29 Euro). Intensiv pflegende Sheabutter schützt die Haut vor dem Austrocknen (z. B. „Tiefbraun Sonnenöl-Spray LSF 30“ von Garnier Ambre Solaire, 150 ml ca. 15 Euro).

„Sonnenschutz ja, aber höchstens Faktor 10“

Vermutlich war in Ihrer Kindheit LSF 4 das Höchste der Gefühle. Das prägt. Aber im Ernst: LSF 10 verlängert die Eigenschutzzeit um das 10-Fache. Das heißt für einen nordischen Typ mit einer Eigenschutzzeit von rund 10 Minuten, dass er rund 100 Minuten in die Sonne darf, bevor es brenzlig wird. Nicht viel, bezogen auf einen Strandtag.


Lichtschutzfaktoren zwischen 30 und 50 schützen immerhin 300 bis 500 Minuten. Experten raten aber, das nicht auszureizen und nach zwei Dritteln der Zeit in den Schatten zu wechseln (z. B. „Expert Sun Aging Protection Cream Plus LSF 50+“ von Shiseido, 100 ml ca. 38 Euro; „Photoderm MAX Ultra Fluid SPF 50+“ von Bioderma, 40 ml ca. 16 Euro, über www.bioderma.de).

Hat der Sonnenbrand schon zugeschlagen? Hier geht es zu den SOS-Tipps gegen Sonnenbrand >>

Wichtig: wasserfester Sonnenschutz

„Auch am Strand trage ich Make-up. Sonnencreme kaschiert ja nichts“

Verständlich. Mit Pickeln, roten Äderchen oder Pigmentflecken brauchen wir draußen schon etwas mehr Selbstbewusstsein. Make-up ist allerdings nur die zweitbeste Lösung für die Tarnung am Strand: „Normale Foundations schützen zwar im UV-B-Bereich, haben aber nicht immer einen ausreichend hohen UV-A-Schutz“, so Dr. Kipper.

Teint Stick
© Maria Galland
Teint Stick

Der ist aber wichtig, wenn Ihre Haut nicht vorzeitig altern soll. Besser sind daher speziell für die Sonne entwickelte Kompakt-Make-ups, erhältlich im Döschen oder in praktischer Stiftform. Sie enthalten neben dem klassischen UV-B- Lichtschutzfaktor noch einen sicheren UV-A-Schutz.

Squalane aus Olivenöl pflegen die Haut zusätzlich und schützen sie vor Feuchtigkeitsverlust (z. B. „Teint Stick SPF 30“ von Maria Galland, 11 g ca. 35 Euro, über www.maria-galland.de). Perlit aus Vulkangestein wirkt leicht mattierend (z. B. „Capital Soleil Kompakt-Creme-Make-up LSF 30“ von Vichy in zwei Nuancen, 9 g ca. 21 Euro).

eincremen
© Thinkstock
eincremen

Autsch, das kann schiefgehen. 80 Prozent der Strahlen dringen durchs Wasser – bis 30 Zentimeter tief. Wer schwimmt oder schnorchelt, bekommt also viel Sonne ab. Wichtig sind deshalb wasserfeste (waterresistant) oder extra wasserfeste (extra waterresistant) Produkte.
„Wasserfest bedeutet, dass der nach zweimal 20 Minuten Wasserkontakt gemessene Lichtschutzfaktor noch halb so hoch ist wie direkt nach dem Eincremen, bei extra wasserfest muss das auch nach viermal 20 Minuten gegeben sein“, so Dr. Katrin Kipper (z. B. „Vita Sun Intensive LSF 50 Sonnencreme wasserfest“ von Dr. Grandel, 100 ml ca. 20 Euro, über www.grandel.de; „Anti-Age Sonnenmilch SPF 15 wasserfest“ von Lavera, 30 ml ca. 9 Euro).

„Ich habe oft Pickel. Eine fettige Sonnencreme macht es noch schlimmer“

Keine Bange vor Pickelalarm in der Sonne.

