20. Oktober 2021
Wadenkrämpfe als Anzeichen von Krankheiten

Wadenkrämpfe als Anzeichen von Krankheiten

Wadenkrämpfe sind unangenehm, aber in den meisten Fällen kein Grund zur Sorge. Unter Umständen können jedoch auch ernste Ursachen hinter den Beschwerden stecken. Wir erklären, wann Wadenkrämpfe ein Anzeichen von Krankheiten sind.

Wadenkrämpfe überfallen uns meist ohne Vorwarnung – sei es bei unserer wöchentlichen Joggingrunde oder nachts im Bett. Die Krämpfe bereiten Schmerzen, da der Wadenmuskel sich zusammenzieht, und können einige Sekunden bis zu wenigen Minuten andauern. Meist hilft es, die entsprechenden Muskeln zu dehnen. Aber wie werden die Wadenkrämpfe überhaupt verursacht?

Wie entstehen Wadenkrämpfe?

Verschiedene Faktoren können Wadenkrämpfe auslösen. Dazu gehören unter anderem ein Flüssigkeitsmangel, die Einnahme bestimmter Medikamente, verschiedene Nährstoffmängel wie ein Magnesium- oder Kaliummangel oder hormonelle Veränderungen wie eine Schwangerschaft sowie zunehmendes Alter. Die Krämpfe können sowohl bei zu großer als auch bei zu geringer Belastung auftreten. Aus diesem Grund sind häufig Sportler betroffen, aber auch untrainierte Menschen, die sich wenig bewegen. Unter Umständen kann auch eine genetische Veranlagung zu Wadenkrämpfen vorliegen. Wenn die Krämpfe jedoch immer wieder und ungewöhnlich oft auftreten, können sich auch ernste Ursachen dahinter verbergen.

Wadenkrämpfe als Anzeichen von Krankheiten

Wadenkrämpfe als Anzeichen von Diabetes

In selteneren Fällen können Muskelkrämpfe auch als Symptom einer Diabetes-Erkrankung auftreten. Wenn die Blutzuckerwerte im Blut zu hoch sind, scheiden die Nieren über den Urin vermehrt Zucker aus. Als Folge bindet der Zucker Wasser, wodurch es zu einem erhöhten Flüssigkeitsverlust kommt, durch den der Körper wiederum Mineralstoffe verliert. Wenn Sie anhaltende körperliche Veränderungen wie Muskelkrämpfe bemerken, die ungewöhnlich oft auftreten und nicht nur die Waden, sondern auch andere Körperregionen betreffen oder weitere Symptome wie Schwellungen und Taubheitsgefühle hinzukommen, sollten Sie die Ursache von einem Arzt abklären lassen.

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Wadenkrämpfe als Anzeichen von Muskelerkrankungen

Liegt eine Muskelerkrankung (Myopathie) vor, werden die Muskeln geschwächt und es kann zu Krämpfen in der Muskulatur, wie Wadenkrämpfen, kommen. Zu den Muskelerkrankungen zählen beispielsweise das seltene Brody-Syndrom oder Myotonia Congenita Thomsen. Weitere typische Symptome, die bei einer Muskelerkrankung auftreten, sind unter anderem krampfartige Schmerzen der Muskeln oder eine schnelle Ermüdung der Muskeln nach Belastung. 

Wadenkrämpfe als Anzeichen von Schilddrüsenunterfunktion

Ebenso kann eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) die Ursache für Krämpfe in der Wadenmuskulatur sein. Die Krämpfe in der Wadenmuskulatur kommen bei der Erkrankung jedoch seltener vor und wenn, dann vermehrt nachts. Typischere Symptome bei einer Schilddrüsenunterfunktion sind Muskelschwäche, Muskelsteifheit sowie Schmerzen. Die Schilddrüsenkrankheit erkennen Sie zudem an Beschwerden wie Müdigkeit, Konzentrationsproblemen, Gewichtszunahme, Haarausfall oder depressive Verstimmungen.

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Wadenkrämpfe als Anzeichen von Nervenerkrankungen

Auch eine Fehlfunktion des Nervensystems kann Muskelkrämpfe hervorrufen, weshalb auch Nervenerkrankungen wie Multiple Sklerose Muskelkrämpfe hervorrufen können. Hier erfahren Sie, welche frühen Anzeichen und Symptomen bei Multipler Sklerose auftreten können >>

Wadenkrämpfe als Anzeichen einer Thrombose

Was viele Menschen nicht wissen: Wadenkrämpfe können auch ein Hinweis auf eine Beinvenenthrombose sein. Obwohl andere Symptome wie ein Schwere-, Druck- oder Hitzegefühl sowie eine bläuliche Verfärbung der betroffenen Stelle typischer sind, kann sich das Blutgerinnsel in seltenen Fällen auch durch einen plötzlich auftretenden Schmerz oder einen lange anhaltenden Wadenkrampf bemerkbar machen.

Weitere Krankheiten als Ursache von Muskelkrämpfen

Generell können alle Krankheiten Muskelkrämpfe hervorrufen, die zu einem Mineralstoffverlust führen. Das können zum einen kurzzeitige Infekte oder Magen-Darm-Erkrankungen sowie folgende Krankheiten sein:

  • Alkoholsucht
  • Nierenschwäche
  • Durchfallerkrankungen
  • Darmerkrankungen

Video: Magnesiummangel erkennen – das sind die Symptome 

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