Gänseblümchen: Verwendung und Wirkung der Heilpflanze

Gänseblümchen: Verwendung und Wirkung der Heilpflanze

Gänseblümchen sind echte Wunderwaffen aus der Naturheilkunde und können unsere Gesundheit auf vielfältige Weise unterstützen. Wir stellen Ihnen die strahlende Blume genauer vor.

Was Sie über Gänseblümchen wissen müssen

Das Gänseblümchen trägt den wissenschaftlichen Namen Bellis perennis, ist im Volksmund aber unter vielen anderen Namen wesentlich besser bekannt. Himmelsblume, Augenblümchen, Maiblume, Regenblume oder Tausendschön sind nur einige der klangvollen Bezeichnungen für den schönen Korbblütler mit dem strahlend gelben Auge.

Doch unser heimisches Gänseblümchen kann weit mehr, als nur hübsch am Wegesrand stehen. Die wunderschöne Bellis perennis ist seit jeher in der Volksmedizin als Heilpflanze bekannt. Schon seit vielen Jahrhunderten wird das zarte Blümchen verwendet, um Ausschläge, Entzündungen und Wunden zu pflegen. Auch zur innerlichen Anwendung eignet sich die Pflanze, denn: Alle Teile des Gänseblümchen sind essbar. Aufgrund der in den Blütenblättern enthaltenen Inhaltsstoffe wie

  • Saponinen
  • Gerbstoffen
  • Bitterstoffen
  • Flavonoiden
  • ätherischen Ölen

kann die Blume als natürliches Heilmittel unsere Gesundheit unterstützen. In der Naturheilkunde ist die essbare Pflanze längst ein Star. 2017 etwa hat der Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus e. V. das Gänseblümchen zur Heilpflanze des Jahres gekürt.

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Diese Wirkung hat das Gänseblümchen auf unsere Gesundheit

Die Heilkraft der Pflanzen ist bekannt. Wir machen uns längst schon die gesundheitsfördernden Eigenschaften bestimmter Pflanzen zum Vorteil und lutschen Eukalyptus-Bonbons bei Husten, inhalieren mit Kamille bei Schnupfen oder nutzen die kühlende und feuchtigkeitsspendende Wirkung von Aloe vera bei Sonnenbrand und Hautverletzungen.

Die Heilwirkung von Gänseblümchen lässt sich zurückführen auf bestimmte Inhaltsstoffe. Besonders sekundäre Pflanzenstoffe wie Saponin aus den Blüten und Blättern der Pflanze scheinen eine gesundheitsfördernde Wirkung zu haben. In einer Übersichtsstudie von 2009 trugen die Forschenden zusammen, dass Saponine einen positiven Effekt auf das Immunsystem haben können. Die Pflanzenstoffe würden die Abwehrkräfte aktivieren und die Bildung von T-Zellen unterstützen. Damit verstärkten die Stoffe die zelluläre Immunantwort, was sie für die Wissenschaft und Pharmaindustrie besonders interessant macht. Saponine aus pflanzlichen Quellen werden etwa in Impfstoffen verwendet, um die Immunantwort des Körpers zu verstärken und die Vakzine effektiver wirken zu lassen. In anderen Studien konnten Saponine aus dem Gänseblümchen auch mit antibakteriellen Eigenschaften und cholesterinsenkenden Effekten in Verbindung gebracht werden.

Neben den Saponinen kommen im Gänseblümchen ebenfalls viele gesunde Gerbstoffe, Bitterstoffe und ätherische Öle vor, die allesamt einen positiven Effekt auf unsere Gesundheit haben können. Extrakte und Tees auf Grundlage von Gänseblümchen sollen etwa Entzündungen lindern, gegen Schmerzen wirken und schleimlösende Eigenschaften haben. Die häufigsten Einsatzgebiete der Heilpflanze sind daher bei

  • Kopfschmerzen
  • Hauterkrankungen
  • Husten
  • Erkältungen

Gänseblümchen richtig anwenden: So nehmen Sie die Heilpflanze zu sich

Die Inhaltsstoffe der Bellis perennis können Sie ganz unterschiedlich auf sich wirken lassen. Genau wie mit der bekannten Kamille finden Sie in gut sortierten Reformhäusern und Bio-Märkten Teemischungen mit getrockneten Gänseblümchen. In der Bio-Kräuter-Früchtetee-Mischung „Abend Tee“ von Sonnentor etwa finden Sie neben Zitronenmelisse, Apfelstücken und Himbeerblättern auch Gänseblümchen.

Für die Anwendung auf der Haut können Sie Kompressen mit selbst gepflückten Gänseblümchen anlegen oder auf Pflegeprodukte wie Salben und Cremes zurückgreifen. Beliebt sind auch hochwertige Hautöle wie das Gänseblümchen-Öl von Haut-Ségala.

Wer es süß und vegan liebt, sollte sich die vegane Honig-Alternative mit Gänseblümchengeschmack von Vegablum einmal genauer ansehen. Die Mischung aus Rohrzucker, Wasser und Gänseblümchenextrakt schmeckt intensiv nach Gänseblume.

Da die Blüten, Knospen und selbst die Blattrosette der Gänseblume essbar sind, können Sie natürlich auch selbst pflücken und Salate mit den farbenfrohen Bellis perennis verfeinern, Suppen mit den Blüten und Blättern dekorieren, Pestos anrichten oder Smoothies mit den Blüten und Blättern herstellen. Im eigenen Garten oder im Blumenbeet auf dem Balkon können Sie mit Gänseblümchensamen ganz leicht Ihre eigenen Blumen ziehen. Die kleinen Korbblütler wachsen schnell und sind äußerst widerstandsfähig.

Gänseblümchen sammeln: Das gibt es zu beachten

Gute Nachrichten für Wildsammler: Bellis perennis wachsen so gut wie überall in Deutschland und anders als bei Pilzen müssen Sie sich beim Sammeln keine Sorgen um giftige Doppelgänger machen. Zwar können Laien mitunter Kamille und Gänseblümchen verwechseln, aber auch die echte Kamille ist essbar. Vergiftungsgefahr besteht also nicht. Beachten Sie beim Sammeln von Gänseblümchen aber folgendes:

  • Sammeln Sie nicht an viel befahrenen Straßenrändern
  • Sammeln Sie nicht auf Hundewiesen und Parks
  • Sammeln Sie nicht auf und in der Nähe von landwirtschaftlichen Betrieben

Wer ganz sicher gehen will, dass die frisch gepflückten Gänseblümchen nicht verunreinigt oder mit Schadstoffen belastet sind, sollte einfach auf naturbelassenen Wiesen sammeln oder die schönen Knospen im eigenen Garten ziehen.

Beachten Sie außerdem die Verzehrempfehlung von etwa zehn Blättern und vier Blüten pro Person pro Tag. Wie mit allen Lebensmitteln gilt auch bei Heilpflanzen wie Bellis perennis – stets in Maßen genießen. Viel hilft bei dem Gänseblümchen leider nicht viel, denn wer sich an den Blättern, Blüten und Knospen überisst, kann Verdauungsprobleme bekommen und unter Übelkeit leiden. Die vielen Bitterstoffe nämlich können schnell auf den Magen schlagen.

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