Sonnenschutz Dr.Grandel
© Dr. Grandel
Sonnenschutz Dr.Grandel

Neue Sonnencremes verhindern nicht nur die Bildung von Unreinheiten (nicht-komedogen), sondern bekämpfen sie sogar gezielt, während wir am Strand dösen: mit entzündungshemmendem Zink-Gluconat und Gylceryllaurat zur Talgdrüsenregulierung (z. B. „Cleanance Sonne SPF 30“ von Eau Thermale Avene, 50 ml ca. 16 Euro).

Damit fettige Haut nicht unschön glänzt, stecken sofort-mattierende Wirkstoffe wie Perlit oder Zuckerderivate mit drin (z. B. „Anthelios XL Mattierende Gel-Creme 50+“ von La Roche-Posay, 50 ml ca. 17 Euro).

Expertenrat zum Thema Sonnenschutz

„Wegen meiner sensiblen Haut möchte ich keine chemischen Filter benutzen. Aber die mineralischen weißeln so“

Stimmt. Und stimmt nicht. Moderne Cremes mit mineralischen Filtern wirken durchaus transparent. Sie enthalten oft Nanopartikel, mikrofein vermahlene Teilchen aus Titandioxid oder Zinkoxid. Doch Nanopartikel sind umstritten, weil niemand weiß, ob sie negative Wirkungen auf den Körper haben – ab Juli 2013 gilt eine Deklarationspflicht.

Spray Etat Pur
© Etat Pur
Spray Etat Pur

Wer sichergehen möchte, verwendet Sonnencremes ohne Nanopartikel (z. B. „Cellular Protection Sun Cream“ von The Organic Pharmacy, 100 ml ca. 50 Euro, über www.greenglam.de).
Ein Trick, damit’s nicht weißelt: Titandioxid und Zinkoxid werden von einem Öl umhüllt – so verteilen sie sich besser und wirken transparenter (z. B. „Spray Solaire B 85 SPF 50+“ von Etat Pur, 190 ml ca. 20 Euro, www.etatpur.de).

„Die Sonne ist doch Faltenmacher Nr. 1. Da meide ich sie am besten“

Schade, ein Sommer hinter Jalousien macht einsam. Schützen Sie sich mit einem hohen LSF sowie Radikalfänger-Kombis aus Vitamin E, Zuckerrohr und Algen, die Hautschäden reparieren helfen (z. B. „SUN DNA-Protect Sonnencreme LSF 30“ von Annemarie Börlind, 50 ml ca. 29 Euro).
Toll: Ein neues Sonnenschutz-Serum, das spontan über Creme oder Make-up aufgetragen wird, wenn sich die Sonne zeigt (z. B. „UV Add On LSF 30 Serum“ von Phyris, 50 ml ca. 25 Euro, über www.phyris.de).

Was sagt die Hautärztin?

Dr. Maja Hofmann, Leiterin der Ästhetischen Medizin an der Klinik für Dermatologie an der Charité in Berlin, über die Licht- und Schattenseiten der Sonne.

VITAL: Drei Wochen Sommerurlaub, eine Woche Skifahren, dazwischen der Sommer in der Stadt. Steckt unsere Haut das alles locker weg?

Frau mit Sonnenschirm
© thinkstockphotos
Frau mit Sonnenschirm

Dr. Maja Hofmann: Leider nicht, diese „On-off“-Sonnengewohnheiten belasten besonders die nordeuropäische Haut extrem. Die Schäden machen sich allerdings nicht akut bemerkbar, sondern oft erst nach 20 bis 30 Jahren. Und die Haut vergisst keinen einzigen Sonnenstrahl, die Dosis kumuliert also im Lauf der Zeit.

Wie kann ich das verhindern?
Völlig verhindern können Sie Sonnenschäden nicht. Aber schützen Sie gerade die sonnenentwöhnte Haut bereits im Frühjahr oder spätestens im Frühsommer täglich mit einer Tagescreme oder einem Make-up mit hohem Lichtschutzfaktor vor der Strahlung. Nicht erst im Sommerurlaub die Sonnencreme aus dem Schrank holen! Wichtig in der Sonne: regelmäßiges Nachcremen und ausreichend große Mengen an Sonnenschutz verwenden.

Was heißt das genau?
Ich empfehle pro Eincremen etwa 30 bis 40 ml Sonnencreme für den gesamten Körper. Das entspricht ungefähr der Menge von drei bis vier Esslöffeln.

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