12. Juli 2021
Vorhautverengung: Anzeichen und Behandlung der Phimose

An diesen Anzeichen erkennen Sie eine Vorhautverengung

Eine Phimose betrifft vor allem Jungs im Kindes- und Jugendalter, kann jedoch auch bei Erwachsenen auftreten. An welchen Anzeichen Sie als Mann oder Elternteil eine Vorhautverengung frühzeitig erkennen und welche Behandlungen es gibt, erfahren Sie hier.

Wenn sich die Vorhaut eines Mannes im erigierten oder sogar im schlaffen Zustand nicht ohne Probleme zurückstreifen lässt, spricht man von einer Vorhautverengung. Neben Schmerzen kann diese auch aus hygienischer Sicht ein Problem darstellen. Bei welchen Anzeichen Sie zum Arzt sollten und wann sogar ein Notfall besteht, erfahren Sie im Folgenden.

Vorhautverengung: An diesen Anzeichen erkennen Sie eine Phimose

Bei Jungs ist es nichts Ungewöhnliches, wenn sich die Vorhaut in den ersten Lebensmonaten oder -jahren nicht von der Eichel lösen lässt. Auch sollten Eltern keinesfalls versuchen, die Vorhaut Ihres Sohnes gegen einen Widerstand zurückzuziehen, da dies zu Verletzungen oder Vernarbungen führen kann. In den meisten Fällen lösen sich solche Verklebungen oder Verengungen im Kindesalter von selbst. Ein Besuch beim Arzt wird allerdings dann ratsam und notwendig, wenn die Verengung entweder plötzlich im Erwachsenenalter auftritt oder sich nicht im Laufe der Kindheit bzw. Pubertät von alleine löst.

Eine Vorhautverengung kann entweder angeboren sein oder im Laufe des Lebens entstehen. Mögliche Verursacher können örtliche Entzündungen oder Verletzungen sein, sowie die multifaktorielle Hauterkrankung Lichen sclerosus. Auch Diabetes Mellitus ist ein Risikofaktor, da es bei der Zuckerkrankheit vermehrt zu Entzündungen an der Vorhaut kommen kann. Wenn eine Vorhautverengung Beschwerden verursacht, sollten Sie unbedingt den Hausarzt oder Urologen Ihres Vertrauens aufsuchen. Die folgenden Anzeichen und Symptome können auf eine zu behandelnde Phimose hindeuten:

  • Zurückziehen der Vorhaut ist nur beim schlaffen Penis möglich (leichte oder relative Vorhautverengung)
  • Vorhaut kann weder im schlaffen noch im steifen Zustand des Penis zurückgezogen werden (schwere Vorhautverengung)
  • Beschwerden beim Wasserlassen
  • Schmerzen bei einer Erektion
  • Schmerzen an Eichel oder Vorhaut
  • Häufige Infektionen oder Entzündungen an Penis oder Harnröhre

Notfall: Bleibt eine zu enge Vorhaut über einen längeren Zeitraum zurückgezogen, kann die Eichel abgeschnürt werden, sodass sich die Vorhaut nicht mehr nach vorne über die Eichel streifen lässt. Dadurch kann sich ein Blutstau oder ödematöser Schnürring bilden, welcher einen urologischen Eingriff erfordert. Diese sogenannte Paraphimose ist ein absoluter Notfall, der sofort von einem Arzt behoben werden muss.

So wird eine Vorhautverengung behandelt

  1. Abwarten (im Kindesalter)
    Da 96 Prozent aller männlichen Säuglinge eine verklebte Vorhaut haben, besteht erstmal kein Grund zur Sorge. Durch Reifungsvorgänge löst sich die Verklebung in der Mehrzahl der Fälle spätestens im Jugendalter. Im Alter von 6 bis 7 Jahren haben nur noch 8 Prozent der Jungen eine verengte Vorhaut. Bei Jugendlichen sinkt der Anteil auf 1 Prozent.
  2. Kortisonsalbe und Dehnung der Vorhaut
    Der erste Therapieschritt ist häufig die konservative Behandlung der Vorhaut mit einer kortisonhaltigen Salbe über einen Zeitraum von vier bis acht Wochen. Die Salbe wird dabei zweimal täglich auf die Vorhaut aufgetragen, wodurch diese elastischer wird. In der dritten Behandlungswoche kann dann vorsichtig versucht werden, die Vorhaut behutsam zurückzuziehen, um sie Stück für Stück zu dehnen. Diese Behandlungsmethode führt bei etwa 30 Prozent zu einem dauerhaften Erfolg, bei 75 Prozent zu einem vorübergehenden Erfolg, der weiterer Behandlungen bedarf.
  3. Beschneidung
    Je nach Schwere und Lokalisation der Verengung kann entweder die gesamte Eichel freigelegt (komplette Beschneidung) oder lediglich der verengte Teil der Vorhaut abgetrennt werden (Teilbeschneidung). Bei Erwachsenen reicht für den Eingriff eine lokale Betäubung, bei Kindern ist eine Vollnarkose für diese Operation üblich.

Quellen: gesundheitsinformation.de, urologenportal.de, urologie-am-ring.de, netdoktor.de

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